Nürnberg - Wann wird aus Fahrspaß gefährliches oder sogar illegales Verhalten? Nach schweren Unfällen in der Region lädt die Polizei in Nürnberg Auto- und Motorradfans zur Präventionsveranstaltung ein.

„Du fährst gerne Auto oder Motorrad? Hast du ein besonderes Fahrzeug in deinem Inventar und schraubst auch gerne rum? Dann hast du dich sicher schon mal gefragt, was dein Fahrzeug alles kann.“ Mit diesen Worten wendet sich die Polizei in einem Ankündigungsvideo an Auto- und Motorradfans in Nürnberg. Bei einer Präventionsveranstaltung können sich Interessierte über Tuning, Fahrzeugtechnik und die geltenden Regeln informieren - und ihre eigenen Fahrzeuge gleich mitbringen und überprüfen lassen.

Polizei will mit Tunern ins Gespräch kommen

Die Polizei lädt dazu an zwei Terminen in Nürnberg ein. Am Freitag, 21. August, von 16 bis 22 Uhr sind die Beamten am Jakobsplatz in der Nürnberger Innenstadt anzutreffen. Am Samstag, 22. August, von 19 bis 2 Uhr findet die Veranstaltung an der Nopitschstraße 82 auf dem Parkplatz von Stadler in der Südstadt statt. Der Parkplatz gilt als beliebter Treffpunkt der Nürnberger Tuning-Szene.

„Wir wollen niemandem auf die Finger klopfen“, betont die Polizei. Stattdessen gehe es um eine „Unterhaltung auf Augenhöhe“. Interessierte können ihre Fahrzeuge mitbringen und sich beispielsweise darüber informieren, welche Veränderungen am Auto erlaubt sind oder wo und wie sie mit ihrem Fahrzeug fahren dürfen.

Rasen und illegale Rennen können tödlich enden

Wie wichtig die Auseinandersetzung mit Geschwindigkeit, Fahrzeugveränderungen und illegalen Rennen ist, zeigen schwere Unfälle in der Region. Erst am 17. August kam es in der Region zu einem schweren Unfall, bei dem eine 17-Jährige ums Leben kam. Ein 19-jähriger Fahrer soll nach bisherigen Erkenntnissen mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein und die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren haben. Das Auto geriet auf die Gegenfahrbahn, überschlug sich und prallte gegen einen Baum. Insgesamt wurden vier junge Menschen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren schwer verletzt. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen des Verdachts auf ein verbotenes Autorennen.

Auch in Nürnberg kam es in diesem Jahr zu einer gefährlichen Chaosfahrt. Im Februar 2026 soll ein Mann mit mehr als 100 km/h durch das Stadtgebiet gefahren sein. Dabei kam es zu mehreren Unfällen, zudem wurden Fußgänger gefährdet.

Bereits 2022 raste ein Mann mit bis zu 180 km/h durch die Fürther Innenstadt. Dabei kollidierte er mit einer Frau, die schwer verletzt wurde. Anschließend soll er sie zurückgelassen haben. Der Mann wurde später zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt.

Die Polizei will bei der Veranstaltung deshalb nicht nur über technische Veränderungen sprechen, sondern auch für die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit und illegalen Rennen sensibilisieren. „Kommt vorbei und quatscht mit uns in aller Ruhe“, lautet ihr Aufruf.