Nürnberg/Fürth - Diesen Tag fürchten wohl alle, die ein Haustier haben: Den Tag, an dem es stirbt. Wie kann ich mein Tier würdevoll verabschieden? Diese Optionen in der Region gibt es.

Egal ob Hamster, Hund, Katze, Vogel oder Pferd: Wenn der Tag gekommen ist, an dem der tierische Freund gehen muss, tut das meist schrecklich weh. Und auch wenn man den Gedanken daran gerne so lange wie möglich verdrängt, stehen viele Tierbesitzer irgendwann vor der Frage: Was soll mit meinem Haustier passieren, nachdem es gestorben ist? Wenn das Tier beim Tierarzt gelassen wird, landen die Kadaver oft in der kommunalen Tierbeseitigung oder Tierverwertungsanstalt. Dort wird das verstorbene Tier zusammen mit Schlachtabfällen zu Tierfett oder Tiermehl weiterverarbeitet. Für Haustierbesitzer kostet die Tierverwertung zwischen 20 und 30 Euro.

Die Vorstellung, dass das geliebte Haustier einfach „entsorgt“ wird, löst bei vielen jedoch blankes Grauen aus - schließlich ist es für die meisten nicht nur ein Haustier, sondern ein Familienmitglied, dem man genauso auch die letzte Ehre erweisen möchte. Oft stellt sich dann die Frage:

Darf ich mein Tier im Garten beisetzen? Was, wenn ich keinen Garten habe? Kann ich es auch im Wald bestatten? Gibt es auch Tierfriedhöfe? Wie teuer sind Einäscherungen? Die Antworten auf diese Fragen und welche Optionen es in der Region Nürnberg für Tierhalter gibt, die ein Tier bestatten wollen, sind im Folgenden zu lesen.

Darf ich mein Tier im Garten beerdigen?

Laut dem Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. ist es in Deutschland erlaubt, verstorbene Haustiere im Garten zu begraben. Einzige Ausnahme ist das Bundesland Bremen. Allerdings gilt die Erlaubnis ausdrücklich nur für Kleintiere. Dazu gehören zum Beispiel Hunde, Katzen, Hamster, Kaninchen und Meerschweinchen. Außerdem dürfen Haustiere, die im eigenen Garten beigesetzt werden sollen, nicht an einer meldepflichtigen Krankheit verstorben sein. Nutztiere wie Pferde dürfen grundsätzlich nicht im eigenen Garten bestattet werden. Diese Regeln müssen bei der Tierbestattung im Garten beachtet werden:

  • Das Grab muss sich auf einem privaten Grundstück befinden. Mieter müssen beim Eigentümer des Grundstücks eine Erlaubnis einholen.
  • Das Grundstück, auf dem das Haustier beigesetzt werden soll, darf sich nicht in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet befinden.
  • Der Mindestabstand zwischen dem Grab und der Grundstückgrenze muss in den meisten Gemeinden ein bis zwei Meter betragen.
  • Das Grab muss mindestens 50 Zentimeter tief sein und nach der Beisetzung mit Erde geschlossen werden.
  • Das Haustier sollte in kompostierbares Material gehüllt werden, bevor es begraben wird.

Tierbestattungen im Wald

Es ist nicht erlaubt Haustiere in einem Wald oder auf einem Feld zu beerdigen. Dabei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, für welche Bußgelder drohen.

Tierfriedhöfe in Nürnberg und Fürth

Tierfriedhof Nürnberg

In Nürnberg gibt es einen Tierfriedhof, der vom Tierheim Nürnberg verwaltet wird. Der Tierfriedhof Nürnberg liegt am Rande der Stadt in einer Waldlandschaft mit zahlreichen heimischen Bäumen und Sträuchern, in der Stadenstraße 149 gegenüber des Tierheims.

Für die Bestattung stehen Grabstellen in verschiedenen Größen zur Verfügung. Sie werden mit einheitlichen Holztafeln für Name und Todestag des Tieres versehen. Auch eine anonyme Bestattung ist dort möglich. Die Gräber werden für die Dauer von 5 Jahren gemietet. Nach Ablauf dieser Zeit kann das Grab verlängert werden. Bei Auflösung wird der Platz weitervermietet.

Tierfriedhof Fürth

Im Gegensatz zum Tierfriedhof in Nürnberg betreibt der Friedhof des Tierschutzhauses Fürth e.V. auf seinem Gelände, Stadelner Hard 2b, einen Urnen-Tierfriedhof. Die Grabpflege muss der Tierbesitzer selbst übernehmen. Die Mindestlaufzeit für die Grabmiete beträgt zwei Jahre.

Die Preisspanne für die Beisetzung von Haustieren auf einem der Friedhöfe in Nürnberg und Fürth bewegt sich zwischen 180 und rund 525 Euro - abhängig von der Mietdauer des Grabes und der Größe des Tiers. Genaue Preisangeben lassen sich auf der Homepage vom Fürther Tierschutzhaus sowie auf der Webseite des Nürnberger Tierheims nachlesen.

Haustiere einäschern lassen

Auch für Tiere gibt es gesonderte Krematorien. In einem Tierkrematorium werden verstorbene Haustiere eingeäschert. Diese Art der Feuerbestattung ist für viele Tierarten, wie Hunde, Katzen, Pferde und andere Heimtiere möglich.

Bei der Kremierung über einen Tierbestattungsunternehmen werden trauernde Tierhalter von erfahrenen Tierbestattern auch emotional begleitet und müssen sich nicht selbst um die Bestattung kümmern. Das verstorbene Tier kann man nach Rücksprache entweder persönlich dort abgeben oder es abholen lassen. Nach der Einzelkremierung eines Tieres können Tierhalter frei über den Verbleib der Asche entscheiden. Die Asche kann zuhause in einer Urne aufbewahrt sowie zu einem individuellen Schmuckstück weiterverarbeitet werden. Nach Bestattungsauftrag vergehen im Schnitt ein bis zwei Wochen, bis zur Kremierung und der Aushändigung von Urne und Asche.

In den oft preislich günstigeren Gemeinschaftskremierungen werden mehrere Haustiere zusammen eingeäschert. Die Asche wird dann meist auf Naturflächen oder in Kremiergärten verstreut. Nach Absprache ist auch ein Beisein des Tierhalters bei der Kremierung möglich.

Tierbestatter in Nürnberg und der Region

Im Großraum Nürnberg sind aktuell zwei Tierbestattungsunternehmen tätig: Rosengarten Tierbestattungen und Anubis Tierbestattungen.

Die Preise richten sich auch hier nach Größe und Gewicht des Tieres, sowie nach Bestattungsform. Mindestens muss ein Kleintierbesitzer mit einem Betrag von 120 bis 140 Euro aufwärts rechnen. Kosten für Urnen oder andere Extras noch nicht mit einberechnet.

Viele Tierbestatter bieten auf Anfrage auch persönliche Andenken an das verstorbene Haustier an, beispielsweise Fotos, Pfotenabdrücke Schmuck oder andere Gedenkartikel.