
Am 11. Juni lädt der Deutsche Tierschutzbund anlässlich des Aktionstages „Kollege Hund“ Unternehmen dazu ein, Hunde am Arbeitsplatz willkommen zu heißen. Mit der Initiative möchte der Verband zusammen mit der Futtermarke Cesar für mehr Akzeptanz von Hunden in der Arbeitswelt werben.
Das habe laut Tierschutzbund nämlich Vorteile für Zwei- und Vierbeiner. Der Hund ist weniger alleine und der Mensch erlebt seinen Arbeitstag als kommunikativer und entspannter: „Für viele Hunde bedeutet der Arbeitstag ihrer Bezugspersonen stundenlanges Alleinsein oder Fremdbetreuung. Dabei sind sie auf soziale Kontakte und die Nähe ihrer Menschen angewiesen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wenn Hunde am Arbeitsplatz willkommen sind, verbessert das die Lebensqualität von Mensch und Tier gleichermaßen. Gleichzeitig fördern hundefreundliche Unternehmen eine moderne Arbeitskultur. Sie schaffen zudem bessere Voraussetzungen dafür, dass auch Tierheimhunde ein neues Zuhause finden, da sich Hundehaltung und berufliche Tätigkeit besser vereinbaren lassen.“
Das Unternehmen „Mars Petcare“, welches hinter Tierfuttermarken wie Pedigree, Whiskas, Sheba, Kitekat, Frolic, Cesar oder Chappi steckt, hat anlässlich des Aktionstages Zahlen zur Bedeutung haustierfreundlicher Büros veröffentlicht. Dafür wurden im April 2026 in Zusammenarbeit mit Censuswide 1000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland befragt. Demnach
- würden 57 Prozent der Befragten für ein haustierfreundliches Büro einen Jobwechsel in Betracht ziehen
- priorisieren mehr als 38 Prozent entsprechende Regelungen gegenüber klassischen Zusatzleistungen wie Rabatten oder Gratis-Snacks
- sagen 80 Prozent, dass Haustiere zu einer entspannteren Atmosphäre am Arbeitsplatz beitragen
Mehr Effizienz mit Hund im Büro?
Der Bundesverband Bürohund e.V. wirbt ebenfalls seit einigen Jahren dafür, dass Unternehmen Hunde am Arbeitsplatz gestatten und belegen dies mit diversen Studien.
So beruft sich der Verband unter anderem auf eine Erhebung aus dem Jahr 2012 von Matt Christensen, damals Doktorand für Psychologie an der Central Michigan University. Dieser hat zum Thema effizientere Teamarbeit durch Hunde im Büro 120 Menschen in vier Gruppen eingeteilt, mit dem Auftrag einen fünfzehnsekündigen Werbespot zu kreieren. Zwei Gruppen mit Hund, zwei Gruppen ohne Hund. Getestet wurden die Verhaltensweise, die Zufriedenheit und die Leistung der Teilnehmer.
Der Beginn der Arbeit war bei allen Gruppen identisch: holpriger Smalltalk. Allerdings änderte sich dies bald in den Gruppen mit Hundesupport. Hunde sorgten dafür, dass man ein Thema hatte und sich allgemein sicherer und wohler fühlte. Die Gruppen mit Hunden hätten deutlich lebhaftere Diskussionen und auch tiefere Gespräche gehabt, als die Gruppen ohne Hunde.
Die Gruppen mit Hunden hätten dabei nachweislich ein höheres Maß an zwischenmenschlicher Interaktion und, laut eigener Aussage der Teilnehmenden, mehr Zufriedenheit im Team verspürt.
Der dadurch entstandene Gruppenzusammenhalt wird damit erklärt, dass jedes einzelne Mitglied einen stärkeren Bezug zu einem Hund aufbauen kann, als zu einem Kollegen. Allerdings kann jeder der Kollegen zugleich einen Bezug zum Hund aufbauen, der dann de facto als Verbindungsglied zwischen den Menschen fungiert.
Letzten Endes haben alle Gruppen während des Experiments das Ziel erreicht. Jedoch war die Zusammenarbeit, der Austausch und die Stimmung in den Gruppen mit Hunden sehr viel besser. Die Arbeit begann schneller und war effizienter.
Christensen sagte dazu: „Wenn man die Möglichkeit bekommt, über etwas Besonderes zu sprechen, entsteht eine Art gemeinsame Identität und ein stärkerer Zusammenhalt. Hunde fungieren als ‚Stressabbauer‘ für die Mitarbeiter und beeinflussen die allgemeine Stimmung in der Gruppe positiv.“
Weitere Studien liefern Hinweise auf einen besseren Schutz vor Stress und Burnout sowie geringere Krankenstände und ein höheres Maß an Kreativität durch die Anwesenheit von Tieren im Büro. Die genannten wissenschaftlichen Untersuchungen findest du hier.
Hund am Arbeitsplatz - so fühlen sich Mensch und Tier im Büro wohl
Der Tierschutzbund gibt außerdem Tipps, was es zu beachten gilt, wenn man einen Hund mit zur Arbeit nehmen möchte, sodass dies nicht zum Stressfaktor für Zwei- oder Vierbeiner wird. Oberste Priorität müsse dabei stets das Wohlbefinden und die Sicherheit aller Mitarbeitenden sowie ein gesundes und hygienisches Arbeitsumfeld haben, so der Tierschutzbund.
Der Arbeitgeber sowie die Kolleginnen und Kollegen müssen ihre Zustimmung gegeben haben und festgelegte Rahmenbedingungen müssen respektiert werden. Der Tierschutzbund empfiehlt daher dem Arbeitgeber eine Einwilligungserklärung für Mitarbeitende auszuhändigen und unterschreiben zu lassen, bevor der Hund das erste Mal mit ins Büro gebracht wird. Dabei sollte auch geklärt werden, ob es unter den Kollegen Personen mit Allergien oder Ängsten gibt. Hundehalter sollten auch dringend schauen, ob ihr Tier für den Büroalltag geeignet ist und sich fragen:
- Ist mein Hund stubenrein?
- Ist mein Hund gut sozialisiert, mit Menschen sowie gegebenenfalls mit anderen Hunden?
- Hat mein Hund von Natur aus ein ruhiges und freundliches Wesen?
- Hört er gut auf meine Befehle, auch in Stresssituationen?
- Ist mein Hund sauber, gepflegt und gesund (dazu gehören Impfungen sowie der Check auf Zecken, Flöhe und andere Parasiten)?
- Ist mein Hund gechippt und registriert (falls er weglaufen sollte)?
- Habe ich eine Haftpflichtversicherung für den Hund, welche eventuelle Schäden an Personen oder Material deckt?
Das braucht der Hund im Büro
Für einen entspannten Arbeitstag sollte der Hund am Arbeitsplatz einen ruhigen Rückzugsort mit Decke oder Hundekorb sowie jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben. Auch während der Arbeit sollte es Möglichkeiten zur Bewegung und/oder zur Beschäftigung geben. Gemeinsame Spaziergänge in den Pausen tragen zusätzlich dazu bei, dass sich der tierische Kollege wohlfühlt.
„Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag“
Ein weiterer Aktionstag zum Thema findet am 26. Juni 2026 statt. Dann ist weltweiter „Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag“. Der Tag wurde ursprünglich durch Pet Sitters International, der größten überregionalen Vereinigung von Tier-Sittern, ins Leben gerufen. Zu diesem besonderen Tag heißen auch deutsche Unternehmen ihre Mitarbeiter mit ihrem entspannten Hund willkommen. Über 480 Unternehmen machen laut der Bürohundekarte der Veranstalter bereits mit, darunter auch einige im Großraum Nürnberg.

