
Der Fall sorgte damals für Aufsehen in Fürth und auch über die Stadtgrenzen Frankens hinaus. Im Januar 2022 war ein 27-jähriger Mann mit mehr als 180 Stundenkilometern durch die Fürther Innenstadt gerast. Das Fahrzeug, mit dem der Mann unterwegs war, hatte 625 PS. Bei einer Geschwindigkeit von noch immer 120 Stundenkilometern kommt es dann plötzlich zu einem Crash. Eine Frau wird dabei schwer verletzt. Das Landgericht Nürnberg-Fürth spricht den Mann im Anschluss schuldig und verurteilt ihn zu drei Jahren und acht Monaten Haft.
Da der Angeklagte bereits wegen eines Drogendeliktes im Gefängnis sitzt, wird die Gesamtfreiheitsstrafe auf elf Jahre und vier Monate ausgeweitet. Am Donnerstag (3. Juli 2025) war hier nun der letzte Verhandlungstag angesetzt. Davor nimmt der 27-Jährige die volle Schuld auf sich und gesteht: Er habe – so berichtet BR24 dazu nun exklusiv – an jenem Tag um vier Uhr morgens „im Vertrauen auf den wenigen Verkehr in den frühen Morgenstunden“ ein maximal hohes Tempo mit seinem Wagen erreichen wollen.
Personen zu verletzen oder gar zu töten, sei niemals seine Absicht gewesen. Ebenfalls hat der Angeklagte nun zugegeben, damals in der Nürnberger Straße eine rote Ampel missachtet zu haben. Wenige Sekunden später kam es dann zu dem Zusammenstoß mit der Frau. Auch eine Vollbremsung konnte den Unfall nicht mehr verhindern – auch wegen der immensen Geschwindigkeit.
BR24 berichtet dazu weiter, dass ein Sachverständiger analysiert habe, dass der Mann den Wagen der verletzten Frau noch immer mit rund 120 Stundenkilometern gerammt habe. Die Wucht des Aufpralls schleuderte den Wagen damals von der Fahrbahn, riss dort sogar einen Betonstein aus der Verankerung. Ein Baum wird abgeschert, zudem mehrere dort geparkte Autos ineinandergeschoben.
Die Frau erlitt damals schwere, zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Noch heute habe sich das Opfer nicht komplett von den Folgen erholt. Wie die Frau nun als Zeugin vor Gericht angab, leide sie nach wie vor an Verletzungen, sie habe Pflegestufe 2 beantragen müssen. Ihren Job könne sie nicht mehr ausüben. Was der Angeklagte auch zugab: Nach dem Unfall flüchtete er einfach, ohne sich um die schwer verletzte Frau zu kümmern.
Was in diesem Zuge ebenfalls ans Tageslicht kam: Der Mann sei bereits als junger Erwachsener juristisch auffällig geworden. Im Januar 2018 wurde er durch ein Jugendgericht wegen Nötigung in zwei Fällen und Sachbeschädigung zu einem Fahrverbot und Tagessätzen verurteilt. Im Januar 2022 folgte dann ein Strafbefehl wegen Nötigung. Der Mann sitzt laut BR bereits im Gefängnis, wegen einer Haftstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten. Diese Strafe sei ihm wegen eines Drogendeliktes auferlegt worden. Der Führerschein wurde dem Mann mittlerweile mit einer Sperrfrist von vier Jahren ebenfalls entzogen.

