München, Nürnberg, Fürth - Der Herbst bringt Volksfeste wie das Oktoberfest, Nürnberger Altstadtfest oder die Fürther Kärwa. Doch wer jetzt die perfekte Tracht sucht, sollte aufpassen: Hinter vermeintlichen Schnäppchen-Shops stecken oft Betrüger.

Das Oktoberfest steht vor der Tür, die Suche nach dem perfekten Dirndl oder der Lederhose läuft auf Hochtouren. Doch wo Trachtenfans auf Schnäppchen hoffen, wittern Betrüger ein Geschäft. Die Verbraucherzentrale Bayern warnt aktuell vor dubiosen Online-Shops, die mit günstigen Angeboten, hohen Rabatten und angeblicher bayerischer Handwerkskunst locken.

Ein Dirndl für 49 statt 129 Euro, dazu der Hinweis „nur noch wenige Stück verfügbar“. Solche Angebote tauchen derzeit vermehrt in sozialen Netzwerken auf. Die Anzeigen wirken professionell, die Shops sehen seriös aus und erzählen oft Geschichten von Familienbetrieben aus Bayern - von Tradition und Handarbeit.

Doch nicht selten verbergen sich hinter diesen Webseiten Betrüger. Laut einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Bayern häufen sich Beschwerden über Anbieter, bei denen die bestellte Ware nie ankommt oder stattdessen minderwertige Produkte geliefert werden. „Betrüger gestalten Online-Shops heute so professionell, dass auf den ersten Blick kaum ein Unterschied erkennbar ist“, wird Simone Bueb von der Verbraucherzentrale Bayern in der Mitteilung zitiert. „Gerade Werbung in sozialen Medien verleitet dazu, spontan zu bestellen, ohne den Anbieter vorher zu prüfen.“

Viele Shops werben mit Bildern von Werkstätten, Trachtenmanufakturen und vermeintlicher Handarbeit. Verbraucher sollen glauben, sie kauften echte bayerische Tracht. Tatsächlich aber sitzen zahlreiche Händler im Ausland. Die Ware wird häufig direkt aus China verschickt und „hat mit der versprochenen Handarbeit wenig zu tun“, so die Verbraucherzentrale. Kundinnen und Kunden berichten von billigen Stoffen, schlechter Verarbeitung oder Kleidungsstücken, die mit den Produktfotos kaum etwas gemeinsam haben.

Wer sein vermeintliches Wiesn-Schnäppchen zurückgeben möchte, erlebt oft die nächste Überraschung. Statt einer unkomplizierten Rücksendung stellt sich heraus, dass das Paket auf eigene Kosten nach China geschickt werden muss. „Verbraucher sollten nicht nur fragen, wo der Shop laut Startseite sitzt“, sagt Bueb. „Entscheidend ist, wer Vertragspartner ist und wohin die Ware im Widerrufsfall zurück muss - denn das kann die Rücksendung schnell richtig teuer machen.“

Nicht selten versuchen Händler zudem, die Rückgabe zu verhindern. Verbraucher erhalten dann Angebote wie: „Behalten Sie das Dirndl und wir erstatten Ihnen 30 Prozent des Kaufpreises.“ Lehnt man ab, wird der Rabatt oft erhöht. Ziel ist es, die Rücksendung zu umgehen.

Eine kurze Prüfung kann viel Ärger ersparen

Die Verbraucherzentrale empfiehlt vor dem Kauf einen kurzen Check, damit Kundinnen und Kunden nicht auf Betrüger reinfallen. Dabei sind folgende Schritte wichtig:

  1. Impressum prüfen: Wer betreibt den Shop tatsächlich? Findet man Name, Anschrift und Kontaktdaten?

  2. Rücksendebedingungen lesen: Wohin muss die Ware zurückgeschickt werden? Wer bezahlt dafür?

  3. Auf die Zahlungsarten achten: Bei ausschließlicher Vorkasse ist Vorsicht geboten.

  4. Unabhängig nach Erfahrungen anderer Kunden suchen und nicht nur Bewertungen auf der Shop-Seite selbst lesen.

  5. Online-Prüftools wie den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen nutzen. Hier können Kundinnen und Kunden die URL des Shops eingeben. Das Tool checkt die Webseite dann auf Merkmale von Fakeshops.

Dadurch shoppen Verbraucher sicherer und können ihre passende Tracht für die Volksfeste finden. Modisch geht der Trend in diesem Jahr wieder zu einem noch traditionelleren Schnitt: Die Dirndl werden länger und man trägt Rot-, Grün - oder Brauntöne. Außerdem macht auch der Tier-Print vor den Trachten keinen Halt: Ein Leo-Dirndl für 140 Euro ist gerade sehr angesagt.

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