Nürnberg - Stehen zu viele Foodtrucks und Imbissstände vor der Nürnberger Lorenzkirche? Die Stadt zieht erste Konsequenzen: Im Zuge der Neuaufstellung soll das gastronomische Angebot reduziert werden.

Vor der Nürnberger Lorenzkirche sorgen derzeit mehrere Foodtrucks und Imbissstände für Diskussionen. Ein auf TikTok veröffentlichtes Video berichtet, dass der Falafelstand Green Palmyra seinen Platz vor der Lorenzkirche räumen soll. Als Grund wird darin genannt, dass es an dem zentralen Standort zu viele Foodtrucks und Imbissstände gebe.

Im Mittelpunkt des Videos steht eine von GreenPalmyra gestartete Petition. Die Influencerin ruft ihre Community dazu auf, diese Petition zu unterstützen und sich dafür einzusetzen, dass der Falafelstand bleiben kann. Der Fall zeigt beispielhaft, welche Folgen die geplante Neuordnung für einzelne Anbieter haben könnte.

Die Stadt Nürnberg bestätigt auf Anfrage von nordbayern, dass die Aufstellung der Marktstände neu geordnet werden soll. Hintergrund sind die umfassenden Bauarbeiten zur Neugestaltung und Aufwertung des Obstmarkts einschließlich des östlichen Hauptmarkts. Die Arbeiten beeinträchtigen den Wochenmarkt und werden noch über einen längeren Zeitraum andauern.

Für die Marktkaufleute ist die Situation schwierig: Lärm und Schmutz belasten den Betrieb, außerdem ist die Anlieferung eingeschränkt, weiß Nürnbergs Wirtschaftsreferentin Andrea Heilmaier. Hinzu kommt die Sperrung des Zugangs des U-Bahn-Verteilers an der Lorenzkirche. Dadurch ist die Kundenfrequenz am Hauptmarkt deutlich zurückgegangen.

Die betroffenen Händler haben sich nach Angaben von Wirtschaftsreferentin Andrea Heilmaier bereits im Juli 2025 an das Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat gewandt. Ihr Wunsch: Für die Dauer der Bauphase sollte ein anderer, verlässlicher Standort gefunden werden. Unter den Bedingungen einer mehrjährigen Baustelle sei ein wirtschaftlicher Betrieb auf dem bisherigen Platz sonst kaum möglich.

Königstraße als Ausweich-Standort für Food-Trucks und Imbissstände

Mit der Königstraße habe die Stadt eine geeignete Fläche gefunden. Dort können Kundinnen und Kunden ihre vertrauten Marktstände auch während der Bauarbeiten wiederfinden, erklärt Heilmaier auf unsere Nachfrage. Für die Beschicker entfällt zugleich der zusätzliche Aufwand, den häufige Standortwechsel sowie ständiges Auf- und Abbauen mit sich bringen.

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<p>Inzwischen sind einige Angebote vor der Lorenzkirche zu finden. Sie verteilen sich über den Platz. </p> © Alexander Vinson

Allerdings ist die Fläche in der Königstraße begrenzt. Schaufenster und Geschäftseingänge müssen uneingeschränkt zugänglich und sichtbar bleiben, betont die Stadt. Auch Außenbestuhlungen, Lauf- und Rettungswege sowie wichtige Sichtachsen müssen berücksichtigt werden. Deshalb können nicht alle bisherigen Stände eins zu eins übernommen werden, heißt es von Andrea Heimaier: „Bei der Neuaufstellung musste die Stadt eine schwierige Abwägung nach objektiven Kriterien treffen.“

Weniger Imbisse, mehr klassische Marktangebote

Dass am Hauptmarkt zunächst vergleichsweise viele gastronomische Anbieter zugelassen werden konnten, erklärt die Stadt mit den dort vorhandenen Platzverhältnissen. Dort steht deutlich mehr Fläche zur Verfügung als in der Königstraße. Deshalb war und ist es möglich, eine größere Zahl von Beschickern unterzubringen.

Bei der Neuaufstellung müsse die Stadt nun jedoch nach objektiven Kriterien abwägen, wer künftig welchen Platz erhält, so die Wirtschaftsreferentin. Neben der verfügbaren Fläche spiele vor allem das Warenangebot eine Rolle. Der Wochenmarkt solle für unterschiedliche Kundengruppen attraktiv bleiben und insbesondere für frische, regionale und qualitativ hochwertige Produkte stehen, sagt sie. Genannt werden unter anderem Obst und Gemüse, regionale Lebensmittel, Fleisch- und Wurstwaren, Käse, Fisch, Backwaren und Blumen. Im Mittelpunkt stehe der tägliche Einkauf für die eigene Küche.

Königstraße: Konsequenz trifft vor allem die Imbissstände

Eine Konsequenz betrifft deshalb vor allem die Imbissstände: Im Zuge der Neuaufstellung ist eine Reduzierung der Gastronomieangebote vorgesehen. „Gerade im Bereich der Gastronomieangebote ist die Nürnberger Innenstadt dagegen sehr vielfältig aufgestellt. Im Zuge der Neuaufstellung ist daher eine Reduzierung der Imbissstände vorgesehen“, erklärt die Wirtschaftsreferentin.

Für betroffene Anbieter soll die Entscheidung allerdings nicht das Ende bedeuten, unterstreicht sie. Als mögliche Alternativen nennt die Stadt Wochenmärkte in den Stadtteilen oder Sondernutzungsflächen an anderen Stellen im Stadtgebiet. Die Nürnberger Märkte wollten gemeinsam mit den Händlern nach Lösungen suchen und hätten einzelnen Anbietern bereits Alternativen angeboten.

Damit geht es bei der Neuordnung vor der Lorenzkirche nicht nur um die Frage, ob dort zu viele Foodtrucks stehen. Die Stadt muss während der Bauphase auch zwischen den Interessen der Marktkaufleute, der Innenstadtgeschäfte, der Kundschaft und der klassischen Wochenmarktangebote vermitteln. Für manche Imbissbetreiber dürfte die Neuaufstellung dennoch spürbare Veränderungen bringen.