
Es ist ein Vorfall, der potenziell auch Leben kosten hätte können. Am Samstagabend (14.02.2026) raste ein 33-jähriger Autofahrer rücksichtslos und mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch den Nürnberger Westen, verursachte dabei mehrere Unfälle, gefährdete andere Verkehrsteilnehmer und leistete bei seiner Festnahme Widerstand. Die Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag gegen den Mann. Die Nürnberger Verkehrspolizei sucht weitere Geschädigte.
Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken in einer Pressemitteilung dazu erklärt, sei gegen 21.40 Uhr ein weißer Skoda Fabia mit tschechischer Zulassung im Bereich der Rothenburger Straße unterwegs gewesen. Zeugen meldeten sich dann beim Polizeinotruf und teilten mit, dass dieses Fahrzeug immer wieder zwischen den Fahrspuren hin- und herwechsle, stark beschleunige und insgesamt sehr rasant unterwegs sei. Kurz darauf verursachte der Skoda im Bereich der Austraße einen Unfall und stieß mit dem Mercedes eines 40-jährigen Mannes zusammen. Anstatt sich hier jedoch um die Schadensregulierung zu kümmern, gab der Skoda-Fahrer einfach Gas und fuhr jetzt in Richtung Frankenschnellweg davon. Im weiteren Verlauf kollidierte er mit dem VW einer 24-jährigen Frau, raste über den Gehweg davon und prallte gegen den Opel einer 27-jährigen Frau, die gerade an einer roten Ampel wartete.
Wagen rast durch Stadt - Passanten müssen sich retten
Ein Zeuge beobachtete die gefährliche Fahrt des Skoda, kontaktierte die Einsatzzentrale der mittelfränkischen Polizei und versuchte, dem Auto zu folgen. Während zahlreiche alarmierte Streifen nach dem Verdächtigen fahndeten, fuhr der Skoda mit teilweise über 100 km/h durch den Nürnberger Westen, geriet hierbei mehrfach auf die Gegenfahrbahn und fuhr derart rücksichtslos über rote Ampeln, dass Fußgänger beiseite springen mussten. Einige andere Autofahrer konnten einen Zusammenstoß nur durch Vollbremsungen verhindern. Bei einer Kollision mit dem Bordstein verlor das Fahrzeug einen Reifen. Dennoch führte der Skoda-Fahrer seine Fahrt - weiterhin mit überhöhter Geschwindigkeit - auf der Felge fort und prallte gegen den Skoda einer 40-Jährigen und den Opel einer 36-Jährigen.
Nach Chaosfahrt in Nürnberg: Mann rastet bei Festnahme aus
Nachdem das völlig deformierte Auto im Bereich der Gärtnerstraße nicht mehr weiterfahren konnte, stiegen zwei Mitfahrer des Skoda aus und ergriffen zu Fuß die Flucht. Fahndende Streifenbesatzungen konnten die beiden Männer (22, 35) wenig später endlich stoppen.
Als eine Streife den 33-jährigen Fahrer vorläufig festnahm, griff dieser einen Polizisten an und trat gegen dessen Oberkörper. Der Beamte erlitt hierdurch leichte Verletzungen. Im Fortgang beleidigte der Tatverdächtige die Einsatzkräfte und bespuckte diese. Da er offenbar unter dem Einfluss berauschender Mittel stand, ordnete die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth eine Blutentnahme bei dem 33-Jährigen an.
Das Unfallfahrzeug stellten die Polizisten sicher. Erste Ermittlungen zeigten, dass der Tatverdächtige zudem nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird der Skoda-Fahrer nun einem Ermittlungsrichter gegenübertreten, der über die Haftfrage entscheidet. Er muss sich wegen zahlreicher Verkehrsstraftaten sowie unter anderem wegen des Verdachts des Tätlichen Angriffs auf und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Die Höhe des insgesamt entstandenen Sachschadens kann derzeit noch nicht beziffert werden. Dem aktuellen Ermittlungsstand zufolge wurden glücklicherweise keine Personen verletzt.
Unterdessen ermittelt die Nürnberger Verkehrspolizei weiter. Zur vollumfänglichen Aufklärung der Tat richten sich die Beamten mit folgenden Fragen an die Öffentlichkeit:
- Wessen Fahrzeug wurde, soweit bei der Verkehrspolizei noch nicht
protokolliert, von dem Skoda angefahren?
- Wer musste dem weißen Skoda Fabia mit tschechischer Zulassung
ausweichen oder bremsen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden?
- Wer war als Fußgänger unterwegs und musste ausweichen, um nicht
von dem Auto erfasst zu werden?
- Wer wurde auf sonstige Weise durch die Fahrweise des 33-Jährigen
genötigt oder geschädigt?
Zeugen wenden sich bitte unter der Rufnummer 0911 65831530 an die Verkehrspolizei Nürnberg.