Nürnberg - Endspurt in der 2. Bundesliga: Sieben Spieltage stehen noch an. Der 1. FC Nürnberg steht kurz davor, den Klassenerhalt einzutüten, und kann sogar sein Saisonziel noch erreichen. Das Restprogramm macht Hoffnung.

Nein, den Klassenerhalt hat der 1. FC Nürnberg noch nicht sicher, befindet sich nach zuletzt zwei Siegen in Folge aber auf dem besten Weg, die im Laufe der Saison zwischenzeitlich akuten Abstiegssorgen gänzlich abzulegen. Mit 36 Punkten rangiert der Club aktuell auf dem neunten Tabellenplatz – und damit ist sogar das ursprüngliche Saisonziel, das nach dem Horror-Start früh hinfällig schien, wieder in Reichweite.

„Ich werde der Mannschaft jetzt nicht sagen, dass wir da unten raus sind, weil wir das nicht sind“, gab Cheftrainer Miroslav Klose zu Protokoll, schielte aber schon verstärkt auf die Teams, die vor dem Club in der Tabelle stehen: „Trotzdem wollen wir, was den KSC, Lautern und Hertha angeht, nicht abreißen lassen.“

Vor der Saison hatte Sportvorstand Joti Chatzialexiou ausgegeben, der Club solle zu den 25 besten Fußballvereinen Deutschlands zu gehören. Abzüglich der 18 Bundesligisten entspricht dies einer Platzierung in den Top 7 der 2. Bundesliga – und die ist absolut realistisch.

Starke Ausbeute im Hinrunden-Endspurt

Anlass zur Hoffnung bietet das nominell dankbare Restprogramm des 1. FC Nürnberg: In fünf der verbleibenden sieben Partien stehen Duelle mit Teams aus dem Abstiegskampf an: Gegen Braunschweig (aktuell 13. Platz), Dresden (12.), Bielefeld (16.), Magdeburg (17.) und im Derby gegen Fürth (15.) könnte der Club Big Points sammeln und noch vor dem Saisonfinale gegen die Aufstiegsanwärter aus Gelsenkirchen (1.) und Hannover (5.) frühzeitig den Klassenerhalt eintüten.

Natürlich werden auch die Duelle mit den Abstiegskandidaten keine Selbstläufer, zumal Niederlage in diesen Sechs-Punkte-Spielen auch schnell in eine Negativspirale münden könnten. Die Ausbeute aus der Hinrunde macht aber Hoffnung: In den letzten sieben Spieltagen vor der Winterpause holte die Mannschaft von Cheftrainer Klose starke 13 Zähler – nur vier Teams schnitten noch besser ab.

Zu diesem Quartett zählt die Berliner Hertha, die aktuell auf dem 6. Platz steht, acht Punkte Vorsprung auf den Club hat und im Saisonendspurt nahezu ausschließlich auf Teams aus der unteren Tabellenhälfte trifft. Auf dem 7. Platz rangiert Kaiserslautern, das nur vier Punkte vom 1. FC Nürnberg trennt und das der Club, um sein Saisonziel zu erreichen, einholen müsste.

„Wir wollen da schon mitschwimmen“

Dahinter folgt mit dem Karlsruher SC jenes Team mit dem stärksten Restprogramm und der schwächsten Ausbeute aus dem Hinrundenfinale: Nur vier Punkte standen aus den Spieltagen 11 bis 17 zu Buche, das war der Liga-Tiefstwert. Die Badener treffen noch auf die fünf derzeit besten Teams der 2. Bundesliga – der mickrige Vorsprung von einem Punkt auf den Club könnte damit schnell schmilzen.

Miroslav Klose ist sich dieser Ausgangslage bewusst: „Ich weiß, Karlsruhe hat noch ein paar Bretter. Aber wir haben immer gesagt, dass wir auf uns schauen und unsere Punkte erst mal einfahren müssen. Dann kann man auf die Tabelle schauen. Aber es ist nicht so, dass die so weit weg sind. Wir wollen da schon mitschwimmen.“

Platzierung auch wichtig für die TV-Erlöse

Dabei geht es nicht nur um Prestige oder das Erreichen des sportlichen Saisonziels, sondern auch um Geld. TV-Erlöse machen einen erheblichen Teil des Gesamtumsatzes aus, sind beim 1. FC Nürnberg aber seit dem Bundesliga-Abstieg massiv zurückgegangen. Wie der kicker berichtet, kann der Club heuer mit rund 11,5 Millionen Euro rechnen – und rangiert damit nur im Mittelfeld.

Nach Bild-Informationen kann ein Tabellenplatz Unterschied bis zu 800.000 Euro mehr oder weniger TV-Erlöse bedeuten. Entsprechend betonte auch Sportvorstand Joti Chatzialexiou noch vor dem Kaiserslautern-Spiel: „Die Saison ist noch lange nicht vorbei. Wir brauchen schon noch mindestens zwei Siege aus acht Spielen. Außerdem geht es ja auch noch um andere Ziele, die wir uns gesteckt haben, wie zum Beispiel im TV-Geld-Ranking.“

Bei der Verteilung sind vier Säulen zentral: Gleichverteilung (50 Prozent), Fünf-Jahres-Wertung (43 Prozent), Nachwuchs (4 Prozent) und Interesse (3 Prozent). Die Hälfte der Gesamteinnahmen wird zu gleichen Teilen als Sockelbetrag an alle Zweitligisten ausgezahlt. Die zweitgrößte Säule honoriert die Leistung und das sportliche Abschneiden der letzten fünf Jahre. Die beiden verbliebenen Säulen belohnen Vereine, die Nachwuchsspieler ausbilden und „Local Players“ integrieren als auch Klubs mit hohem Publikumsinteresse, was unter anderem an den TV-Zuschauerzahlen festgemacht wird.