Berlin - Bars und Party-Locations gibt es genug in Berlin. Aber der Ort in luftiger Höhe, den unser Korrespondent heute in seiner Kolumne „Baumers Berlin“ vorstellt, ist selbst für die Hauptstadt etwas Besonderes: der Klunkerkranich.

Zugegeben, der Weg zum Klunkerkranich ist etwas kompliziert: Man muss erst mal den Aufzug finden, der einen zur Dachterrasse der Neukölln-Arcaden, eines Einkaufszentrums, bringt. Aber dann tut sich schlagartig eine ganz andere Welt auf. Hier oben haben die Besucherinnen und Besucher einen hervorragenden Ausblick über Berlins wildesten Bezirk.

Läge Neukölln in Bayern, wäre es mit seinen 340.000 Einwohnern nach München und Nürnberg übrigens die drittgrößte Stadt im Freistaat. In Berlin ist es lediglich einer von zwölf Bezirken, aber im Guten wie im Schlechten immerhin einer der schillerndsten.

Klunkerkranich
<p>Ein hervorragender Ausblick über den Bezirk Neukölln ist im Preis inbegriffen.</p> © Harald Baumer, VNP

Der Klunkerkranich ist vieles: ein Kulturdachgarten mit Konzerten, eine Bar, eine Party-Location, am Nachmittag auch ein Ort zum Kaffeetrinken. Einfache Tische und Bänke, einige Buden zum Verkauf von Essen und Getränken, Lichterketten, ein paar Kunstwerke und Sonnensegel - mehr braucht es nicht für einen Nachmittag oder Abend auf der Dachterrasse.

Ach ja, den Kranichgarten hätte ich fast vergessen. Das ist ein wild wuchernder Gemeinschaftsgarten, der in luftiger Höhe einen Beitrag zur Biodiversität Neuköllns leisten soll. In einer Studie der Universität Potsdam wurde sogar eine fast ausgestorbene Käferart hier entdeckt: der gefurchte Dickmaulrüssler. Dass hier immer wieder Bands auftreten und DJs auflegen, scheint ihn nicht zu stören.

Wie komme ich hin: Klunkerkranich, Neukölln-Arcaden, Karl-Marx-Straße 66, 12043 Berlin, Geöffnet ab 16 Uhr (Donnerstag bis Sonntag) und ab 17 Uhr (Montag bis Mittwoch).