
Mit großer Spannung war die Vollsperrung der Brennerautobahn, der wichtigsten Transitroute auf dem Weg von Deutschland über Österreich nach Italien, erwartet worden. Mitten in den bayerischen Pfingstferien geht auf der Strecke am 30. Mai für mehrere Stunden nichts. Unter anderen der ADAC hatte zuvor vor einem großen, drohenden Verkehrschaos gewarnt. Sogar das Auswärtige Amt hatte die Sperrung in seine Reise- und Sicherheitshinweise aufgenommen.
Nun ist die Komplett-Sperre des Brennerpasses für den Transitverkehr ist seit 11 Uhr in Kraft. Die Sperre dauert auf österreichischer Seite bis 19 Uhr, auf italienischer Seite bis 20 Uhr. Sie gilt für die Brenner-Autobahn und sämtliche Nebenstrecken. Anlass der Sperre ist eine Protestaktion auf der Brenner-Autobahn. Dort wollen Bewohner der Region gegen die Verkehrsflut demonstrieren.
Fast elf Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Damit ist die Strecke die verkehrsreichste Nord-Süd-Verbindung der Alpen.
Die Polizei hatte dazu aufgerufen, Tirol während der Sperre weiträumig zu umfahren. Damit soll ein Verkehrschaos vermieden werden. In den Stunden vor der Sperre war der Verkehr praktisch problemlos über den Brenner und durch Tirol gerollt. Verkehrsexperten sprachen von einer überraschend ruhigen Verkehrslage. „Es ist im Moment ruhiger als sonst“, sagte ein ÖAMTC-Sprecher mit Blick auf Pfingst-Reisewochenenden in den Vorjahren. Die Stau-Experten hatten damit gerechnet, dass viele Reisende versuchen würden, Tirol noch Samstagfrüh zu durchfahren, kurz bevor die Sperre am Vormittag in Kraft tritt.
Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, erwartet die Polizei auf der deutschen Seite nun mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen am Abend, nachdem die Strecke wieder freigegeben wurde.