
Noch vor drei Wochen war die Club-Welt eine überwiegend heile. Nicht nur hatten die Franken den Karlsruher SC mit 5:1 abgefertigt, endlich konnte auch in Sachen Vertragsverlängerung von Miroslav Klose Vollzug gemeldet werden. Eine insgesamt durchwachsene Saison schien damit ein zumindest versöhnliches Ende zu nehmen.
Justvan zeigt Verständnis: „Die Stimmung kippt“
Drei Spieltage und nur einen Punkt später ist die Gefühlslage rund um den Valznerweiher eine andere. Klose bewertete die jüngste Leistung seiner Mannschaft bei der 0:1-Heimpleite gegen die Fortuna als „Totalversagen“. Diese wurde auch von den Fans entsprechend gewürdigt: Erstmals seit langer Zeit gab es Pfiffe von den Rängen. Mittelfeldmann Julian Justvan konnte dafür Verständnis aufbringen: „Das war heute einfach zu wenig und deswegen verstehe ich die Fans auch“, sagte der ebenfalls sichtlich außer Form wirkende Kreativspieler am „Sky“-Mikrofon. „Die Stimmung kippt jetzt auch so ein bisschen. Das ist normal.“
Dass das inzwischen ebenfalls normal anmutende Auswärtsgesicht des FCN nun auch im Max-Morlock-Stadion zu sehen war, ist derweil kein gutes Zeichen. Wie schon in der Vorwoche bei Hertha BSC blieb der Club auch gegen Düsseldorf offensiv harmlos. Der Ausfall von Shootingstar Mohamed Ali Zoma ist dafür nur eine unzureichende Begründung, laufen doch zahlreiche Offensivakteure ihrer Form aktuell hinterher.
Neben Justvan, der erneut blass blieb, wusste auch Stürmer-Routinier Adriano Grimaldi zuletzt kaum zu überzeugen. Der 34-Jährige wirkt im Nürnberger Offensivspiel derzeit wie ein Fremdkörper, an dem das Spiel weitgehend vorbeiläuft. Nebenmann Noah Maboulou, der erstmals in der Startelf stand, agierte bemüht, blieb allerdings ähnlich wirkungslos. Aus FCN-Sicht gilt es zu hoffen, dass der Zoma-Ausfall keiner von Dauer ist. Der Neun-Tore-Mann fehlte dem Club gegen Düsseldorf wegen Schulterproblemen.
Verlieren verboten: Club vor wegweisenden Duellen
Ob mit oder ohne seinen besten Torschützen, die Klose-Elf steht vor brisanten Wochen. Das kommende Gastspiel in Kiel könnte schon in vielerlei Hinsicht wegweisend sein. Mit einem Dreier im hohen Norden würden die Franken vorerst durchatmen dürfen und den Abstand zu den hinteren Rängen ausbauen. Gelingt dies nicht, könnte der Tabellenvorletzte, der unter Neu-Coach Tim Walter noch auf seinen ersten Sieg wartet, den Club noch tiefer in den Abstiegsstrudel ziehen.
Die Konkurrenz jedenfalls punktet zumindest vereinzelt fleißig. Das mancherorts schon abgeschriebene Kleeblatt, das durch den Sieg in Hannover auf Relegationsplatz 16 kletterte, trennen nur noch vier Zähler vom fränkischen Nachbarn. Ein Punkt mehr ist es aus Nürnberger Sicht zum ersten direkten Abstiegsrang, den der nächste Gegner belegt. Verlieren verboten also für den FCN - anderenfalls könnten die nächsten Wochen, in denen zahlreiche direkte Duelle mit den Kellerkindern der Liga anstehen, ungemütliche werden.