Nürnberg/Roth - Während der Sommerferien glich das Pendeln mit der Bahn zwischen Nürnberg und Roth oft einem Glücksspiel: Totalausfall bei der S-Bahn, Regionalzüge oft zu spät. Herrscht ab Montag wie geplant wieder Normalbetrieb?

Die Strecke zwischen Nürnberg und Roth war während der Ferien mehrere Wochen lang für die S-Bahn gesperrt, weil umfangreiche Bauarbeiten an mehreren Haltestellen durchgeführt wurden. In Schwabach wurde beispielsweise ein Bahnsteig komplett erneuert. Zum Schulstart am Dienstag soll die S2 wieder regulär nach Plan fahren, hieß es seitens der Bahn zu Baubeginn. Werden die Bauarbeiten tatsächlich fristgerecht beendet oder geht die Sperrung in die Verlängerung?

Ausweichen auf Regionalzüge oft keine (angenehme) Alternative

Angesetzt war der Bauzeitraum vom 31. Juli bis 15. September 2026. Pendler und Reisende mussten in dieser Zeit auf den Schienenersatzverkehr mit Bussen oder die Regionalzüge R16 und R60 ausweichen. In der Theorie war das möglich, in der Praxis hingegen oft nicht.

Die Ersatzbusse fuhren nur selten nach Plan, Verspätungen standen an der Tagesordnung und auch bei den Regionalzügen gab es phasenweise massive Probleme: Wer beispielsweise morgens in Richtung Nürnberg zur Arbeit fahren wollte, kam entweder später an als geplant oder musste, sofern möglich, wegen Ausfällen auf das Auto ausweichen. Fuhr ein Zug halbwegs nach Plan, bestand dieser oft nur aus wenigen Wagen. Besonders an den Hitzetagen wurde es kritisch: Kam ein Zug nach Verspätungen von teils bis zu 90 Minuten dann schließlich doch, war dieser heillos überfüllt, die Klimaanlage funktionierte teils gar nicht oder nur in einzelnen Waggons, die dadurch noch voller wurden.

Deutsche Bahn ist eigenem „Anspruch nicht gerecht geworden“

Eine Sprecherin der Bahn hat auf Nachfrage von nordbayern.de Stellung zu der prekären Situation während der Sommerferien bezogen:

„Klar ist: Die Betriebsqualität ist zuletzt unserem Anspruch an Zuverlässigkeit für unsere Fahrgäste nicht gerecht geworden. Wir arbeiten konsequent an Verbesserungen.“

Grund für die Zugausfälle sei, neben vereinzelten signalbedingten Einschränkungen, die „eingeschränkte Verfügbarkeit bei den auf der Strecke eingesetzten Fahrzeugen der Baureihe ET 445 aufgrund technischer Störungen“ gewesen. Mit anderen Worten: Einige Wagen waren kaputt und nicht einsatzfähig. Während der Reparatur verkehrten die Züge vorübergehend mit weniger Wagen oder sogenannten „Ersatzgarnituren“, heißt es seitens der Bahn in dem Statement weiter.

S-Bahn-Betrieb soll zum Schulstart wieder aufgenommen werden

Die Sprecherin betont in ihrer Mail, dass man das Verkehrsangebot vorübergehend angepasst habe und seit Ende August allen Reisenden das reguläre Angebot wieder in vollem Umfang zur Verfügung stehe. Und auch in Sachen Abschluss der Bauarbeiten auf der S-Bahn-Strecke äußert sich die Bahn mit guten Nachrichten: „Die Bauarbeiten an der S2 sind im Zeitplan und werden kommende Woche planmäßig abgeschlossen. Damit kann wie angekündigt die S-Bahn zwischen Nürnberg und Schwabach ab 15. September wieder fahren. Die Strecke zwischen Schwabach und Roth wird planmäßig wieder ab 19. September in Betrieb gehen.“

Pendler zwischen Nürnberg und Roth brauchen also noch ein paar Tage länger Geduld, aber auch hier ist ein Ende der eingeschränkten Reisemöglichkeiten absehbar. Gute Nachrichten auch für alle Bahnfahrgäste zwischen Neustadt an der Aisch, Bad Windsheim und Steinach bei Rothenburg ob der Tauber: Zum Schulbeginn am 15. September kann der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden. Das berichtet das Landratsamt Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim in einer Pressemitteilung.

Weiterhin Ersatzverkehr auf anderen Strecken in Franken

Anders hingegen sieht es aus auf der Strecke zwischen Nürnberg und Bamberg aus. Hier kommt es noch bis Anfang Oktober zu Fahrtausfällen und Schienenersatzverkehr.