Nürnberg - Auf den Club wartet im hohen Norden ein richtungsweisendes Duell. Gelingt der Klose-Elf bei den abstiegsbedrohten Störchen die Trendwende? Das wird für die Franken wichtig!

Nach dem enttäuschenden Heimauftritt gegen Düsseldorf steht der 1. FC Nürnberg auswärts bei Holstein Kiel unter Druck. Kommt es zu einem weiteren „Totalversagen“, droht die Stimmung rund um den Club endgültig zu kippen - wenn nicht schon geschehen. Auch aus tabellarischer Sicht täte der Altmeister gut daran, Zählbares von seiner Reise an die Kieler Förde mitzunehmen.

Die Ausgangslage

„Für uns gilt es zu punkten“, brachte es Klose auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Begegnung ungeschönt auf den Punkt, „auch am Samstag auswärts.“ Insbesondere in der Fremde lässt die Nürnberger Ausbeute zu wünschen übrig. Lediglich acht Punkte stehen dort zu Buche - Ligatiefstwert. Darüber hinaus verdeutlicht auch der Blick auf die Gesamtbilanz, dass der FCN unter Zugzwang steht. Nach nur einem mageren Zähler aus den vergangenen drei Partien gestaltet sich die Lage zunehmend bedrohlich. Nur vier Pünktchen trennen den Club aktuell vom Relegationsplatz, fünf sind es zum ersten direkten Abstiegsplatz.

Der Gegner

Diesen belegen aktuell die Kieler Störche. Der Bundesliga-Absteiger reagierte vor wenigen Wochen auf die sportliche Talfahrt und setzte den einstigen Erfolgstrainer Marcel Rapp vor die Tür. Unter Neu-Coach Tim Walter jedoch wartet Kiel noch auf das erste Erfolgserlebnis. „Er hat schon einiges in die Mannschaft gebracht“, sagte Klose angesprochen auf seinen Trainerkollegen. „Wir werden auf jeden Fall auf ein anderes Kiel als im Hinspiel treffen.“

Die Nordlichter warten seit sieben Ligaspielen auf einen Sieg. In Spiel eins nach seiner Rückkehr holte Walter ein verdientes Remis gegen Elversberg. Vergangene Woche brachten sich die Kieler früh um den eigenen Lohn: Angreifer Marcus Müller sah nach 25 Minuten die Ampelkarte, letzten Endes unterlag man Darmstadt mit 0:2.

Der Schlüssel

„Wir dürfen uns in so einer Situation nicht verstecken. Wir müssen gegen Kiel definitiv ein anderes Gesicht zeigen“, gibt Klose die Marschroute vor. Konkret gesprochen sind besonders die Aspekte Intensität und Spiel mit Ball hervorzuheben, die noch gegen Düsseldorf wenig überzeugend ausgefüllt wurden. So ließen es die mitunter hoch veranlagten Individualisten nahezu durch die Bank an Esprit und Leidenschaft vermissen, was dem Coach sichtlich missfiel: „Ich habe direkt nach dem Spiel gesagt, dass ich meine Mannschaft so noch nie gesehen hatte.“

Gelingt es dem Club nun, die viel zitierten Basics an den Tag zu legen, dürfte ein Punktgewinn nicht außer Reichweite sein. Die Kieler zeigten in den letzten beiden Partien bereits erste Ansätze des berüchtigten Walter-Balls, scheinen aber derzeit noch wenig gefestigt. Sollten es die Franken schaffen, ihre technischen Unzulänglichkeiten wieder auf ein Minimum zu beschränken, dürfte auch das Übergangsspiel flüssiger daherkommen. Davon würde sicherlich auch die Offensive profitieren, der es zuletzt an Durchschlagskraft mangelte.

Das Personal

Da trifft es sich gut, dass Miroslav Klose bis auf wenige Ausnahmen aus dem Vollen schöpfen kann. Torjäger Mohamed Ali Zoma wurde gegen Düsseldorf schmerzlich vermisst und steht zur Verfügung. Auch Rechtsverteidiger Henri Koudossou könnte nach seiner Einwechslung am vergangenen Spieltag erstmals wieder in der Startelf auflaufen. Justin von der Hitz, der die rechte Defensivseite zuletzt bekleidete, plagen aktuell Rückenprobleme. Sein Einsatz steht ebenso auf der Kippe wie der von Kapitän Fabio Gruber, dessen MRT-Untersuchung jedoch keine strukturelle Verletzung ergab.

Die Bilanz

Die Gesamtbilanz zwischen dem Club und Holstein Kiel fällt ziemlich ausgeglichen aus. In nur 16 Begegnungen setzten sich die Franken immerhin sechsmal durch. Dem gegenüber stehen fünf Punkteteilungen und fünf Kieler Erfolge. Im Hinspiel glichen die Störche spät zum 1:1-Endstand aus, nachdem Zomas Torpremiere den FCN in Front gebracht hatte. Der letzte Nürnberger Dreier datiert vom Oktober 2023 und wurde tatsächlich in der Fremde eingefahren: Tim Handwerker und Can Uzun hießen die Torschützen beim 2:0-Auswärtssieg über den späteren Bundesliga-Aufsteiger.

Die Eckdaten

Anpfiff der Partie ist am Samstagmittag um 13 Uhr. Der Club erwartet 1450 Anhänger, die die Reise in den hohen Norden mit antreten. Wer nicht live im Holstein-Stadion dabei ist, kann die Begegnung über den Pay-TV-Sender Sky verfolgen. Per Audio-Livestream übertragen zudem die Sportschau und das Fanradio des 1. FC Nürnberg das Aufeinandertreffen der beiden Abstiegskandidaten.