Como - Italien verzichtet auf einigen Autobahnabschnitten auf Schranken. Was Zeit sparen soll, kann zur Falle werden. Wer das „Free Flow“-System übersieht und nicht rechtzeitig bezahlt, riskiert bis zu 344 Euro Bußgeld.

Wer mit dem Auto nach Italien in den Urlaub fährt, kennt das Prozedere: Ticket ziehen, fahren, am Ende am Mauthäuschen bezahlen und warten, bis die Schranke öffnet. Nicht selten entpuppt sich das als extrem stressiger Vorgang. Doch auf einigen Autobahnabschnitten funktioniert das inzwischen anders. Dort gibt es keine Schranken und keine klassischen Mautstationen mehr. Stattdessen erfasst ein Kamerasystem das Kennzeichen während der Fahrt.

Für Urlauber kann das zur teuren Falle werden: Wer die Maut nicht rechtzeitig bezahlt, riskiert neben der eigentlichen Gebühr ein Bußgeld von bis zu 344 Euro. Das bestätigt auch der italienische Autobahnbetreiber Autostrade per l‘Italia.

Wo gilt die neue Free-Flow-Maut in Italien?

Das sogenannte Free-Flow-System gilt bislang nur auf bestimmten Strecken. Besonders Urlauber im Norden Italiens können damit in Berührung kommen.

Der ADAC nennt aktuell folgende Abschnitte:

  • A33 zwischen Asti und Cherasco im Piemont
  • A21racc zwischen Ospitaletto und Montichiari südlich von Brescia
  • A36, A59 und A60 im Raum Como nördlich von Mailand
  • A60 im Raum Varese

Damit betrifft das System unter anderem Regionen, die für Italien-Urlauber auf dem Weg zu den oberitalienischen Seen, nach Mailand oder weiter Richtung Süden relevant sein können.

Der ADAC weist ausdrücklich darauf hin, dass die Maut auf diesen Strecken nicht an einer Zahlstation bezahlt werden kann. Stattdessen werden die Fahrzeuge automatisch erfasst.

Italien-Urlauber aufgepasst: So funktioniert die Maut ohne Schranke

Beim Free-Flow-System fahren Autos einfach unter einem Portal hindurch. Kameras und Sensoren registrieren das Fahrzeug und das Kennzeichen. Ein Anhalten ist nicht nötig, wie unter anderem der Merkur berichtete.

Wer einen elektronischen Mautdienst wie Telepass nutzt, muss sich um nichts weiter kümmern: Die Gebühr wird automatisch abgerechnet. Wer dagegen ohne Mautbox unterwegs ist, muss selbst aktiv werden. Die Maut kann online, über die jeweilige App oder teilweise an ausgewiesenen Servicestellen bezahlt werden. Dafür bleiben grundsätzlich 15 Tage nach der Fahrt.

Genau hier liegt das Problem für Urlauber: An der Strecke selbst gibt es keinen klassischen Kassenhäuschen-Moment, der an die Zahlung erinnert. Wer das System nicht kennt, kann deshalb leicht weiterfahren und die Maut vergessen.

Maut-Falle in Italien leicht zu übersehen: Bis zu 344 Euro Bußgeld drohen

Wer die Maut nicht bezahlt, bekommt zunächst eine Zahlungsaufforderung. Bleibt auch diese unbeachtet, kann es deutlich teurer werden.

Nach Angaben von Autostrade per l‘Italia sieht das italienische Straßenverkehrsrecht bei einem Verstoß eine Geldstrafe von 87 bis 344 Euro vor. Zusätzlich können zwei Punkte im italienischen Führerscheinregister beziehungsweise entsprechende Folgen für den Fahrer hinzukommen.

Free-Flow-Mautsystem in Italien: Was Autofahrer jetzt beachten sollten

Wer eine Route durch Norditalien plant, sollte deshalb vor der Fahrt prüfen, ob die Strecke durch einen Free-Flow-Abschnitt führt.

Ohne Mautbox gilt: Nach der Fahrt das Kennzeichen registrieren beziehungsweise die passende Zahlungsseite oder App des jeweiligen Betreibers nutzen und die Maut innerhalb der Frist begleichen.

Auf den einzelnen Strecken gelten unterschiedliche Möglichkeiten. Auf der A33 gibt es beispielsweise die App „FreeFlow A33“, auf den Strecken der Pedemontana Lombarda die App „Pedemontana Lombarda“. Für die A21racc steht die App „FreeFlow A21“ zur Verfügung. Alternativ ist auf den jeweiligen Strecken teilweise auch eine Zahlung vor Ort möglich.

Das neue System betrifft nur einzelne Strecken. Auf den meisten italienischen Autobahnen bleibt es beim bekannten Mautprinzip.

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