Nürnberg - Der Flughafen Nürnberg blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Das laufende dürfte deutlich herausfordernder werden. Kerosinmangel und Preissteigerungen machen auch vor dem Albrecht-Dürer-Airport nicht halt.

Der Angriff von Israel und den USA auf den Iran am 28. Februar diesen Jahres markierte eine Zäsur. Die Auswirkungen auf die Sicherheit und die Wirtschaft sind seither global spürbar und sie betreffen auch den Betrieb am Nürnberger Flughafen. Direktverbindungen in Libanons Hauptstadt Beirut, die es laut Sommerflugplan eigentlich geben sollte, sind beispielsweise ausgesetzt. Zu angespannt ist die Sicherheitslage am Zielort.

Europaweit geht nun die Sorge vor einem drohenden Kerosinmangel um, sollte mit der Straße von Hormus die wichtige Verbindung für den weltweiten Treibstoffhandel weiterhin blockiert bleiben. Am 16. April erklärte Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), in einem Interview mit Associated Press, Europa habe nur noch für etwa sechs Wochen Flugzeugtreibstoff. Es drohten Flugausfälle. „Wir werden bald hören, dass einige Flüge von Stadt A nach Stadt B aufgrund von Treibstoffmangel gestrichen werden könnten“, so Birol.

Erste Konsequenzen sind bereits spürbar. Aufgrund der hohen Treibstoffpreise nehmen Airlines wie KLM oder SAS unrentable Flugverbindungen aus dem Programm. Die Billig-Airline RyanAir, die auch vom Albrecht-Dürer-Airport aus zahlreiche Verbindungen, beispielsweise nach Kreta, Bari, Cagliari, Neapel, Palermo, Zadar, Faro, Porto, Mallorca, Malaga oder Valencia anbietet, warnte, eine Stornierung von Flügen im Sommer sei nicht auszuschließen.

Und wo es nicht zu Stornierungen kommt, drohen Preiserhöhungen, denn die Airlines könnten die hohen Treibstoffkosten auf ihre Passagiere umlegen. Der „Wirtschaftsweise“ Gabriel Felbermayr sagte gegenüber Deutschlandfunk: „Die Ticketpreise werden stark steigen, damit wird die Nachfrage nach Flugdienstleistungen zurückgehen.“

Die Airline Corendon, die inzwischen zwei Flugzeuge am Flughafen in Nürnberg stationiert hat, erklärt gegenüber dem Portal t-online, dass man die Preise wohl moderat werde anheben müsse. Laut Sommerflugplan bedient Corendon von Nürnberg aus Ziele wie Hurghada, Korfu, Kreta, Rhodos, Mallorca, Fuerteventura, Gran Canaria und mehrere Destinationen in der Türkei. Flughafenchef Michael Hupe rechnet angesichts steigender Preise mit einer sinkenden Zahl an Buchungen.

Flughafen Nürnberg blickt auf 2026: zahlreiche Risikofaktoren

Und damit dürfte das laufende Jahr für den Albrecht-Dürer-Airport ein deutlich herausfordernderes werden als das vergangene. „2025 war ein außergewöhnliches Jahr für den Airport Nürnberg“, sagt Hupe mit Blick auf das Jahresergebnis. Mit 4,51 Millionen Passagieren verzeichnete der Flughafen laut einer Pressemitteilung das verkehrsstärkste Jahr seiner Geschichte. Über ein Drittel der Passagiere reiste mit touristischer Motivation.

Das beliebteste Reiseziel war Antalya. Der Flughafen verzeichnete 600.000 Passagiere mit Ticket in die türkische Metropole. Im Jahr 2025 starteten und landeten insgesamt 52.918 Flugzeuge am Airport Nürnberg. Mit Blick auf 2026 ist die Rede von Risikofaktoren für die Luftverkehrsbranche, darunter geopolitische Unsicherheiten wie der Irankrieg und volatile wirtschaftliche Rahmenbedingungen.