Nürnberg - Jetzt ist es fix: Nürnberg bekommt seine Stichwahl für den künftigen Oberbürgermeister. Nach einem langen Wahlabend trafen sich die Spitzenkandidaten zum exklusiven Interview. Das waren die wichtigsten Aussagen.

Im Rahmen der Kommunalwahl 2026 in Bayern gab es im VNP erstmals eine live Wahlsendung. Die beiden Moderatoren Lukas G. Schlapp und Verena Gerbeth von den Nürnberger Nachrichten und nordbayern führten durch den Wahlabend und sprachen mit Expertinnen und Experten. In einer Elefantenrunde am Ende des Abends sprachen Nürnbergs OB-Kandidaten mit Moderatorin Verena Gerbeth.

Der amtierende Oberbürgermeister Marcus König betonte vor allem: „Ich habe bewiesen, ich baue Brücken. Ich stehe für entschlossenes Handeln“. Er erklärte, dass er in den letzten sechs Jahren einen guten Job gemacht habe. „Wir hatten auch schwierige Zeiten, aber ich habe einen guten Job gemacht“. Auf die Frage, warum die Leute ihn in der Stichwahl wählen sollten, sagt er: „Nürnberg braucht einen Marcus König, der den Laden zusammen hält und Dinge auch umsetzt, die er verspricht“.

Wer setzt sich die Krone in Nürnberg auf?

Bei U-18-Wahlen war vor allem SPD-Kandidat Dr. Nasser Ahmed beliebt. Auf die Frage, ob er auch mehr ältere Menschen hätte ansprechen müssen, sagt er: „Mir wurde im Vorfeld gesagt, dass kein Kandidat gegen den Amtsträger Chancen hat. Doch wie wir sehen, haben wir ein offenes Rennen. Der Amtsträger hat nicht die Mehrheit. Der Wind hat sich gedreht“. Bei der Urnenwahl schnitt Ahmed besser ab, als bei der Briefwahl. Dies zeigt, dass er kurzfristig noch Leute überzeugen und erreichen konnte. Was sein Plan sei, sollte es mit dem OB-Post nicht klappen, antwortete er: „Ich möchte mich nicht überregional engagieren, ich möchte in Nürnberg was bewirken. Oberbürgermeister von Nürnberg ist mein Traumjob“. Außerdem betonte er, in den nächsten 14 Tagen alles daran zu setzen, dass er die Wahl gewinnt.

Grünen-Kandidatin Britta Walthelm, die Umweltreferentin der Stadt ist, hätte das erste weibliche Stadtoberhaupt in der 975-jährigen Geschichte Nürnbergs werden können. Für die Stichwahl hat es jedoch nicht gereicht. „Das wäre es gewesen“, sagte sie im Interview: „Wir haben einen engagierten Wahlkampf betrieben, wie es ihn noch nie in der Geschichte der Grünen in Nürnberg gegeben hat“. Warum es dennoch am Ende nicht gereicht hat, kann sie zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht sagen. „Wir werden uns zusammensetzen und alles analysieren“, sagt die Umweltreferentin. Trotz verlorener Wahl möchte sie ein Amt in der Stadt weiter ausüben. „Ich habe immer gesagt, auch wenn ich nicht Oberbürgermeisterin werde, werde ich weiter in der Stadt aktiv sein“, sagt sie. Auf die Frage, wer die Stichwahl gewinnen wird, antwortet sie: „Wir haben es leider nicht in die Stichwahl geschafft, da liegt der Ball jetzt erstmal bei der SPD und bei Nasser“.