Nürnberg - Wie schafft es der 1. FC Nürnberg endlich wieder zurück ins Oberhaus? Auf diese Frage hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beim Besuch im Verlag Nürnberger Presse eine klare Antwort.

Es ist die Frage, die Club-Fans seit Jahren umtreibt: Wann geht es endlich wieder rauf in die 1. Bundesliga? Eine Antwort versuchte am Montag ein durchaus prominenter Gast im Verlag Nürnberger Presse: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, bekennender Anhänger des 1. FC Nürnberg, nahm sich der Frage mit gewohnter Bestimmtheit an.

„Der Club hat dann die Chance aufzusteigen, wenn er es wirklich will“, so Söder. Am Anfang stehe für ihn „das richtige Mindset, eine Siegermentalität“. Neben kurzfristigen, vor allem finanziellen Zielen müsse der Verein auch eine mittelfristige sportliche Perspektive entwickeln – mit einem langfristigen Plan dahinter.

Als Positivbeispiele nannte Söder zwei Traditionsklubs, die in den vergangenen Jahren ähnliche Mühen kannten wie der FCN: den FC Schalke 04, der nach dem Bundesliga-Absturz nun als Spitzenreiter der 2. Liga vor dem direkten Wiederaufstieg steht – und den Hamburger SV, der nach sieben zähen Jahren im Unterhaus diese Saison wieder im Oberhaus angekommen ist.

Lob fürs FCN-Management – aber auch ein Aber

Ganz ohne Kritik kam der Ministerpräsident dann doch nicht aus. „Das Management beim Club ist für mich gut, das muss ich ausdrücklich sagen“, betonte Söder – um direkt nachzuschieben: „Aber jedes Jahr den Kader komplett auszutauschen, wird am Ende nicht die Chance bringen, dass man aufsteigt.“

Damit schlägt der CSU-Chef in dieselbe Kerbe wie Cheftrainer Miroslav Klose. Der Weltmeister von 2014 hatte zuletzt mehrfach öffentlich mehr Kontinuität in der Kaderplanung eingefordert – und mit Darmstadt und Paderborn gleich zwei Vorbilder benannt: „Wenn die über 80 Prozent der Mannschaft über zwei, drei Jahre halten können, dann bist du in der Tabelle halt oben dabei“. Klose legte den Finger in die Wunde: „Wir brauchen ein Fundament und wir müssen versuchen, die Spieler zusammenzuhalten. Nur dann gibt es eine Struktur und eine Klarheit. Sonst haben wir zu viele Wechsel drinnen.“

Dass Söders Vorwurf und Kloses Forderung nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt ein Blick in die Bilanz: Über einhundert Transferbewegungen verzeichnete der Club allein in den vergangenen anderthalb Jahren.

Frankenderby? „Sorry, das bringe ich nicht übers Herz“

Klare Kante zeigte Söder auch beim Thema Frankenderby. Auf die Frage, wem er am Sonntag die Daumen drücke, fiel die Antwort wenig überraschend aus: „Ich würde mir sehr wünschen, dass die Fürther drinbleiben, aber sorry, das bringe ich nicht übers Herz – also da bin ich natürlich beim Club.“ Die Fürther hätten in dieser Saison schließlich „noch genug Möglichkeiten und hatten genügend Möglichkeiten, Punkte zu holen“. Abschreiben mag der Ministerpräsident das Kleeblatt nicht. Söder hofft ausdrücklich auf einen Ligaverbleib der Spielvereinigung – damit es auch in Zukunft das Frankenderby gibt.

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