Nürnberg - Die Sanierung der Passage am U-Bahnhof Lorenzkirche läuft seit Juni 2024. Nach wie vor sind wichtige Ausgänge für die Bürger gesperrt - Geduld bleibt nötig. Das ist der aktuelle Stand der Renovierung.

Seit rund eineinhalb Jahren sind mehrere Ausgänge am U-Bahnhof Lorenzkirche in der Nürnberger Innenstadt gesperrt. Der Durchgang zum Hauptmarkt und zum Stangengässchen ist schon lange nicht mehr möglich. Der Grund ist die umfassende Sanierung der Passage, die in die Jahre gekommen war, und idealerweise soll sie auch der Galeria, also dem ehemaligen Karstadt, Aufwind bescheren. Nach frischen Informationen werden die Ausgänge auch noch eine Weile dichtbleiben - die umfassende und langwierige Sanierung der tristen Passage vollzieht sich weiter.

Während sich auf Ebene der Verteilerpassage für Nutzerinnen und Nutzer des U-Bahnhofs Lorenzkirche in Nürnberg seit Monaten optisch wenig verändert, wandern die Bauzäune auf der Fußgänger- sowie Straßenebene, und nehmen teils mehr Raum ein. Doch was passiert im Verborgenen, hinter dem großen Metallsarkophag unten und den blickdichten Absperrungen am Ausgang Richtung Hauptmarkt? Wir haben im U-Bahn-Amt Nürnberg nachgefragt.

„Nach der Genehmigung des Objektplanes durch den Bau- und Vergabeausschuss Ende 2025 ist unser erstes Ziel die Betoninstandsetzung in der Passage, danach erst kann die Neugestaltung beginnen“, erklärt Dienststellenleiter Thiemo Guttenberger auf Nachfrage unserer Redaktion. Sobald der Beton also vollständig repariert ist, folgt ab 2027 der gestalterische und technische Neuaufbau.

Seit 2024 wurden in der Passage am U-Bahnhof Lorenzkirche bereits Abbrucharbeiten und eine Asbestsanierung durchgeführt. Der nächste große Schritt sind die Betonsanierungsarbeiten. Diese werden noch voraussichtlich bis Ende dieses Jahres dauern. „Hierzu ist es unter anderem auch notwendig, die Bereiche von oben partiell zu öffnen, um an die sanierungsbedürftigen Bauteile zu gelangen“, teilt das zuständige Amt auf Anfrage weiter mit. Die über der Passage liegenden Abwasserrohre werden zudem zeitgleich erneuert.

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<p>So soll die Passage am U-Bahnhof Lorenzkirche in Nürnberg nach den Umgestaltugsarbeiten aussehen. Aus dem bedrückenden Grau soll etwas Luftigeres entstehen.</p> © johannesraum Architekten, Nürnberg

Die Firma für die Arbeiten zur Betoninstandsetzung sei planmäßig unter Vertrag genommen worden und beginne derzeit mit den Arbeiten, so Guttenberger weiter. „Parallel dazu sind wir in Abstimmung mit einem Anrainer, dass die Sanierung dessen Abwasserkanals keine Verzögerungen auf unsere Maßnahme erzeugt“, führt er aus. In Kürze wird auch die Firma für den sogenannten kathodischen Korrosionsschutz mit ihrem Dienst beginnen - dabei handelt es sich um ein elektrochemisches Verfahren, das Metallbauteile vor dem Rost schützt. Im Fall der Lorenzer Passage wird damit der Stahl im Beton (Bewehrungsstahl) vor dem Verfall bewahrt. „Dies ist eine Maßnahme, um die Armierung in den Bereichen zu schützen, an denen wir wegen Überbauung nicht großflächig arbeiten können, sodass unsere Bemühungen auch langfristig wirken.“ Zur reibungslosen Maßnahmenabwicklung hat die Stadt die „erforderlichen Baustelleneinrichtungsflächen“ im Umfeld der Lorenzpassage eingerichtet - also die Bauzäune entsprechend errichtet.

Sanierung des U-Bahnhofs Lorenzkirche: Arbeiten laufen im Verteiler und an der Oberfläche

„Neben all den Arbeiten in der Passage sind wir auch an der Oberfläche tätig“, so Thiemo Guttenberger. An der Kreuzung Findelgasse/Königstraße wird der Boden aufgerissen und abgesichert, um einen tiefen Zugang zu einem wichtigen unterirdischen Versorgungstunnel zu schaffen. In diesem verläuft unter anderem durch die U-Bahnpassage und danach in der Findelgasse die Fernwärmeleitung für die Innenstadt. Auch an dieser Stelle sind Betoninstandsetzungsarbeiten dringend erforderlich. „Hier ist das oberste Gebot für alle Beteiligten, dass die Baustelle vorangetrieben wird und sich sodann auf das absolute Minimum verkleinert, um einen ungestörten Zugang zum Christkindlesmarkt zu ermöglichen“, betont Guttenberger. Die Fertigstellung werde für das erste Halbjahr 2027 angestrebt.

Nach der Betoninstandsetzung folgt der technische, bauliche und gestalterische Neuaufbau der Passage. Gerade die attraktivere Gestaltung und die technische Erneuerung stehen im Zentrum der Sanierungsarbeiten. Das Brandschutzkonzept sieht laut Auskunft der Stadt eine neue Fassade mit Brandschutzanforderungen und eine Brandmeldeanlage vor. Diese Arbeiten werden im Anschluss an die Betoninstandsetzung in den Jahren 2027 und 2028 erfolgen.

Während der eine Arm der Verteilerpassage Ende 2027 wieder frei und den Weg zum Christkindlesmarkt weisen sein soll, bleibt der Durchgang durch das Stangengäßchen aufgrund der anstehenden Betonsanierungsarbeiten länger gesperrt. „Der derzeitige Bauzeitenplan sieht vor, dass der Passagenarm zur Museumsbrücke zum Christkindlesmarkt 2027 wieder geöffnet wird. Tatsächlich kann erst nach dieser Öffnung der Passagenbereich zum Stangengässchen und der Aufgang zur Karolinenstraße angegangen werden“, erklärt der Dienststellenleiter des Nürnberger U-Bahn-Amts weiter.

Die Bauarbeiten laufen weiterhin, aktuell wird die genaue Planung fertiggestellt. Damit können bald die Aufträge für die Neugestaltung der Passage vergeben werden. Die größten Aufgaben dabei sind die neue Fassade, die Brandmeldeanlage und die Deckenbauten.

Die Gesamtmaßnahmen sollen im Jahr 2029 abgeschlossen werden, so Thiemo Guttenberger. In einer finalen Etappe sollen dann Erneuerungsarbeiten im Bereich der Karolinenstraße erfolgen.

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