
Um die europäischen Trends in diesem Report herauszufiltern, hat der Reiseanbieter Dertour laut dpa eine Umfrage von 8000 Personen von 13 europäischen Märkten mit verschiedenen Buchungsdaten und Expertinnen-Insights kombiniert. Bei dieser Recherche ist herausgekommen: Der Trend in Europa geht zum Slow Travel und zu Solo-Reisen.
Wer schon länger Fan von diesen beiden Arten zu reisen ist, kann sich freuen, denn Reiseunternehmen wollen sich diesen wachsenden Zielgruppen jetzt vermehrt annehmen.
Was genau bedeutet „Slow Travelling“?
Nach Angaben von Dertour kann Slow Travelling je nach Person sehr unterschiedlich aussehen. Während die einen Wellness-Urlaube benötigen, um voll und ganz zu entspannen, bevorzugen andere einen Aktiv-Urlaub mit viel körperlicher Bewegung, bei dem jedoch der Kopf zur Ruhe kommen kann. Insgesamt geht es beim Slow Travelling darum, das Tempo herauszunehmen und sich selbst Zeit zu geben. Besonders beliebt ist das Konzept bei Urlauberinnen und Urlaubern aus Tschechien. Sieben von zehn Reisenden würden sich für eine entschleunigte Reise entscheiden.
Warum möchten Urlauberinnen und Urlauber „slow“ reisen?
Die zwei häufigsten Gründe, die die Befragten genannt haben, sind „mehr Zeit zum Genießen der Orte, an die sie gereist sind“ mit 58,5 Prozent und knapp dahinter mit 52 Prozent „möchten die Reisenden durch Slow Travelling ihr Wohlbefinden steigern und den eigenen Stress reduzieren“.
Weitere Gründe sind mehr Verbindung zu den Menschen und der Kultur vor Ort, finanzielle Gründe, aber auch der Umweltschutz kann Auslöser dafür sein, dass immer mehr Reisende Slow Travelling bevorzugen.
Entschleunigt reisen dank Digital Detox
Einfach mal das Internet, Internet sein zu lassen, kann ebenfalls dazu beitragen, sich entspannter und ruhiger zu fühlen. Das ist allerdings kein richtiger Reisetipp, denn er funktioniert auch bestens in den eigenen vier Wänden. Dem Report nach sieht knapp die Hälfte aller Befragten Reisen als Möglichkeit an, wieder mehr Abstand zum konstanten Vernetzt-Sein zu gewinnen.
Solo-Reise-Trend: Was ist dran am Stereotyp des einsamen Backpackers?
Nach dem Schulabschluss nach Neuseeland verreisen und dabei fast die eigene Muttersprache verlernen – es gibt so einige stereotype Vorstellungen von Alleinreisenden. Der Travel Report räumt zumindest mit zwei großen Klischees auf, denn, so heißt es, würden Solo-Reisen immer mehr zum Mainstream.
Klischee Nummer eins, dass nur junge Leute alleine reisen, stimmt laut dem Report schon einmal nicht. Durch alle Altersgruppen hinweg steigt der Anteil an Personen, die sagen, dass sie sich eine Reise alleine gut vorstellen können. Knapp ein Viertel der Befragten zwischen 55 und 65 Jahren kann sich eine Reise alleine gut vorstellen. Die älteren Befragten liegen damit nur 7,3 Prozentpunkte hinter den 25‑ bis 34-Jährigen, was den Wunsch nach einer Solo-Reise angeht.
Klischee Nummer zwei, dass nur Alleinstehende auch alleine verreisen, ist laut Travel-Report ebenso falsch. 37,6 Prozent der befragten Singles wollen laut der Befragung eine Solo-Reise unternehmen. Auch wenn Singles damit in der Nachfrage anführen, folgen vergebene und verheiratete Reisliebhaber mit rund 25 Prozent.
Wer sich also noch unsicher ist, ob alleine verreisen das Richtige ist, oder gar Scham verspürt, dem sollte gesagt sein: Du bist nicht alleine. Es gibt sehr viele Urlauberinnen und Urlauber, die solo reisen, und das nicht aus Mangel an Möglichkeiten, sondern weil selbstbestimmtes Reisen eine tolle Möglichkeit ist, sich ganz um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern.
Solo-Travel-Trend am größten in Deutschland
Obwohl am beliebtesten noch immer der klassische Familienurlaub ist, werden Solo-Reisen immer beliebter und auch für die Tourismusbranche immer wichtiger. Im europäischen Vergleich ist das Solo-Reisen in Deutschland am populärsten. Während im europäischen Durchschnitt 29,3 Prozent der Befragten angaben, sich in den nächsten zwölf Monaten eine Solo-Reise vorstellen zu können, sind es 36,1 Prozent.


