
Adam Markhiev, Javier Fernandez und Finn Ole Becker – dieses Mittelfeld-Trio scheint sich beim 1. FC Nürnberg gefunden und etabliert zu haben und dürfte auch zu den besten Zentrumsbesetzungen in der 2. Bundesliga zählen. Bereits im dritten Pflichtspiel der Saison muss Miroslav Klose aber erstmals umdisponieren: Becker fällt aufgrund einer Kniereizung, die er sich im Frankenderby zugezogen hat, aus: Die Schmerzen sind nach Angaben des Cheftrainers ebenso wie das Risiko zu groß, als dass ein Einsatz im Pokal-Spiel bei Viktoria Köln sinnvoll wäre.
Entsprechend steht Klose nun vor der Qual der Wahl, wer für Becker in die Startelf rückt. Dabei gäbe es sowohl positionsgetreue Wechsel als auch Lösungen, wo andere Stammspieler auf einer anderen Position zum Einsatz kämen.
Youngster, Neuzugang oder Vorjahres-Stammkraft als Eins-zu-Eins-Ersatz?
Für die Zehner-Position käme ursprünglich in erster Linie Rafael Lubach in Frage: Der 21-Jährige zählte in den vergangenen anderthalb Spielzeiten zu den Stammkräften und bringt dem Nürnberger Spiel Dynamik, Tiefe und Intensität. Allerdings fehlte der Mittelfeldmann zuletzt krankheitsbedingt im Training, ein Einsatz ist den Aussagen von Miroslav Klose auf der Pressekonferenz zufolge unwahrscheinlich.
Fit wäre hingegen Marko Soldic: Das Nürnberger Top-Talent konnte sich nach der von Klose attestierten Leistungsdelle in der Vorbereitung zuletzt im Training wieder steigern. Zwar stand er an den ersten beiden Spieltagen noch nicht im Kader, die drohenden Ausfälle in der Offensive und im Zentrum öffnen ihm aber die Chance, weitere Einsatzzeit bei den Profis zu sammeln. Bisher kommt er auf sieben Kurzeinsätze in der 2. Bundesliga.
Noch gar nicht in der 2. Bundesliga, dafür sehr erfolgreich in der 3. Liga hat Sigurd Haugen gespielt. Der Neuzugang vom TSV 1860 München kam mit der Empfehlung aus 32 Scorern in 67 Drittliga-Einsätzen an den Valznerweiher – ursprünglich als Stürmer. Weil er in der Vorbereitung aber auf der Zehner-Position getestet wurde, zählt auch er zu den möglichen Kandidaten als Becker-Ersatz. Zwar stand auch der 29-Jährige an den ersten beiden Spieltagen – einmal aufgrund eines grippalen Infekts, einmal weil Klose nach dem erfolgreichen Auftakt keine Änderungen am Kader vornehmen wollte – nicht im Kader, wusste aber zuletzt im Training zu überzeugen: „Er hat gut trainiert und gute Akzente in der Trainingswoche gesetzt“, lobte der Coach.
Optionen für den Flügel und die Sechs
Abgesehen von den drei positionsgetreuen Optionen wäre auch ein Verschieben von Julian Justvan auf die Zehner-Position, die er für gewöhnlich beim Club in den Vorsaisons bekleidet hat, möglich. In diesem Fall würde die Position auf dem rechten Flügel vakant werden, für welche in diesem Sommer zwei Neuzugänge verpflichtet wurden. Rayan Ghrieb könnte mit seinem Tempo und seiner Geradlinigkeit herausragend die Schwächen im Kölner Defensivverbund ausnutzen, der 27-Jährige fehlte aber ebenso wie Lubach in der Trainingswoche krankheitsbedingt.
Stattdessen wäre Can Moustfa eine Überlegung wert. Der 21-Jährige stand – anders als Soldic und Haugen – zumindest an den ersten beiden Spieltagen im Kader, Einsatzzeit blieb ihm aber bislang verwehrt. Daran könnte sich bald etwas ändern. Ohnehin kündigte Klose an: „Er wird die Saison noch eine große Rolle spielen, er brennt auf jede Minute.“
Eine weitere Option wäre eine Verschiebung in die andere Richtung: So könnte beispielsweise der in der Vorbereitung hochgelobte und zuletzt debütierende Marc Kornwachs Barjuan auf die Sechs rücken und Fernandez dafür eine Position nach vorne schieben.
An Optionen mangelt es im Nürnberger Kader also nicht. Ein Startelf-Debüt eines Neuzugangs oder eines Youngsters ist damit nicht ausgeschlossen.

