München - 2027 wird sich die Frage stellen, wer das Amt des deutschen Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin übernimmt. Markus Söder bringt eine Parteikollegin ins Spiel und macht eine weitere überraschende Ankündigung.

Noch nie hat eine Frau das höchste Amt in der Bundesrepublik ausgefüllt. Zwölf Männer hingegen bekleideten das Amt des Bundespräsidenten bereits seit 1949. Der amtierende Bundespräsident heißt Frank-Walter Steinmeier. Seine Amtszeit endet 2027. Schon jetzt beginnt die Debatte, wer sich als Nachfolger oder als Nachfolgerin - und das wäre eben historisch - in Position bringen will. Ein Name fiel dabei zuletzt immer wieder: der von CSU-Politikerin Ilse Aigner.

Aigner amtiert derzeit als Landtagspräsidentin in Bayern. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte in einem Interview mit dem Münchner Merkur: „Die Union wird nach dem Sommer einen Vorschlag machen. Wenn Ilse Aigner möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung.“

Aigner selbst hat sich bisher noch nicht zu einer möglichen Kandidatur geäußert. Auch aus anderen Parteien mehrt sich im Laufe des Freitags aber der Zuspruch für diesen Schritt. So erklärt der SPD-Politiker und ehemalige Arbeitsminister Hubertus Heil im Berliner Tagesspiegel: „Ich kenne und schätze Ilse Aigner seit vielen Jahren. Sie ist eine kluge und verantwortungsbewusste Demokratin und wäre mit Sicherheit eine geeignete Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin.“ Zuspruch kommt auch von der Schwesterpartei CDU.

Das nächste deutsche Staatsoberhaupt wird am 30. Januar kommenden Jahres von der Bundesversammlung gewählt. Frank-Walter Steinmeier darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten, nach zehn Jahren endet seine Zeit als Bundespräsident im März 2027. Schon länger gibt es Spekulationen über mögliche Kandidatinnen für seine Nachfolge - genannt wurden neben Aigner etwa Bundesbildungsministerin Karin Prien und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (beide CDU).

Die Bundesversammlung setzt sich zusammen aus den 630 Abgeordneten des Bundestags sowie einer gleich großen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern, die von den Landtagen der 16 Bundesländer gewählt werden. Dies sind in der Regel Landtagsabgeordnete und Mitglieder der Landesregierungen. Die Länder entsenden aber immer wieder auch Prominente wie Schauspieler, Sänger oder Sportler.

„Söderisst“ bald Geschichte: Ministerpräsident verkündet Kehrtwende auf Social Media

Das Söder Interview im Münchner Merkur hielt neben dem präsidialen Vorschlag aber noch ganz anderen Sprengstoff bereit. So erklärte der bayerische Ministerpräsident, künftig weniger Essensfotos in den sozialen Medien zu posten: „Aktuell verschärft sich die wirtschaftliche und außenpolitische Lage von Woche zu Woche – die Kommunikation muss sich natürlich dieser Lage anpassen“, sagte Söder zur Begründung.