
Es sind Zahlen, die die Vorfreude auf den Sommerurlaub gehörig trüben dürften: Nach aktuellen Berechnungen könnte die Auszeit in den Sommermonaten deutlich teurer werden als im Vorjahr. Die Preise für Flüge, Hotelübernachtungen und Pauschalreisen in beliebte Urlaubsländer sind deutlich angestiegen.
Hintergrund ist ein Zusammenspiel diverser Faktoren - die meisten liegen allerdings im Krieg zwischen Iran, Israel und den USA begründet. Der Konflikt ließ die Ölpreise in die Höhe schnellen, daran hängen wiederum die Kerosinpreise für den Flugverkehr. Aufgrund der Luftraumsperrungen müssen die Airlines teilweise weite Umwege in Kauf nehmen. Weitere Wege plus teureres Kerosin ergeben unterm Strich steigende Kosten im Flugverkehr. Albin Loidl, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), erklärt gegenüber der Bild, die Branche rechne klar mit steigenden Flugpreisen. Mit Blick auf das Sommergeschäft sei eine Buchungszurückhaltung unter den Kunden und Kundinnen spürbar. Die anhaltende Inflation trägt ihr Übriges zur Preisentwicklung nach oben bei.
Zudem dürften einige Urlauber und Urlauberinnen ihre Reisepläne in die unsichere Golf-Region selbst oder an Destinationen, die eine Anreise über die Golf-Regionen erfordern, kritisch überdenken. Seit Wochen gilt für die Länder Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, den Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate und für die palästinensischen Gebiete angesichts des Konflikts eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Zu Beginn des Konflikts strandeten wegen kurzfristiger Luftraumsperrungen zehntausende Reisende an den großen Drehkreuzen beispielsweise in Doha und Dubai.
Sommerurlaub 2026: Nachfrage für vermeintlich sichere Länder steigt - und beeinflusst Preise
Dementsprechend klettert die Nachfrage nach Urlaub in sicheren Ländern, und das beeinflusst auch den Preis. Das Europäische Verbraucherzentrum erklärt gegenüber dem Spiegel: „Besonders Ziele, die aktuell als sicher gelten, könnten weiter im Preis steigen.“ Das gilt beispielsweise für Ziele rund um das Mittelmeer, wie Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Kroatien oder Portugal. Reiseveranstalter Tui erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass westeuropäische Ziele wie die Kanaren und Balearen sowie die Kapverden derzeit ein großes Interesse erfahren.
Eine Auswertung der Bild untermauert die Kostensteigerungen unterdessen mit konkreten Zahlen: Eine stichprobenartige Prüfung der Angebote im Online-Shop von ausgewählten Airlines ergab beispielsweise für eine Flugverbindung von Leipzig ins türkische Antalya eine Preissteigerung von 26 Prozent im Vergleich zu betrachteten Vorjahreszeitraum. Demnach stiegen die Kosten für Hin- und Rückflug von 315 Euro auf 397 Euro. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch für die Flugverbindung von München nach Heraklion auf Kreta und zurück. Mitte Juli 2025 gab es die Tickets laut Bild-Auswertung für 372 Euro. Ein Jahr später werden 440 Euro fällig.
Besonders teuer wird der Urlaub der Auswertung zufolge für Familien. Eine Beispielrechnung für einen Sommerurlaub einer Familie mit zwei Kindern zeigt: In Frankreich werden über 50 Prozent mehr Reisebudget fällig. Im Juli und August 2025 habe der Durchschnittspreis für einen Urlaub im westlichen Nachbarland noch bei 2899 Euro gelegen. Im selben Zeitraum 2026 werden wohl 4523 Euro fällig. Einen ebenfalls saftigen Preissprung legt Kroatien hin. Hier steigt der Durchschnittspreis für einen Familienurlaub von 3168 Euro auf 4060 Euro.
Auch die Preise für Pauschalreisen etwa nach Mallorca oder auf die Malediven ziehen im Vergleich zwischen 2025 und 2026 deutlich an. Die aktuellen Preissteigerungen können unterdessen auch Frühbucher treffen. Reiseveranstalter haben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen in der Regel Klauseln, mit denen beispielsweise höhere Treibstoffkosten auf Pauschalreisende umgelegt werden können - so berichtet es der Spiegel. Die Erhöhung dürfe aber nicht mehr als acht Prozent betragen und müsse mindestens 20 Tage vor Reiseantritt mitgeteilt werden.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen informiert, dass Pauschalreisende bei einer Preiserhöhung von über acht Prozent vom Reisevertrag zurücktreten können. Dafür müssen allerdings Fristen beachtet werden. Verstreichen diese gilt die Erhöhung als angenommen und es besteht kein Rücktrittsrecht mehr, heißt es von Seiten der Verbraucherzentrale weiter.
Immer topaktuell informiert bleiben über die wichtigsten Themen aus der Region? Über unseren neuen WhatsApp-Kanal erfahren Sie alle Neuigkeiten aus erster Hand.
Hier geht es direkt zum WhatsApp-Channel - eine „Schritt für Schritt“-Anleitung finden Sie hier.
