Nürnberg - Death Metal trifft auf die unendlichen Weiten des Alls: Am Freitag (22. Mai 2026) wird es laut im Nürnberger Planetarium - dann findet das Nebular Nightmare statt. Das steckt hinter der außergewöhnlichen Event-Idee.

„Wenn extreme Musik auf den unendlichen Kosmos trifft, entsteht ein außergewöhnliches Konzerterlebnis“, schreibt die Stadt Nürnberg in einer Pressemitteilung zum Event unter dem Titel „Nebular Nightmare“. Und das Wort „außergewöhnlich“ trifft es gleich in mehrerlei Hinsicht, denn nicht nur das Konzert selbst sondern auch die Geschichte dahinter ist durchaus außergewöhnlich.

Am Freitag, 22. Mai, werden unter der Kuppel des Nicolaus-Copernicus-Planetarium zwischen 20 und 23 Uhr drei Metalbands auftreten. Ihr brachialer Sound wird dort mit den immersiven Bildern unter der Sternenkuppel in Szene gesetzt. „Jede Band hat sich etwas Eigenes ausgedacht“, erklärt Mohammed Asfour alias „Mado“, Frontmann der Nürnberger Death-Metal-Formation Stillborn Soiled, eine der drei Bands, die sich dort am Freitagabend die Ehre geben werden. Was genau die Projektionen zeigen werden, verrät er noch nicht.

Asfour arbeitet im Nürnberger Planetarium und ist einer der Ideengeber für die Veranstaltung, in dessen Vorbereitung er schon seit Monaten viel Herzblut steckt. Für ihn dürfte das Konzert in vielerlei Hinsicht besonders sein: Einerseits verknüpft es seinen Job mit seiner Leidenschaft für Musik. Andererseits zelebriert der Auftritt seine besondere Verbindung zur Nürnberger Metalszene.

Ob in Damaskus oder Nürnberg - die Leidenschaft für Metal blieb

Mado kam vor mehr als zehn Jahren aus Syrien nach Deutschland. Er floh aus Syrien vor Bürgerkrieg und Oppression durch den diktatorisch regierenden Staatspräsidenten Baschar al-Assad. Doch der Krieg war nicht der einzige Grund: Metalfan ist er schon seit seiner Jugend, die er in Damaskus verbracht hat. Auch dort gab es eine Metalszene. So lebendig und frei wie hier in Deutschland, war diese allerdings nicht. „Metalfans galten im Prinzip als Satanisten, Konzerte fanden meist heimlich und nur privat statt. Manchmal gab es auch Verhaftungen“, erinnert sich der inzwischen 29-Jährige. „Mein größter Traum war es, selbst als Teil einer Metalband auf der Bühne zu stehen“. Auch das bewegte ihn dazu, seine Heimat zu verlassen.

Die ersten Kontakte zur hiesigen Szene knüpfte er in unter anderem in der berühmt-berüchtigten Kneipe Bela Lugosi und auf Konzerten einiger lokaler Bands. Schon damals teilte er seine Musik und Gesangsproben im Internet, und so kam eins zum anderen: 2016 stieg er bei der Nürnberger Sludge-Doom-Band Smog als Sänger ein. Im Jahr 2020 mitbegründete er zudem die Band Klendathu, die sich stilistisch dem Death Metal und Grindcore verschreibt. 2023 folgte dann das Death Metal Projekt Stillborn Soiled, mit welchem er als Frontmann am 22. Mai die Kuppel des Planetariums mit sludgigen Riffs, schweren Grooves und aggressivem Gesang zum Erzittern bringen wird.

Maat und Anomic ergänzen das Line-Up

Mado hat noch zwei weitere Bands eingeladen, die perfekt in das Konzept des Nebular Nightmare passen und den Abend abrunden: Anomic und Maat ergänzen das Line-Up. Bei Anomic aus den Niederlanden stehen ebenfalls mehrere Bandmitglieder mit syrischem Background auf der Bühne - beziehungsweise unter der Kuppel. Die 2023 gegründete Band liefert den maximal 200 Zuschauern, die das Planetarium fasst, eine Mischung aus Thrash- und Death Metal.

Zudem dürfen sich Besucher des Nebular Nightmare auf Maat aus Berlin freuen: Der Name der fünfköpfigen, 2009 gegründeten Death-Metal-Band, stammt von einer altägyptischen Gottheit, die für Gerechtigkeit, Weltordnung und Wahrheit steht. Ägyptische Mythologie spiegelt sich auch in Klang und Texten von Maat wider, welche gekonnt mit der druckvoller Intensität und atmosphärischer Tiefe verknüpft werden.

Neues Programm - alte Regeln

Tickets für das Nebular Nightmare gibt es für 30 Euro über die Webseite des Planetariums und an der Abendkasse. Einlass ist ab 19 Uhr.

Eine weitere Besonderheit des Musikevents und wohl eher untypisch für die gemeine Heavy-Metal-Show: Die Fans werden sitzen und Getränke sowie Essen vor der Bühne sind nicht erlaubt. Schließlich gelten im Planetarium weiterhin die normalen Hausregeln. Zum Bestaunen der visuellen Showeinlage unter der Kuppel des Planetariums ist das aber wohl auch die deutlich bequemere Wahl - wird der Nacken immerhin nur vom Headbangen und nicht vom Stehend-an-die-Decke-Starren strapaziert.