Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg empfängt am Samstag die SG Dynamo Dresden. Die Sachsen stecken trotz aufsteigender Form in der Rückrunde gegen den Abstieg - und müssen gegen den Club womöglich auf zahlreiche Stammkräfte verzichten.

„Wir schauen natürlich, dass wir die letzten sechs Spiele alle gewinnen, weil wir so eine gute Truppe haben und auch so viel Potenzial in uns drinsteckt, dass wir uns keine Gedanken machen müssen“, sagte Kapitän Fabio Gruber der Bild.

Ein ambitioniertes Ziel, schließlich läuft die längste Siegesserie des wankelmütigen 1. FC Nürnberg in dieser Saison gerade einmal über drei Spiele. Zudem trifft der Club ausschließlich noch auf Teams, für die noch einiges auf dem Spiel steht – entweder der Klassenerhalt oder sogar der Aufstieg. Zum Anfang des Saisonendspurts gastiert Dynamo Dresden am Samstag (13 Uhr) im Max-Morlock-Stadion.

Die Ausgangslage

Sechs Punkte trennen den 1. FC Nürnberg vom anvisierten siebten Tabellenplatz. Nach dem kurzen Aufschwung durch die Siege gegen Kiel (3:2) und Kaiserslautern (3:0) sorgte das unzufriedenstellende 1:1-Remis gegen Eintracht Braunschweig für einen Dämpfer. Dennoch ist der Club seit drei Spielen zumindest ungeschlagen und möchte diese Serie gegen Dynamo Dresden weiter ausbauen.

Der Hoffnungsmacher

Zugutekommt dem 1. FC Nürnberg dabei wohl die Personalsituation bei Dynamo Dresden: Die Doppelsechs mit Kofi Amoako und Robert Wagner verpasst das Spiel gelbgesperrt. Außerdem waren sechs Spieler unter der Woche angeschlagen und konnten aus verschiedenen Gründen nur individuell oder gar nicht trainieren – darunter Kapitän Niklas Hauptmann, Flügel Jason Ceka und drei Stammspieler aus der Viererkette. Im Worst Case muss Trainer Thomas Stamm auf sieben Akteure verzichten, die zuletzt bei der 0:1-Heimniederlage gegen Hertha BSC in der Anfangsformation standen.

Der Gegner

Zwar rangiert Dynamo Dresden aktuell auf einem Nicht-Abstiegsplatz, ist aber punktgleich mit dem Relegationsrang und dem ersten Abstiegsrang. Dennoch sind die Sachsen nicht zu unterschätzen: Nach einer desaströsen Hinrunde, welche die Sportgemeinschaft als Tabellenletzter abschloss, zählt Dresden aktuell zu den besten Teams der Rückrunde, erzielte die drittmeisten Tore und kassierte selbst die wenigsten Gegentore aller Zweitligisten in diesem Kalenderjahr. Nur die sechs Mannschaften, die aktuell um den Aufstieg spielen, holten mehr Punkte in der zweiten Halbserie als Dynamo.

Der Spieler im Fokus

Das Thema Torgefahr lastet bei Dynamo Dresden auf mehreren Schultern: Statt einem einzelnen Top-Torjäger sind die Tore bei den Sachsen gleichmäßig verteilt. Die Stürmer Vincent Vermeij und Ex-Nürnberger Christoph Daferner stehen bei sieben Treffern, Jakob Lemmer und Zehner Niklas Hauptmann durften schon je fünf Tore bejubeln. Wenn man einen Spieler als Unterschiedsspieler bei den Dresdnern bezeichnen möchte, ist es Letzterer: Der Kapitän steuerte insgesamt schon zwölf Torbeteiligungen bei und zählt beim kicker zu den notenbesten Mittelfeldspielern der Liga. Ob er allerdings gegen Nürnberg spielen kann, bleibt fraglich.

Das Personal

Anders als sein Dresdner Pendant Thomas Stamm kann Miroslav Klose aus dem Vollen schöpfen, einzig Christian Mathenia kränkelte unter der Woche. Es ist davon auszugehen, dass der Weltmeister weitestgehend die gleiche Elf wie am Ostersonntag ins Rennen schickt.

Die Statistik zum Spiel

Der Club präsentiert sich in dieser Saison durchaus heimstark: Nach 14 Partien im Max-Morlock-Stadion stehen 25 Punkte zu Buche – das reicht für den sechsten Platz auf der Heimtabelle. Aber: Dresden ist nicht auswärtsschwach. Die Mannschaft von Trainer Stamm holte in der Fremde nur einen Punkt weniger als vor heimischer Kulisse und steht damit im oberen Mittelfeld des Auswärtstableaus.

Die Bilanz

Die Bilanz spricht eindeutig für den Club: Unter den bisher neun fränkisch-sächsischen Duellen in der 2. Bundesliga musste sich der 1. FC Nürnberg nur einmal geschlagen geben – damals, im Januar 2017. Seither stehen fünf Siege und zwei Remis zu Buche, wobei die Rot-Schwarzen nur einmal mit mehr als einem Tor Unterschied gewannen.

Die Eckdaten

Anpfiff im Max-Morlock-Stadion ist um 13 Uhr. Aktuell, das teilte der 1. FC Nürnberg über seine Website mit, sind nur noch wenige Resttickets verfügbar. Den Trainer freut es: „Volles Stadion, sehr gute Stimmung und auch ein sehr interessanter Gegner. Da wartet viel Intensität auf uns.“ Das Spiel wird nur vom kostenpflichtigen Sender Sky übertragen, alternativ bieten die ARD-Audiothek, das Club Fanradio und die Sportschau eine Audio-Berichterstattung an.

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