
Es ist eine ernüchternde Bilanz: Die Pünktlichkeitsquote der Nürnberger S-Bahn ist im vergangenen Jahr laut einer aktuellen Pressemitteilung auf einen neuen Tiefstand gefallen. Immerhin: Deutlich weniger Züge seien komplett ausgefallen, heißt es in der Mitteilung weiter. „Die Hauptursache für Verspätungen im Nürnberger S-Bahn-Verkehr war die störanfällige Bahninfrastruktur. Für die Zugausfälle waren erneut Bauarbeiten der bundeseigenen Streckenbetreiberin DB InfraGO der maßgebliche Faktor“, lautet die Begründung.
Im Schnitt erreichten den Auswertungen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) zufolge im Jahr 2025 92 Prozent aller S-Bahn pünktlich ihr Ziel. Das seien 1,3 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr. Als pünktlich gewertet werden alle Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben. Dieses Rechenmodell wird bei der Deutschen Bahn auch im Fern- und Regionalverkehr angewendet. Zunächst habe es in der ersten Jahreshälfte 2025 in Sachen Pünktlichkeit noch gut ausgesehen, doch dann verschlechterten sich die Werte im Jahresverlauf. Hierzu heißt es in der Pressemitteilung: „Im August und im Oktober 2025 wurden dann Tiefstände mit Quoten von unter 90 Prozent erreicht.“
Zu den Gründen für den Rückgang speziell im zweiten Halbjahr zähle beispielsweise ein Schienenbruch auf dem Südast der S2 Nürnberg – Roth im August, weswegen eine Langsamfahrstelle eingerichtet werden musste. Rund ein Viertel der Verspätungen im gesamten S-Bahn-Netz sei auf infrastrukturbedingte Störungen zurückzuführen (Störungen an Leit- und Sicherungstechnik, Weichen, Gleisen und Bahnübergängen). Weitere Gründe für Verzögerungen waren laut BEG verspätete Bereitstellung von Fahrzeugen, Bauarbeiten, Haltezeitüberschreitungen, Fahrzeugstörungen oder externe Einflüsse wie Witterung oder Notarzteinsätze auf der Strecke.
Am pünktlichsten verkehrten der BEG-Auswertung zufolge die S-Bahnen der S3 zwischen Nürnberg und Altdorf (Streckenführung vor der Fahrplanumstellung im Dezember 2025). 97,6 Prozent der Züge kamen auf dieser Strecke im Jahresdurchschnitt pünktlich an. Auf dem Südast der Linie S1 Nürnberg – Neumarkt (Streckenführung vor der Fahrplanumstellung im Dezember 2025) waren dagegen nur 85,6 Prozent der S-Bahnen pünktlich unterwegs.
Schlechte Pünktlichkeitsquote bei der Nürnberger S-Bahn: Trägt die Deutsche Bahn die Verantwortung?
Die Zugausfallquote konnte im Vergleich zwischen 2024 und 2025 erheblich gesenkt werden. 2024 fielen noch 8,3 Prozent der Züge aus, 2025 waren es 4,2 Prozent.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der BEG ist, freut sich zwar über die rückläufige Ausfallquote. „Aber leider ist der Trend bei der Pünktlichkeit nicht unser Freund. Da erwarte ich entsprechende Anstrengungen, dass dies in den kommenden Jahren besser läuft. Von der laufenden Korridorsanierung zwischen Nürnberg und Regensburg sollte auch der gesamte Knoten Nürnberg profitieren“, fügt der CSU-Politiker hinzu.
Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, spricht von Sorgen angesichts der Entwicklungen der vergangenen Jahre. Die Verantwortung für einen zuverlässigen S-Bahn-Verkehr sieht sie bei der Deutschen Bahn: Insbesondere bei der Zugvorbereitung muss DB Regio dringend besser werden, damit die Fahrzeuge immer rechtzeitig bereitstehen und nicht verspätet starten. Dies hat das Eisenbahnverkehrsunternehmen selbst in der Hand.“