
Adriano Grimaldi und Piet Scobel kommen in der noch laufenden Saison gemeinsam auf 1958 Spielminuten im FCN-Dress. Drei Treffer sind ihnen dabei gelungen. Auch gegen den 1. FC Magdeburg sollte kein weiterer hinzukommen, immerhin aber machte der Club den Klassenerhalt endgültig dingfest. Nichtsdestotrotz offenbarte der knappe Erfolg über die Blau-Weißen einmal mehr, wo es bei den Franken - unter anderem - krankt: Im Sturmzentrum.
Sommer-Neuzugänge enttäuschen
Schon über die gesamte Saison ist die Mittelstürmer-Position die Nummer eins Baustelle im Team von Ex-Weltklasse-Angreifer Miroslav Klose. Der wiederum ließ wenig unversucht, doch keiner der klassischen Neuner, auf die der 48-Jährige phasenweise baute, wusste nachhaltig zu überzeugen. Nicht der als Sofortverstärkung angedachte Semir Telalovic und ebenso wenig Sturm-Talent Artem Stepanov. Beide kehrten dem Altmeister schon nach einer verkorksten Halbserie den Rücken - ohne für den Club auch nur einziges Mal in Liga zwei getroffen zu haben.
Das wiederum glückte Adriano Grimaldi recht zügig. Nach seinem viel umjubelten Siegtreffer gegen Bochum wartet der Routinier allerdings bereits seit September auf das nächste Erfolgserlebnis. Dennoch ist der inzwischen 35-Jährige, der beim FCN auch im kommenden Jahr noch Vertrag besitzt, mit über 1100 Spielminuten der meisteingesetzte Neuner. Zu selten jedoch schafft es, Grimaldi seine imposante Statur gewinnbringend in Szene zu setzen, stattdessen zeigt der Ex-Paderborner immer wieder technische Mängel und wirkt bisweilen körperlich nicht auf der Höhe. Seine eigentlichen Kernkompetenzen als kopfballstarker Wand- und Zielspieler kommen lediglich in Ansätzen zur Geltung, während das Spiel oftmals an Grimaldi vorbeizulaufen scheint.
Nach Traum-Einstand: Auch Scobel tut sich schwer
Die Unzulänglichkeiten des Sturmtanks boten wiederum einem anderen Akteur - der zudem reichlich Eigenwerbung in der U23 betrieben hatte - die Chance, es besser zu machen. Piet Scobel legte am 18. Spieltag gegen Elversberg ein fulminantes Startelf-Debüt hin, traf zweimal und schien vorerst gesetzt. Nach seinem Bilderbuch-Einstand tat sich aber auch der 21-Jährige zunehmend schwer, wenn er auch stets bemüht agierte und immer wieder vielversprechende Aktionen hatte. Zuletzt war der Blondschopf dann vor allem als Joker gefragt, doch auch er wartet seit Januar auf einen eigenen Treffer.
Dass man mit dem im Januar 2025 aus der Oberliga Hamburg gekommenen Scobel nicht zu hart ins Gericht gehen sollte, versteht sich von selbst. Zum einen ist er noch jung und zeigt regelmäßig brauchbare Ansätze. Vielmehr noch sagt es aber über die ursprünglichen Angriffsplanungen aus , dass Scobel plötzlich zur Sturm-Hoffnung Nummer eins avancierte oder auch ein Rafael Lubach die Position zeitweise bekleidete. Ohne die schwachen Auftritte der etatmäßigen Mittelstürmer wäre es hierzu wohl kaum gekommen.
Baustelle Nummer eins - auch im kommenden Transfersommer
Neben den klassischen Neunern muss in diesem Kontext auch der Name Mickael Biron fallen - mit Abstrichen womöglich ebenso der von Noah Maboulou, wobei hier ähnlich wie bei Scobel mildernde Umstände gelten. So bleibt Torjäger Mohamed Ali Zoma die einzige Ausnahme in einem ansonsten mangelhaft zusammengestellten Angriff. Zoma, der jedoch auch kein „echter“ Mittelstürmer ist, fehlt aktuell verletzungsbedingt und könnte den Club im Sommer verlassen. Unabhängig vom Italiener müssen Chatzialexiou und Co. freilich mit Hochdruck daran arbeiten, die Baustelle im Sturmzentrum endlich zu schließen.