Nürnberg - Es gibt eine Sache, in der ist die abstiegsbedrohte SpVgg Greuther Fürth dem 1. FC Nürnberg überlegen. Was das ist, und was beim Frankenderby am Sonntag (Anpfiff um 13.30 Uhr) sonst noch wichtig wird, erfährst du hier.

Vor dem Frankenderby am Sonntag wird viel über die grundverschiedene Ausgangslage gesprochen. Hier ein Verein, der jüngst die 40-Punkte-Marke überschritten hat und zum Saisonabschluss im Niemandsland der Tabelle unterwegs ist. Dort ein Verein, der drei Spieltage vor Schluss auf dem vorletzten Platz und ums nackte Überleben kämpfen muss. Druck auf der einen, Entspannung auf der anderen Seite?

Die Ausgangslage

„‘Entspannt‘ würde ich es nicht nennen“, sagte Miroslav Klose und begründete: „Ich glaube, das wäre das falsche Zeichen. Wir wissen, wie wichtig das Derby für unsere Fans und für uns selbst ist. Wir müssen zeigen, dass wir es mehr wollen.“ Mehr brauchen wird es die SpVgg Greuther Fürth, die wohl bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib bangen muss. Der FCN hingegen rangiert mit 41 Zählern auf dem achten Tabellenplatz, sowohl die Aufstiegs- als auch die Abstiegszone sind nicht mehr zu erreichen.

Der Fakt zum Spiel

Beim Blick auf die Tabelle fällt auf: Nur drei Teams erzielten noch weniger Treffer als der 1. FC Nürnberg (40). Sogar das abstiegsbedrohte Kleeblatt durfte häufiger jubeln, profitiert aber auch maßgeblich von Unterschiedsspieler Noel Futkeu. Der Stürmer ist mit 16 Treffern zweitbester Torschütze der 2. Bundesliga und mit insgesamt 22 Scorer-Punkten an der Hälfte der Fürther Tore direkt beteiligt. Auch Routinier Felix Klaus spielt mit 16 Torbeteiligungen eine starke Saison und steht damit auf einem Level mit Nürnbergs bestem Offensivspieler Mohamed Ali Zoma. Der Club steht übrigens nach 31 Spieltagen bei drei Mittelstürmer-Toren.

Das Personal

Hier folgt das Problem: Mohamed Ali Zoma könnte auch für das Frankenderby ausfallen. Bis einschließlich Donnerstag konnte der junge Italiener nicht am Mannschaftstraining teilnehmen, ein Einsatz bleibt fraglich. Ansonsten kann Miroslav Klose aus dem Vollen schöpfen und dürfte die gleiche Elf ins Feld schicken, die zuletzt einen 1:0-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg eingefahren hat. Ein Fragezeichen steht hinter der Position im Sturmzentrum: Adriano Grimaldi, der gegen den FCM den Vorzug erhielt, würde Erfahrung und körperliche Präsenz ins Spiel bringen. Für Youngster Piet Scobel spräche dessen Laufstärke.

Der Gegner

Die SpVgg Greuther Fürth hat nur 33 Zähler auf dem Konto – allerdings auch nur zwei Punkte weniger als der zwölfte Platz, was für ein maximal enges unteres Tabellendrittel spricht. Das größte Problem der Fürther ist die Defensive: In 31 Spielen kassierte die Spielvereinigung satte 65 Gegentore, unter Trainer Heiko Vogel konnte sich der Abwehrverbund zuletzt aber stabilisieren. Am vergangenen Wochenende unterlag das Kleeblatt mit 1:2 beim VfL Bochum, Coach Vogel sah aber „kein so schlechtes Spiel“, es habe lediglich das Spielglück gefehlt.

Die Bilanz

Die wettbewerbsübergreifende Bilanz spricht zwar für den 1. FC Nürnberg, in der 2. Bundesliga konnte aber die SpVgg Greuther Fürth mehr Derby-Siege einfahren (11) als der Club (7). Elf Partien endeten unentschieden. In der jüngeren Vergangenheit konnte der 1. FC Nürnberg dieses Kräfteverhältnis etwas ausbessern und in den letzten drei Begegnungen ungeschlagen bleiben. In der Hinrunde trennten sich beide Teams mit einem 2:2-Remis: In einem Spiel, das insbesondere zu Beginn des zweiten Durchgangs Fahrt aufgenommen hat, verspielte der FCN zwei Führungen.

Die Eckdaten

Anpfiff ist am Sonntag um 13.30 Uhr im Sportpark Ronhof. PayTV-Sender Sky überträgt das fränkische Duell, alternativ stehen unter anderem von der ARD-Audiothek und dem Club Fanradio eine Audio-Berichterstattung bereit.