
Es ist für viele Menschen ein echtes Horror-Szenario, im Extremfall kann dieser Vorgang jedoch sogar Leben retten. Es geht darum, die Tür beim Schlafen im Zimmer bewusst zu schließen. Das amerikanische Feuerwehr-Sicherheits-Institut FSRI (The UL Firefighter Safety Research Institute) hat eine Studie durchgeführt, die wenig überraschend daherkommt: So würde die Mehrheit der Menschen es bevorzugen, bei offener Schlafzimmertüre zu nächtigen. Sollte wirklich jedoch einmal ein Feuer ausbrechen, kann genau diese geöffnete Türe zum Verhängnis werden. Die Expertinnen und Experten empfehlen daher bewusst, die Tür im Schlafzimmer zu schließen.
Aber warum genau kommt man beim FSRI zu dieser Einschätzung? Auch darauf wird im Anschluss an die Studie genauer eingegangen. So könne eine Türe, die zuvor geschlossen wurde, eine mögliche Ausbreitung von Flammen deutlich verlangsamen. Zudem könne der Sauerstoffgehalt im Zimmer verbessert und gleichzeitig auch noch die Temperatur gesenkt werden.
Mittlerweile würden Materialen für den Hausbau, Möbel oder für die Dekoration immer häufiger aus schnell entzündbaren Stoffen hergestellt werden. Die Zahl der Einsätze sei deshalb eher gestiegen, als zurückgegangen. Um im Extremfall Leben retten zu können, wurde deshalb auch extra die Kampagne „close before you doze“ („schließe (die Tür), bevor du einschläfst“) ins Leben – oder besser gesagt den Schlaf gerufen. Bewusst solle man also die Schlafzimmertüre vor der Nachtruhe schließen.
Von myHomebook auf diese Studie angesprochen, erklärt zudem Carsten Wege, Geschäftsführer des Bundesverbandes Brandschutz-Fachbetriebe e. V. (BVBF): „Geschlossene Türen und Fenster verzögern generell die Ausbreitung von Feuer und Rauch in benachbarte Räume.“ Er stimmt dieser Einschätzung also zu. Zudem macht der Experte aus Deutschland in diesem Zusammenhang deutlich: Dieser Hinweis gelte ausdrücklich auch für Kinderzimmer – mit einer wichtigen Einschränkung. Handele es sich um ein Kleinkind, können die Türen auch geöffnet bleiben. Kommt es einmal wirklich zu einem Zimmerbrand, sollte man laut Carsten Wege sofort alle offenen Fenster und Türen schließen.
Der Experte weist in dem Gespräch zudem darauf hin, dass man bei geschlossenen Türen Brände nicht immer sofort erkennen könne. Auch das sei jedoch kein Grund zur Panik. Auch unter diesen Umständen habe man noch immer die Möglichkeit, die Flammen relativ schnell erfassen zu können. „Bei geschlossenen Türen sollte die Wärmeentwicklung an der Tür ertastet werden. Die Öffnung einer nicht erhitzten Türe ist nur geboten, wenn dies je nach Brandentwicklung ohne Eigengefährdung möglich ist“.
Zahlen des BVBF machen die Dringlichkeit und auch die Aktualität dieses Themas mehr als deutlich. Jeder vierte Einsatz der Feuerwehr führe die Retterinnen und Retter demnach in einen Privathaushalt. Unachtsamkeit und mangelnde Vorsicht seien hier die häufigsten Gründe für Brände in den eigenen vier Wänden. Um es erst gar nicht zu solch einer Situationen kommen zu lassen, gibt der Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe auch noch folgende Tipps mit an die Hand:
- Stelle Elektrogeräte stromlos. Ziehe dafür die Stecker oder schalte sie aus.
- Überlaste Mehrfachsteckdosen nicht.
- Schalte Steckdosenleisten immer über den Schalter aus, sofern diese nicht in Gebrauch sind.
- Installiere Rauchmelder in jedem Raum – in vielen Bundesländern ist dies bereits Pflicht.
- Pro Haushalt sollte mindestens ein funktionstüchtiger Feuerlöscher griffbereit zur Verfügung stehen.
Auch danach kann es natürlich jederzeit trotzdem zu einem Feuer kommen. Im Fall der Fälle gibt deshalb auch die Feuerwehr selbst noch wichtige Tipps:
Schnell reagieren: Bekämpfe ein Feuer sofort, sofern dies möglich ist. Ansonsten bringe dich zügig in Sicherheit.
Brennende Geräte, wenn möglich, ins Freie befördern: Wenn ein elektronisches Gerät Feuer fängt, ziehe den Stecker und befördere es ins Freie – aber nur, wenn das Ausmaß des Feuers dies noch zulässt und du dich dadurch nicht in Gefahr bringen würdest.
Alarmiere die Feuerwehr: Rufe umgehend die Feuerwehr. Wenn die Hilfskräfte eintreffen, mache sie auf dich aufmerksam und schildere den Feuerwehrleuten, wo genau es brennt.
Luftzufuhr unterbinden: Schließe Fenster und Türen, um eine Luftzufuhr zu vermeiden. Schließe sie aber keinesfalls ab, da du sonst der Feuerwehr und anderen Rettungskräften den Zugang verwehren bzw. erschweren würdest.
Nutze nicht die Aufzüge: Im Falle eines Brandes solltest du die Treppen nehmen.
Bei extremer Rauchbildung nicht das Treppenhaus nutzen: Wenn es in einer anderen Wohnung brennt und du dich über das Treppenhaus in Sicherheit bringen willst, tue dies nur, wenn dieses nicht extrem verraucht ist. Ansonsten gehe zurück in deine Wohnung und verschließe diese sowie Fenster sorgfältig.
Brennende Personen aufhalten und richtig löschen: Wenn Personen Feuer fangen, versuche diese daran zu hindern, wegzulaufen – natürlich nur, ohne dich dabei in Gefahr zu bringen! Greife stattdessen zu Feuerlöscher, Decke oder Jacke und versuche, das Feuer zu ersticken. Wichtig: Klopfe dabei nicht die Flammen aus, sonst würdest du Rußpartikel in die Haut einarbeiten. Halte den Feuerlöscher außerdem nicht ins Gesicht.
Hilfeleistung im Brandfall: Solange der Brandherd eines anfänglichen Brandes frei einsehbar ist, muss man einen Rettungsversuch gefährdeter Personen unternehmen. Eventuell kann danach auch ein Löschversuch unternommen werden.


