
Nur sieben Punkte sammelte der 1. FC Nürnberg in den letzten sechs Spielen der Saison 2024/25, traf aber in dieser Zeit nahezu ausschließlich auf Teams aus dem oberen Tabellendrittel. Damals ließ der im Niemandsland der Tabelle stehende Club die Spielzeit gemächlich austrudeln, heuer erhofft sich Cheftrainer Miroslav Klose mehr Zielstrebigkeit im Endspurt: „Wir haben uns intern Ziele gesteckt. Es sind noch sechs Spiele und dementsprechend viele Punkte zu vergeben. Wir wollen diese restlichen Spiele anders bestreiten, als es letztes Jahr der Fall war.“
Es kann vor diesem Hintergrund als erleichternd, aber auch als erschwerend interpretiert werden, dass der Club noch gegen sämtliche Abstiegskandidaten spielt. Klar, das sind Teams, gegen die der 1. FC Nürnberg qua Ambition und Qualität gewinnen sollte. Aber es sind auch Teams, für die es – anders als für die Franken – im Endspurt um Alles geht. Zu diesem Kreis zählt der kommende Gegner: Dynamo Dresden befindet sich zwar seit der Winterpause in aufsteigender Form, was sich am siebten Platz in der Rückrundentabelle ablesen lässt, hängt aber aufgrund der desolaten Hinrunde noch immer tief im Abstiegskampf. Aktuell stehen die Sachsen zwar auf dem 15. Tabellenplatz, sind aber punktgleich mit den Plätzen 16 und 17.
„Es ist eine ganz andere Mannschaft als in der Hinrunde, sie haben andere Profile dazugewonnen. Sie sind – abgesehen von Standards – in allen Spielphasen, sehr gut – sehr aggressiv und lauffreudig“, analysierte FCN-Coach Klose den kommenden Gegner. Gegen Dresden wird „viel an uns liegen“, man müsse den Gegner „laufen lassen“ und in Anbetracht des ernüchternden 1:1-Remis gegen Abstiegskandidat Braunschweig am Ostersonntag „eine Reaktion zeigen“.
Das Problem gegen die niedersächsischen Löwen: Dem 1. FC Nürnberg fehlte abermals die Konstanz, über 90 Minuten seine Leistung auf den Platz zu bringen. Klose konstatierte auf der Pressekonferenz: „Es war in dieser Saison weitgehend so, dass wir verschiedene Halbzeiten gespielt haben oder phasenweise unsere Leistung nicht abrufen konnten. In der Rückrunde haben wir uns gebessert, aber das Braunschweig-Spiel war ein Rückfall.“ In der schwächeren zweiten Halbzeit bemängelte der 47-Jährige insbesondere die Leistung „mit dem Ball“. Sein Urteil: „Es war nicht das Niveau, das ich meinen Spielern und vor allem von den Nationalspielern kenne.“
Einzig Torschütze Rabby Nzingoula wusste zu überzeugen, das spiegelt auch die kicker-Note 2,5 wider. Am schlechtesten schnitten Tom Baack und Piet Scobel, jeweils mit der Note 4,5, ab. Letzterer lieferte nach Einschätzung seines Trainers aber „ein ordentliches Spiel“, wenngleich einige unglückliche Ballverluste und falsche Entscheidungen dabei waren. Zwar konnte der junge Stürmer nicht an die Leistung gegen die SV Elversberg, als er einen Doppelpack schnürte und dem Club zum 3:2-Heimsieg schoss, anknüpfen, dieser Sahnetag dürfe aber auch nicht der Maßstab sein: „Zuletzt konnte er, zumindest was Tore und die Laufintensität angeht, nicht an das Elversberg-Spiel anknüpfen. Aber er hat sich Chancen kreiert und auch gegen Braunschweig viel von dem, was wir wollten, gezeigt. Man darf nicht jedes Spiel mit Elversberg vergleichen“, gab Klose zu Protokoll. Bei der Entscheidung, wer am Samstag (Anstoß um 13 Uhr) gegen Dresden stürmen darf, wird – ebenso wie auf allen anderen Positionen – abermals die Trainingsleistung entscheiden.
Diese stellte den Cheftrainer zuletzt nicht zufrieden. In der Einheit am Mittwoch habe sich eine Mannschaft „abschlachten lassen“. Klose weiter: „Das darf nicht sein. Mir hat alles gefehlt, vor allem auch die Kommunikation. Sie haben sich einfach ergeben, anstatt sich zu wehren.“ Gegen Dresden muss die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen – weil die Sachsen sicherlich aufs Ganze gehen werden und mit über 8000 Fans auch reichlich Support mitbringen.

