
Sonne, Strand und All-inclusive: Für viele Deutsche gehört Ägypten zu den Top-Reisezielen, gerade wenn bei uns die Sonne noch nicht so ganz herausgekrochen ist. Allein vom Flughafen Nürnberg werden über die Osterferien erneut rund 20.000 Passagiere in Richtung Hurghada erwartet, wie der Airport am Dienstag mitteilte. Doch vor Ort verändert sich gerade einiges - und das könnte auch Urlauber betreffen.
Hintergrund ist die angespannte wirtschaftliche Lage des Landes. Steigende Energiepreise bringen Ägypten zunehmend in Bedrängnis, der Nahost-Konflikt verschärft die Lage zusätzlich: Vor allem Gas ist zuletzt deutlich teurer geworden, auch die Ölpreise bewegen sich auf einem sehr hohen Niveau, wie unter anderem der Reisereporter berichtet. Regierungschef Mustafa Madbuli sprach am 18. März öffentlich von einer „sehr schwierigen“ Lage und nannte die Situation eine „außergewöhnliche Krise“ mit globalen Folgen.
Ägypten-Urlaub 2026: Kürzere Öffnungszeiten und Einsparungen
Nun hat die Regierung neue Sparmaßnahmen eingeführt, die vor allem Restaurants, Cafés und Geschäfte betreffen und ab dem 28. März 2026 gelten sollen.
Konkret geht es um Energieeinsparungen: Klimaanlagen dürfen nur noch eingeschränkt laufen und auch die Öffnungszeiten vieler Läden, Einkaufszentren und Restaurants werden begrenzt. Wie die Daily Mail berichtet soll auch die öffentliche Beleuchtung zum Teil reduziert werden - zum Beispiel bei Straßenlaternen oder Werbetafeln. Und auch im Arbeitsalltag gibt es Anpassungen: Beschäftigte im Staatsdienst sollen teilweise ins Homeoffice wechseln, um Energie zu sparen. Ziel sei es, den Stromverbrauch im Land deutlich zu senken.
Neben den Einschränkungen rechnen Experten damit, dass die Maßnahmen indirekt auch Auswirkungen auf Preise haben könnten. Wenn Betriebe sparen müssen oder weniger Umsatz machen, könnten sie das teilweise an Kundinnen und Kunden weitergeben.
Sherif Fathy, Ägyptens Minister für Tourismus und Altertümer, versprach dagegen gegenüber Euronews, dass die kürzlich angekündigten Maßnahmen „keine Auswirkungen auf die Touristen, ihr Gesamterlebnis oder die Qualität der ihnen während ihres Aufenthalts in Ägypten angebotenen Dienstleistungen haben werden“.
Krise in Ägypten: Was bedeutet das für Urlauber?
Für Reisende gilt: Ein Urlaub in Ägypten ist weiterhin möglich, allerdings nicht ganz ohne Einschränkungen. Hotels sind in der Regel vorbereitet und verfügen über Notstromaggregate, sodass zentrale Angebote wie Klimaanlagen oder Wasserversorgung meist stabil bleiben, wie unter anderem der Reisereporter berichtet.
Trotzdem kann es sinnvoll sein, den Tagesablauf etwas anzupassen. Restaurantbesuche oder Einkäufe sollten eher früher am Tag eingeplant werden, auch Abendprogramme oder Ausflüge könnten eingeschränkt sein.
Wichtig ist außerdem ein Blick auf die aktuellen Reisehinweise des Auswärtiges Amt, welche angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten verschärft wurden. Dort wird darauf hingewiesen, dass eine weitere Verschärfung der Sicherheitslage im Nahen und Mittleren Osten auch Auswirkungen auf Länder haben könnte, die bislang nicht unmittelbar am Konflikt beteiligt seien. „Insofern könnte es auch in Ägypten zu terroristischen Anschlägen oder sonstigen sicherheitsrelevanten Vorfällen kommen. Zudem besteht das Risiko plötzlicher Einschränkungen für den Flugverkehr, inklusive der Stornierung von Flügen und anhaltender Sperrung von Lufträumen“, heißt es in der Mitteilung. Zudem besteht für Teile Ägyptens weiterhin eine Teilreisewarnung. In unserem Ticker halten wir Urlauberinnen und Urlauber über aktuelle Empfehlungen des Auswärtigen Amtes aus dem Laufenden.

