
Die Brunnen in Nürnberg werden dieses Jahr vier Wochen früher außer Betrieb genommen als ursprünglich geplant. Das teilt die Stadt in einer Pressemeldung mit. Demnach ist der Grund dafür die Haushaltssperre der Stadt.
Bereits seit dem 15. September werden die Brunnen schrittweise außer Betrieb genommen und winterfest gemacht. Zwei Wochen lang sollen die Arbeiten voraussichtlich dauern, sodass bis Ende September 2026 aus allen Brunnen kein Wasser mehr sprudeln wird. Darüber hinaus soll die Brunnensaison im kommenden Jahr erst später starten: Anstatt wie üblich Ende April werden die Brunnen erst Mitte Mai in Betrieb genommen.
Die Stadt begründet den Schritt mit der am 29. Juli verhängten Haushaltssperre in Nürnberg. Diese soll sicherstellen, dass Nürnberg auch künftig handlungsfähig bleibt. Doch dadurch ist das Budget der Stadt reduziert, wovon auch der Unterhalt der Brunnen betroffen ist. Wie viel Geld dadurch genau eingespart werden kann, sei noch unsicher - da es bislang noch nie eine verkürzte Brunnensaison gab, so die Stadt Nürnberg in der Pressemitteilung. Für das Jahr 2026 erhoffe man sich eine Einsparung von rund 27.000 Euro bei Wartungs- und Betriebskosten. Außerdem würden sich durch die kürzere Laufzeit der Brunnen auch die Kosten für Strom, Wasser und Abwasser reduzieren.
Die Haushaltssperre wurde im Juli vom Amt für Kommunikation und Stadtmarketing mit der sich „weiter verschärfenden Finanzlage der Stadt“ begründet. Unter anderem hätten sich die Gewerbesteuereinnahmen schwächer entwickelt als erwartet und steigende Sozialausgaben sowie Ausgaben für das Klinikum Nürnberg würden die Kasse belasten.
„Ich bin mir bewusst, dass eine Haushaltssperre eine einschneidende Maßnahme ist. Doch angesichts der aktuellen Entwicklung gibt es dazu keine verantwortbare Alternative“, sagte Oberbürgermeister Marcus König im Sommer über die Entscheidung. Die Stadt ziehe die Reißleine, bevor sich die Lage weiter verschärft, so König. Die Reaktionen aus dem Stadtrat fielen damals unterschiedlich aus.