
Als der 1. FC Nürnberg Mohamed Ali Zoma vor knapp einem Jahr von der UC Albino Leffe verpflichtete, konnte man getrost von einem Risikotransfer sprechen. Satte 800.000 Euro zahlte der FCN für einen damals 21-Jährigen Flügelspieler, der in der Vorsaison 21 Scorerpunkte in 35 Spielen gesammelt hatte - wohlgemerkt in der dritten italienischen Liga. Mittlerweile ist bekannt: Das Investment ist aufgegangen. In der abgelaufenen Spielzeit avancierte Zoma mit 14 Treffern und fünf Torvorlagen zum Topscorer des FCN, seinen Marktwert hat er in seiner Zeit am Valznerweiher versechzehnfacht.
Gegen Dynamo Dresden knüpfte Zoma nahtlos an die überzeugenden Leistungen aus der Vorsaison an. In der ersten Partie der neuen Spielzeit gelangen dem Italiener drei Treffer. Aufgrund seiner Geschwindigkeit und Beweglichkeit stellte er einen ständigen Unruheherd dar, den die Dresdner zu keinem Zeitpunkt in den Griff bekamen. Bei manchem Anhänger dürfte der Auftritt Zomas Euphorie und Hoffnung entfacht haben, auch mit Blick auf einen mehr oder weniger heimlichen Traum vom Aufstieg in die Bundesliga. Doch mit jedem starken Auftritt wie dem gegen Dynamo weckt der Flügelflitzer mehr Begehrlichkeiten auf dem Transfermarkt - die große Frage lautet daher: Wie lange bleibt Zoma dem FCN noch erhalten?
Chatzialexiou: „Andere wirtschaftliche Stabilität“
Joti Chatzialexiou hatte immer wieder betont, Zoma nicht verkaufen zu wollen, jüngst hatte der Verein öffentlich ein exorbitantes Preisschild für den vielfach umworbenen Angreifer verhängt. Nach dem Spiel gegen Dresden erklärte der Nürnberger Sportvorstand am Sky-Mikrofon: „Wir wissen, was wir an ihm haben. Wir wissen, dass er einen hohen Wert für unsere Mannschaft hat und die anderen wissen, glaube ich auch, dass er kein günstiger Spieler ist.“ Weiter sagte er: „Wir wollen mit einer schlagkräftigen Truppe in die Saison gehen. Das ist für uns das Nonplusultra. Ich musste in den letzten zwei Jahren immer wieder verkaufen, damit wir hier die Maschinerie aufrechterhalten. Jetzt haben wir eine andere wirtschaftliche Stabilität und entsprechend gehen wir auch die nächsten drei Wochen an.“
Worte, die allen, die es mit dem 1. FC Nürnberg halten, Hoffnung machen dürften. Selbige nährte auch Miroslav Klose. Angesprochen auf einen möglichen Wechsel Zomas sagte der Nürnberger Cheftrainer: „Damit beschäftige ich mich Nullkommanull. (...) Ich weiß, dass er sich hier sehr wohl fühlt und eine Mannschaft hat, die ihm das täglich sagt. Dass er gut ist, dass er wichtig für uns ist. Er fühlt sich hier pudelwohl und ich habe nicht das Gefühl, dass er irgendwo hinwill.“ Allerdings wisse Klose auch, „wie schnell Fußball ist. Da kommen die Großen und es kann schnell gehen, deshalb schließe ich sowas nicht aus.“ Dennoch sei der Coach hinsichtlich der Situation um seinen torgefährlichsten Angreifer „total entspannt.“
Zoma bleibt vage
Und Zoma selbst? Der manövrierte sich gekonnt durch den Fragenhagel. Einerseits dürften seine Äußerungen den Fans Hoffnung machen, ein klares Bekenntnis vermied er in der Mixed Zone nach dem Spiel gegen Dresden aber: „Ich kann nicht sagen, dass ich nicht bleiben will, denn ich fühle mich sehr gut. Für den Moment konzentriere ich mich auf die Liga, nächste Woche haben wir ein sehr gutes Spiel, das Derby. Wir konzentrieren uns auf dieses Spiel.“
Dass der FCN mit Andrea Ceresoli jüngst einen weiteren Italiener verpflichtete, habe jedenfalls keinen Einfluss auf seine Entscheidung: „Ich fühle mich mit jedem (Mitspieler, d. Red.) gut, nicht nur weil Andrea jetzt gekommen ist. Das ist kein Grund. Wenn ich bleibe, bleibe ich, wenn ich gehe, gehe ich.“ Knapper, aber ebenso unkonkret fiel Zomas Antwort auf die Nachfrage von Sky aus, ob ein Verbleib in Nürnberg realistisch sei: „Warum nicht?“, sagte er lediglich.

