Nürnberg - Wo könnte der 1. FC Nürnberg spielen, während das Max-Morlock-Stadion umgebaut wird? Diese Frage beantworteten Fans auf Instagram, Facebook und in unseren Kommentaren. Die sinnvollsten und kuriosesten Antworten.

Der 1. FC Nürnberg bekommt ein neues Stadion. Und: Der 1. FC Nürnberg braucht ein neues Stadion, nämlich für die Zeit des Umbaus. Ein Umbau im laufenden Betrieb sei zwar grundsätzlich möglich, dennoch möchte man diese Option beim Club nach Möglichkeit vermeiden. Entsprechend läuft derzeit die Suche nach einem Ausweichstadion oder nach einem Standort für ein Interimsstadion.

Regensburg, Fürth oder Liverpool: Mögliche Ausweichstadien

Bei einem Ausweichstadion würde der 1. FC Nürnberg ein bereits bestehendes Stadion in der Region nutzen. Hier stehen insbesondere die Spielstätten des FC Ingolstadt, des SSV Jahn Regensburg, des FC Augsburg und des Münchner Olympiastadions zur Debatte. Eine Verlagerung in eine andere Stadt stößt aber auf Protest bei den Fans: Die Anfahrt aus Nürnberg würde mindestens 90 Kilometer betragen. Zudem weisen die beiden nahegelegenen Optionen, nämlich die Stadien in Ingolstadt und Regensburg, nur eine Kapazität von gut 15.000 Zuschauern auf – das entspricht nicht einmal der Hälfte des Nürnberger Zuschauerschnitts bei Heimspielen.

Auf den sozialen Kanälen von nordbayern.de sowie in der Kommentarspalte auf der Seite gaben Fans auch (teils kuriose) eigene Vorschläge ab, wo der 1. FC Nürnberg die Bauzeit überbrücken könnte. Einige Fans sprechen sich dabei für die Spielstätte des Erzrivalen aus. „Im Ronhof, das wäre am sinnvollsten und einfachsten. Und kostengünstig. Wie verbohrt, blöde und eingebildet muss man sein, diese Möglichkeit nicht zu nutzen?“, schreibt ein Fan auf Facebook. Ein weiterer User kommentiert: „Mal nüchtern betrachtet wäre das eine sinnvolle Lösung. Wenn ich dagegen von Ansbach, Ingolstadt oder München lese, ist Fürth doch eher ein Heimspiel.“

Noch nachhaltiger und langfristiger denkt ein anderer FCN-Anhänger: „Das Beste wäre ein neues Stadion zwischen Fürth und Nürnberg für beide Städte gewesen. Wozu braucht jede Stadt mit Zweitligisten ein Stadion.“ Als Argument führt ein anderer User an: „Warum können sich die Greuther und der Club nicht ein Stadion teilen? 280 Millionen Euro für knapp 20 Spiele im Jahr und den Rest der Zeit steht das Stadion nur rum, ist nicht ganz nachvollziehbar.“ Dem ist allerdings entgegenzuhalten, dass das neue Max-Morlock-Stadion als Multifunktionsarena geplant ist, sodass es auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden kann.

Den wohl kuriosesten Vorschlag für ein Ausweichstadion bringt ein Fan auf Facebook: „Wie wäre es mit der Anfield Road in Liverpool? Wenn schon unnötig weit weg fahren, dann richtig.“

Losgelöst von der Kritik an mitunter weiten Fahrzeiten zu den Heimspielen, ist die Prüfung einer Ausweichspielstätte ohnehin Pflicht für den 1. FC Nürnberg: Die Deutsche Fußball-Liga verlangt vom Verein auch beim Bauen im laufenden Betrieb die Benennung einer Ausweichoption – für den Fall, dass es auf der Baustelle zu Komplikationen kommt.

Interimsstadion am Flughafen, am Volksfestplatz oder im Garten?

Als weitere Option stehen Interimsstadien in Nürnberg zur Debatte. Der Passus, dass man ein temporäres Stadion im Stadtgebiet nicht weiter verfolge, wurde aus dem finalen Beschlusstext entfernt. Das Zeppelinfeld, nach Ansicht eines Users „die beste Lösung innerhalb des Stadtgebiets“ wurde bereits ausgeschlossen und kommt nicht mehr in Frage. Die Begründung geht aus einer Pressemitteilung aus dem Rathaus hervor: „Der historisch bedeutende Lern- und Begegnungsort lässt sich nicht mit einer Nutzung vereinbaren, die die Fläche über Jahre hinweg belegen und ihrem eigentlichen Zweck entziehen.“

Stattdessen brachte die CSU-Fraktion den Flughafen als möglichen Standort ins Spiel, der insbesondere in Sachen Infrastruktur mehrere Vorteile mitbringt. „Neben dem Flughafen sind ordentlich freie Wiesen, Anbindung super, Parkplätze kein Problem und relativ einfach wieder zum kultivieren“, schreibt ein FCN-Fan auf Instagram. Ein anderer hält dagegen: „Was dafür Natur geopfert werden müsste, ist Dir nicht bewusst oder egal? Dann könnte man ja auch die Kalchreuther Kirschgärten abholzen und dort bauen.“

Die weiteren Vorschläge in den sozialen Medien reichen von realistisch bis absurd. In letztere Kategorie dürfen folgende Kommentare eingeordnet werden: „Mein Vorschlag wäre, einen der beiden großen Dutzendteichweiher für die Zeit trocken zu legen und darin das provisorische Stadion zu bauen. Es müsste keine zusätzliche Infrastruktur geschaffen werden“ oder „unterirdisch in einem U-Bahn-Verteiler“. Ein freundliches, letztendlich aber wohl doch eher ungeeignetes Angebot unterbreitet ein Fan auf Facebook: „Hab noch Platz im Garten. Bahnlinie fußläufig erreichbar, müsste halt noch ein kleiner Bahnhof gebaut werden.“

Unter den weiteren Vorschlägen werden unter anderem eine freie Fläche im Knoblauchsland, die „Fläche beim McDonalds in der Regensburger Straße“ und Freiflächen in Lichtenreuth, an denen ein Campus der TH Nürnberg entstehen soll, genannt. Häufig wird auch der Volksfestplatz als Standort für ein mögliches Interimsstadion vorgeschlagen: „Warum nicht der Volksfestplatz? Liegt in Sichtweite des jetzigen Stadions, Anfahrtswege sind bekannt und können weiterhin genutzt werden.“ Sämtliche Optionen sollen bis zum Ende des Jahres geprüft werden.