Nürnberg - Miroslav Klose schwärmt von einem Kleeblatt-Spieler, spricht über einen möglichen Fürther Abstieg und bemüht ein plakatives, kämpferisches Motto für das Frankenderby. Die wichtigsten Aussagen von der Pressekonferenz.

Nein, der 1. FC Nürnberg kann den Abstieg der SpVgg Greuther Fürth nicht besiegeln – zu eng liegen die Teams des unteren Tabellendrittels beieinander. Anders als einige Club-Fans, die den Lokalrivalen mit einem Auswärtssieg am Sonntag vor den Abgrund stoßen wollen, hofft Miroslav Klose einen Klassenverbleib der Spielvereinigung – zumindest indirekt: „Ich würde gerne nächstes Jahr wieder zwei Derbys spielen. Die Art und Weise, wie alle in der Region mitfiebern, würde ich vermissen“, konstatierte der Nürnberger Cheftrainer auf der Pressekonferenz, gab aber auch klar zu verstehen: „Wir schenken nichts her.“

Diese Befürchtung liegt angesichts der Erfahrungen in der jüngeren Vergangenheit nahe. Der Trainer selbst weiß: „Immer, wenn Druck drauf ist, haben wir ganz ordentliche bis sehr gute Spiele gemacht. Wenn es lockerer wurde und um nichts mehr ging, haben wir ganz schlecht abgeliefert.“ Am Sonntag herrsche vielleicht kein Druck, „außer dass wir unbedingt gewinnen wollen“, rein tabellarisch findet sich der 1. FC Nürnberg aber im Niemandsland der 2. Bundesliga wieder und kann weder in die Aufstiegs- noch in die Abstiegszone rutschen. „Wir wollen die Saison vernünftig beenden.“

Das Kleeblatt habe, wie seine eigene Mannschaft auch, Stärken und Schwächen. Besonders gefährlich wird es bei schnellen Ballgewinnen, wobei Fürth insbesondere zum Start ins Spiel viel Druck ausüben könnte – so die Erwartung von Cheftrainer Klose. Genauso könne das Team um Routiniers wie Branimir Hrgota, Philipp Ziereis oder Felix Klaus aber auch den Ball zirkulieren lassen. Nach Kloses Einschätzung hat die Spielvereinigung „richtig gute Fußballer in ihren Reihen“.

Der absolute Shootingstar des Abstiegskandidaten ist Noel Futkeu. Der 23-Jährige ist mit 16 Treffern der zweitbeste Torjäger der gesamten 2. Bundesliga – und laut Klose ein „sehr spannender Stürmer“. Klose erklärt: „Er ist sehr beweglich, sucht sich selbst die Räume, ist immer aktiv und hat eine gewisse Ruhe, wenn der Ball zirkuliert.“ Außerdem bescheinigt Klose dem jungen Angreifer „eine gute Nase im Sechzehner“ und ein gutes Gespür dafür, wann er die Tiefe belaufen und wann er kurz kommen muss.

Der Nürnberger Top-Torjäger droht das Frankenderby indes zu verpassen: Mohamed Ali Zoma, der bereits beim 1:0-Heimerfolg gegen den 1. FC Magdeburg ausfiel, trainierte bislang nur individuell, zumindest wurde aber das Programm täglich gesteigert. Ob der 16-Scorer-Mann rechtzeitig fit wird, zeigt sich erst kurzfristig.

Insgesamt erwartet Klose ein „emotionales Spiel, ein spannendes Derby, in dem Nuancen und Kleinigkeiten entscheiden“. Sein Motto: „Die Visiere nach oben und aufeinander los.“