Nürnberg - Nürnbergs Eisdielen sind mit frischen Ideen zurück aus der Winterruhe und starten wieder in die Eissaison. Auch in diesem Jahr haben sie neben Klassikern wie Vanille und Schokolade neue Sorten im Sortiment.

Sommer, Sonne, Eiscreme: Die steigenden Temperaturen locken Groß und Klein nach draußen - und zu einem sommerlichen Tag an der frischen Luft gehört für viele auch eine kühle Erfrischung - also ein Eis in der Hand. Jedes Jahr finden sich in den Auslagen der Eisdielen neue Sorten - manche klingen klassischer, manche ausgefallener. Wie sieht es heuer in Nürnbergs Lokalen aus? Wir haben uns umgehört.

Miso-Karamell mit schwarzem Sesam, Gerstengras-Zitrone, Zitrone-Olivenöl oder weiße Schokolade mit Physalis - das sind nur einige Geschmacksrichtungen, die die Eisdiele Eis im Glück 2026 neu im Sortiment hat. Etwa Brombeere-Haselnuss oder Marzipan-Zitrone-Salbei erweitern das Angebot zudem. Damit nicht genug: „Weitere kommen nach und nach dazu“, sagt Michael Medrea von Eis im Glück.

Trotz all dieser eher außergewöhnlicheren Sorten und der Kreativität, für die Eis im Glück in der Region bekannt ist, bilden Klassiker wie Vanille und Schokolade nach wie vor das Fundament. Sie erfreuen sich weiter an Beliebtheit. Doch was wollen eigentlich die Gäste? Die Inhaber von Eis im Glück beobachten, dass die Nachfrage nach natürlichen Zutaten und veganen Sorten immer weiter steigt. Außerdem würden immer mehr Kundinnen und Kunden auf die Kombination aus Süß und Salzig zurückgreifen, so Medrea. Die Zeiten, in denen Portion Eis für unter einem Euro erhältlich war, sind offensichtlich längst vorbei. So auch bei Eis im Glück. Für eine Kugel zahlen Eisliebhaber hier aktuell 2,30 Euro.

Klassiker wie Vanille und Schokolade kommen auch bei Der kleinen Eismanufaktur, die erst kürzlich nach Fürth expandiert ist, gut weg. Aber auch exotischere Sorten wie die hauseigene Sorte Kokos-Chaos probieren Kundinnen und Kunden gerne. Hierbei handelt es sich um ein veganes Eis auf Kokoscreme-Basis mit einem Mango-Swirl. Seit einigen Jahren herrsche zudem eine „gewisse Verrücktheit“ rund um Pistazien, heißt es von Der kleinen Eismanufaktur auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Erinnere man sich an den Hype um die sogenannte Dubai-Schokolade im Jahr 2024 - das ließ damals auch die Preise steigen. In Der kleinen Eismanufaktur bekommen Kundinnen und Kunden derzeit eine Kugel für 2,40 bis 2,60 Euro - je nach Sorte variiert der Preis.

Eissaison 2026 ist gestartet: Was in diesem Jahr im Trend liegt

Im Eiscafé Il Gelato konzentriert man sich hingegen weiter auf klassischere Eissorten: „Wir sind ja so generell nicht der Trendsetter, was immer neue Geschmäcker angeht“, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion. Das Motto: „Warum ändern, was gut ist?“ Auf die Qualität der Produkte und deren Inhaltsstoffe käme es an.

Und dennoch: So ganz kann sich auch das Il Gelato, das 2025 beim Nordbayern-Voting den ersten Platz erreichte, den Trends nicht entziehen. „Was auf jeden Fall vermutlich dieses Jahr vermehrt auftreten wird, werden Matcha-Kombinationen sein.“ Ebenfalls in der Vitrine finden sich Sorten wie vegane Bitterschokolade, salziges Karamell, weiße Schokolade mit Pistazie, Praline, Erdnuss-Schoko oder auch Zitrone-Basilikum. Wie seine Mitstreiter merkt auch das Eiscafé Il Gelato, dass die Preise für etwa Lebensmittel und Personal steigen. Die Folge: Die Preise für die Kugel Eis müssen ebenfalls angepasst werden. Im Fall von Il Gelato bedeutet das, dass heuer 2,10 Euro pro Kugel für Kundinnen und Kunden fällig werden.

Die generellen Eistrends 2026: Weniger Industriezucker, mehr vegane Varianten

Dem Gastronomie-Blog GGM Blog zufolge decken sich die Trends in Nürnberg mit denen der Branche generell. So fragen Kundinnen und Kunden zunehmend nach Qualität statt Quantität - das heißt auch: natürliche Zutaten statt künstliche Zusatzstoffe. Dem Blog zufolge gewinnt etwa Eis ohne Industriezucker an Bedeutung. Natürliche Süßung mit etwa Datteln, Kokosblütenzucker oder einfach nur Fruchtzucker sind beliebt. Genauso wächst die Nachfrage nach veganen Alternativen. Suchte man vor einigen Jahren oft noch vergeblich nach einem pflanzenbasierten Eis hinter der Glasscheibe, bietet heute nahezu jedes Eiscafé mindestens ein Sorbet an.

Nürnbergs Eisdielen machen es vor: Ausgefallenere Kombinationen innerhalb einer Sorte sind in. Außerdem kommen dem Fachblog zufolge Eissorten, die eine Geschichte erzählen, gut an. So wecken beispielsweise Apfelstrudel-, Germknödel- oder auch Punschkrapferl-Eis bei vielen Erinnerungen an etwa die Küche der Großeltern. Dass der Pistazienboom heuer aufhört, glaubt auch GGM Blog aktuell nicht.

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