
Bis zur Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Nürnberg und Erlangen am 22. März bleiben nur wenige Tage - also nur noch wenige Gelegenheiten für die Kandidierenden, um die Wahlberechtigten von sich zu überzeugen. Und dabei schöpfen sowohl die Nürnberger Kandidaten, Nasser Ahmed (SPD) und Marcus König (CSU), als auch die Erlanger Anwärter, Florian Janik (SPD) und Jörg Volleth (CSU), auf den letzten Metern die Grenzen der Kreativität voll aus.
Bei Marcus König sollen offenbar Brezeln den Weg zur Wiederwahl ebnen. Am U-Bahnhof Röthenbach verteilte er am Mittwoch zum Start in den Tag Brezeln und posierte für Selfies. Am nächsten Tag steht er in knallgelber Warnweste an einer Ampelkreuzung und reicht Autofahrern mit den Worten „Breze am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen“ das Gebäck durch das offene Fenster. Auch ein Radfahrer wird bedacht. Festgehalten ist all das in Reels, die in den Sozialen Medien kursieren.
Auch sein direkter Konkurrent, Nasser Ahmed, wählt beim Stimmenfang den Weg durch den Magen der Nürnbergerinnen und Nürnberger. Er kellnerte am vergangenen Wochenende im Café Bar Celona in der Innenstadt. Sein Claim für den Einsatz: „Wer bei Nasser bestellt, bekommt geliefert.“ In Videos des Nachmittags sieht man ihn beim Balancieren von Sektgläsern auf einem Tablett und beim Hände schütteln. Über kleinere gastronomische Schwächen habe der Chef großzügig hinweggeblickt, schreibt der SPD-Politiker bei Instagram.
In Erlangen kämpft Amtsinhaber, Florian Janik, um seine Wiederwahl und auch er setzt dabei auf Brezeln. Frühmorgens um halb sieben hat er die in den vergangenen Tagen am Bahnhof in Erlangen und am S-Bahn-Halt Paul-Gossen-Straße verteilt. Sein Ziel dabei: Mit Pendlern und Pendlerinnen ins Gespräch kommen. Vor rund einer Woche bereits verteilte Janik bereits um 6 Uhr am Bahnhof in Erlangen Schokolade. Diese Art des Wahlkampfs ist nichts für Morgenmuffel.
Sein Konkurrent Jörg Volleth setzt viel mehr auf prominente Unterstützung - aber auch auf Kulinarisches. Anfang der Woche zeigte sich Volleth in einem Reel im Schwimmbad. Klitschnass, aus dem Becken heraus wirbt er um Stimmen für die Stichwahl. Erlangen brauche einen Bahnwechsel, sagt der CSU-Politiker. Und dann taucht neben ihm Para-Schwimmer und Olympia-Sieger Josia Topf auf. Am Freitag wird dann auch noch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zur Hilfe eilen. Volleth und Söder veranstalten in Erlangen einen BurgerTalk. Gute Gespräche und einen guten Burger soll es zu diesem Anlass geben.
Welche Wahlkampfmethode am Ende Früchte trägt, wird sich am Sonntagabend zeigen, wenn die Stimmen aus der Stichwahl ausgezählt sind. Zur Stichwahl in Erlangen und Nürnberg kommt es, weil keiner der Kandidierenden im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen konnte. Deshalb treten nun die jeweils beiden Bestplatzierten in einer Stichwahl zwei Wochen nach dem ersten Urnengang an.
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