Nürnberg - Es knallte und rauchte aus dem Fanblock: Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit sorgten schwarze Rauchschwaden für eine minutenlange Unterbrechung, die für den 1. FC Nürnberg Konsequenzen hat.

„Pyrotechnik ist kein Verbrechen“, schallt es in regelmäßigen Abständen aus den Fankurven deutscher Stadien. Die Sprechchöre sind aber nur Forderungen, keine Tatsachen. In der 2. Bundesliga wird für das Abbrennen von Pyrotechnik eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro fällig, das Abschießen kostet 1500 Euro. Das geht aus der „Rechts- und Verfahrensordnung“ des Deutschen Fußball-Bund hervor. Sollte die Spielunterbrechung länger als fünf Minuten dauern, kann sich die Strafe sogar verdoppeln. Heißt: Für den 1. FC Nürnberg könnten die Vorkommnisse in Braunschweig teuer werden – ganz abgesehen davon, dass die Verzögerung auch der Mannschaft sportlich eher zu schaden schien.

„Es unterbricht total den Spielfluss. Es ist Halbzeit, du kommst raus und dann ist ein Break drin“, monierte Miroslav Klose, der auch dank der starken Leistung seines Schlussmanns zumindest einen Punkt mitnehmen konnte. Besagter Jan Reichert äußerte sich ebenfalls und sprach über das Gegentor, das unmittelbar nach der Wiederaufnahme fiel, aber letztlich aberkannt wurde: „So eine Unterbrechung kann dir schon noch einmal einen Knacks geben, darf es aber eigentlich nicht. Gerade das aberkannte Tor hätte ein Hallo-wach-Effekt sein müssen, war es aber leider nicht.“

Auch der Verein bezog Stellung und distanzierte sich von den Vorfällen im Fanblock – dabei gehe es nicht nur um die massive Rauchentwicklung sowie den Einsatz von Raketen und Böllern, sondern auch um die im Block präsentierten Transparente mit beleidigenden Inhalten. Der Club „verurteilt die Vorkommnisse scharf und distanziert sich von den Aktionen in der zweiten Halbzeit – diese sind in keiner Form zu relativieren“.

In dem Statement heißt es weiter: „Vorfälle dieser Art schaden unserem Verein sowie dem Fußball als sichere gesellschaftliche Institution in Deutschland massiv. Sie sind im Rahmen der aktuellen öffentlichen Debatte zum Thema Sicherheit in Stadien äußerst kontraproduktiv.“ Eigentlich sollten Spieltage in Nürnberg ein „herausragendes Gemeinschaftserlebnis und eine verbindende Kraft all unserer Fans bleiben“, so die Mission. Die Aufarbeitung mit allen Beteiligten habe bereits unmittelbar nach dem Spiel begonnen.