Nürnberg - Auf dem Platz setzt er nur noch im Training Akzente, doch im Ansehen der Mannschaft steht er unverändert weit oben. Wie sehr ihn seine Kollegen schätzen, zeigen ihre Reaktionen auf einen Post des FCN-Dauerbrenners.

Er gehört zum Inventar beim 1. FC Nürnberg: geboren in Mainz, gewachsen an seinen Aufgaben in Darmstadt und Hamburg - und seit 2018 im Frankenland zu Hause. Christian Mathenia gehört zum Club und der Club zu Christian Mathenia. Ob als Gokart-Angaser im Trainingslager in Saalfelden, Rafting-Kapitän auf der Rienz oder Adrenalin-Anführer an der Zipline in Südtirol hängend: Mathenia ist zentraler Teil des Teamgefüges, obwohl er sportlich längst keine Rolle mehr beim FCN spielt. Letzte Saison kam er nur im DFB-Pokal beim peinlichen Erstrunden-Aus in Illertissen und am vorletzten Zweitliga-Spieltag gegen Schalke zum Einsatz, in zwei Jahren seit August 2024 stand er nur fünf Mal auf dem Platz. Und doch zeigen jüngste Posts seiner Teamkollegen, wie wichtig der Dauerbrenner für den Club noch ist.

„Die Nummer 1 in Franken für immer und auf ewig!“, schrieb die Nürnberger Nummer Drei nach dem Derbysieg in einem Instagram-Beitrag. Die Reaktionen der Teamkollegen folgten prompt. „Chris Abi“, „Abi ja“, „Betreuer CM“, „best captain“, „Mein Onkel“, „Papa“ - mit diesen scherzhaften Jugendwörtern wandten sich Julian Justvan, Adam Markhiev, Robin Lisweski, Javi Fernandez, Eric Porstner und Tim Janisch an Mathenia. Selbst die Ex-Nürnberger Mahir Emreli, Berkay Yilmaz, Taylan Duman und Felix Lohkemper ließen Kommentare da. Sie alle zeigen Respekt für den „großen Bruder“, den Ex-Kapitän, den Dauer-Nürnberger, der für die Kabine so wichtig ist.

Im Januar verlängerte der 34-Jährige seinen Vertrag bis Sommer 2028 und wird anschließend als Torwarttrainer für den Club-Nachwuchs arbeiten, das steht schon fest. Vor inzwischen fast acht Jahren wechselte Mathenia vom Hamburger SV an den Valznerweiher. Trotz des Abstiegs im Sommer 2019 blieb er dem FCN treu, stand insgesamt 159 Mal für den Club zwischen den Pfosten.

„Chris hat die DNA des Club wie kein anderer verinnerlicht und lebt diese auch. Er pusht die Jungs auf und neben dem Platz - ist Ansprechpartner, Ratgeber und ein Vorbild. Wir sind sehr glücklich darüber, dass er uns weiterhin sportlich erhalten bleibt “, hatte Sportvorstand Joti Chatzialexiou nach der Verlängerung des Arbeitspapiers zu Protokoll gegeben. „Der Verein [...] ist seit so vielen Jahren ein riesiger Teil von mir“, hatte der Routinier erwidert, der ja vielleicht am Samstag im Pokal die Chance auf Pflichtspieleinsatz Nummer 160 bekommt.