
Immer mehr Städte reagieren auf steigende Tourismuszahlen und ergreifen Maßnahmen, weil der Status Quo für die Anwohner und Anwohnerinnen mitunter unhaltbar wird. So kündigte beispielsweise Sirmione im Süden des Gardasees an, Autos aus der Altstadt zu verbannen. Eine Gemeinde auf Mallorca strukturiert unterdessen ihr Parkraum-Konzept um, damit Einheimische Plätze finden, an denen sie ihre Pkw abstellen können.
Nun zieht Salzburg in Österreich nach. Wer künftig aus Bayern oder Franken einen Ausflug in die österreichische Stadt machen will, muss sich auf neue Regeln einstellen. Auch hier soll nämlich ab Juli der Pkw-Verkehr in der Innenstadt drastisch reduziert werden. Man wolle so gezielt gegen das Verkehrschaos im Sommer vorgehen, teilt die Stadt mit.
Dafür werde ab Juli die Durchfahrt für Pkw durchs Zentrum rund um die Staatsbrücke gesperrt (ab den Zufahrten Müllner Hügel, Neutor, Imbergstraße und Schwarzstraße/Höhe Makartplatz soll ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen greifen). Das gelte für alle Pkw, die von außerhalb des Salzburger Zentralraums kommen. Durch die Maßnahme sollen täglich rund 1000 Fahrten durch die Stadt wegfallen. Ähnliche Regelungen seien bereits aus Italien bekannt.
Salzburgs Bürgermeister, Bernhard Auinger, betont aber auch: „Bewohner:innen des Salzburger Zentralraums und der Wirtschaftsverkehr sind davon nicht betroffen!“ Konkret ausgenommen sind folgende Kennzeichen: S, SL, HA, BGL, BGD, REI, LF. Ebenso nicht betroffen sind Anlieger, Beschäftigte mit Arbeitsstätte in der Zone, Ladetätigkeit mit Lastfahrzeugen, Taxis und Mietwagen, Menschen mit Behinderung und Hotelgäste mit Buchungsbestätigung in der Zone.
Strenge Regeln für den Verkehr in Salzburgs Innenstadt: Polizei ahndet Verstöße
Die Polizei soll die Neuregelung laufend kontrollieren. Polizei-Landesverkehrsabteilungsleiter Thomas Schwaiger sagt hierzu: „Wir werden diese Verordnung im Rahmen der polizeilichen Aufgabenerfüllung überwachen und, nach anfänglicher Bewusstseinsbildung, die festgestellten Übertretungen entsprechend den geltenden Bestimmungen ahnden.“
Wer dennoch von außerhalb die Innenstadt besuchen möchte, hat die Möglichkeit das Auto auf einem der Park-and-Ride-Plätze abzustellen. Von dort aus fahren öffentliche Verkehrsmittel in die Stadt. Ein Gruppentagesticket für bis zu fünf Personen kostet laut Angaben der Stadt 7,50 Euro. An der Messe stehen beispielsweise 3000 Stellplätze zur Verfügung.
Am 20. Mai muss der Gemeinderat die Verordnung noch final beschließen. Danach werde die nötige StVO-Verordnung erstellt. Parallel laufe die Vorbereitung einer Informationskampagne.