Nürnberg - Den meisten Menschen ist klar: Zu viel Sonne auf der Haut kann zu Sonnenbrand und Hautkrebs führen. Doch was viele nicht wissen: Auch für manche Hunde und Katzen ist zu viel UV-Strahlung ein Problem.

Wenn die Sonne vom Himmel brennt und man sich länger draußen aufhalten möchte, führt an Sonnencreme kein Weg vorbei - da sind sich Experten einig. Denn eine zu hohe Belastung mit UV-Strahlung birgt schwere gesundheitliche Risiken: In deutschen Krankenhäusern sind zuletzt fast doppelt so viele Menschen mit Hautkrebs behandelt worden wie noch vor 20 Jahren. 2024 waren es 120.100 stationär mit Hautkrebs behandelte Patienten und damit 95 Prozent mehr als 2004, wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Doch wie ist die Lage bei Tieren? Können auch Hunde und Katzen Sonnenbrand bekommen und wenn ja, wie schütze ich sie?

Sonnenbrand - auch Hunde und Katzen können ihn bekommen

Laut dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ist der wichtigste Risikofaktor für fast alle Hautkrebsarten UV-Strahlung (ultraviolette Strahlung). Konsequenter Sonnenschutz – unter anderem durch Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor – wird deshalb dringend empfohlen. Das gilt unter Umständen auch für Tiere - denn auch Tierhaut wird von der Sonne angegriffen - doch nicht jede Rasse ist gleich gefährdet.

Diese Körperteile sind besonders anfällig für Sonnenbrand

Das Fachportal für Pharmazeutisch-technische Assistenten PTA heute schreibt: „Hunde und Katzen mit weißem Fell, wenig Behaarung, sehr kurz geschorenem Fell oder bestimmten Vorerkrankungen sind besonders gefährdet“. Auch die natürlich eher spärlich behaarten Körperteile wie Nase, Ohren, der Bereich um die Augen oder auch der Bauch: Manche Tiere liegen besonders gerne auf dem Rücken in der Sonne. Die meist unbehaarte Bauchgegend ist dann viel Sonnenlicht ausgesetzt, was einen Sonnenbrand wahrscheinlicher macht.

Sonnenbrand bei Tieren: Diese Rassen sind besonders gefährdet

Weißhaarige und kurzhaarige Tierrassen sind besonders sonnenbrandgefährdet, so PTA heute. Das betreffe vor allem die Rassen Dogo Argentino, weiße Bulldoggen, Dalmatiner, Boxer, Whippet, Beagle sowie weiße und mehrfarbige Katzen mit weißem Fell im Kopfbereich besitzen lichtempfindliche Haut. Das betrifft natürlich auch alle Nackthunde und Nacktkatzen, denen das teils schützende Fell komplett fehlt. Die UV-Strahlung dringt bis auf die empfindliche Haut und kann dort Sonnenbrände verursachen. Jedoch kommt es auch auf die Hautpigmentierung an. Dunklere Tiere sind besser geschützt. In jedem Fall sollten Tierhalter sonnenempfindlicher Rassen ihren Vierbeiner vor UV-Strahlung schützen.

Schatten oder spezieller Sonnenschutz

Gegenüber dem SR 3 empfiehlt Tierärztin Astrid Bernardi, genau wie beim Menschen, der beste Schutz vor Sonnenschäden das Meiden der Sonne. So sollte möglichst immer ein schattiges Plätzchen zur Verfügung stehen. Ist das nicht möglich oder liegt das Tier einfach freiwillig gern in der prallen Sonne, gilt es Sonnenschutz zu verwenden. Aber Achtung, dabei gibt es einiges zu beachten:

Spezielle Sonnencreme für Hunde

Es gibt extra Sonnencreme für Hunde und Katzen. Das ist unter anderem nötig, weil Hundehaut einen anderen pH-Wert habe, als die der Menschen, so Bernardi. Herkömmliche Sonnencreme könne außerdem zu Magenproblemen bei den Vierbeinern führen, wenn sie die Creme ablecken. Nur wenn vor Ort nichts anderes zur Hand hat, gehe zur Not auch Mal der Sonnenschutz für Menschen, erklärt die Tierärztin: „Mindestens Lichtschutzfaktor 30. Zwar birgt das Ablecken der Sonnencreme ein gewisses Risiko, insgesamt sei das aber immer noch besser als gar kein Sonnenschutz, sofern dieser dringend benötigt wird.

Wie erkenne ich einen Sonnenbrand bei Hund und Katze - und was tun?

Falls es, beim Urlaub am Strand oder dem Wandern in den Bergen doch mal zu einem Sonnenbrand, beispielsweise auf der Hundenase kommt, gelten ähnliche Regeln wie beim Menschen auch, so Bernardi gegenüber dem SR 3: „Kühlen, Sonne meiden, gegebenenfalls einen Quarkwickel machen - und Aloe Vera ist auch immer gut.“ PTA heute rät zudem: Handelt es sich um eine sehr schwere Verbrennung, sollte der Tierarzt oder die Tierärztin kontaktiert werden, um etwa eine entzündungshemmende Behandlung mit Cortison-Präparaten zu verabreichen.

Wichtig: Dem Tier keinesfalls herkömmliche Schmerzmittel verabreichen!