Mexiko-Stadt - Nach dem Tod eines Drogenbosses eskaliert die Lage in Mexiko. Autos brennen, Straßensperren wurden errichtet. Das Auswärtige Amt warnt eindringlich. Was Reisende nun beachten sollten.

Nach dem Tod eines Drogenbosses in Mexiko am Sonntag sind im Land große Unruhen ausgebrochen. Das Auswärtige Amt warnt Touristen daher aktuell vor einem Aufenthalt und rät zu besonnenem Verhalten.

Wie das mexikanische Verteidigungsministerium mitteilt, sollte der mächtige Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes, aka „El Mencho“ im Rahmen einer Militäraktion festgenommen werden. Cervantes wurde bei der Aktion schwer verletzt und erlag, als er auf dem Luftweg nach Mexiko-Stadt geflogen werden sollte, seinen Verletzungen. Sechs weitere Bandenmitglieder sollen ums Leben gekommen sein. Der Ex-Polizist „El Mencho“ führte seit 2011 das von ihm gegründete Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) an. Sein Tod löste gewalttätige Reaktionen des Kartells aus.

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sperrten Bandenmitglieder in mehreren Bundesstaaten, darunter in Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, Straßen mit brennenden Autos, Lastwagen und Bussen. Ebenso wurden Feuer in Apotheken und kleinen Einzelhandelsgeschäften gelegt. In der von Touristen beliebten Stadt Puerto Vallarta an der Pazifikküste waren in Videos brennende Autos und große schwarze Rauchwolken zu sehen, die zwischen den Gebäuden aufstiegen.

Betroffen von den Gewalttaten sind auch die beliebten karibischen Urlaubsziele Cancún, Cozumel und Tulum. Zu Zwischenfällen kam es ebenfalls in der Stadt Guadalajara, die einer der drei mexikanischen Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist.

Information des Auswärtigen Amtes: So sollten sich Reisende in Mexiko nun verhalten

Das Auswärtige Amt informiert auf seiner Webseite über die angespannte Sicherheitslage in Mexiko. Die Rede ist von „Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen“. Bundesbürgern und -bürgerinnen, die sich gerade in Mexiko aufhalten, werden folgende Schritte empfohlen:

  • Verfolgen Sie die Entwicklung der Lage in den Medien und befolgen Sie öffentliche Bekanntmachungen.
  • Wenn Sie sich an einem sicheren Ort aufhalten, beispielsweise in einem Hotel, bleiben Sie bis auf Weiteres dort und verzichten Sie auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten.
  • Meiden Sie Menschenansammlungen und Örtlichkeiten, an denen Polizeieinsätze stattfinden.
  • Halten Sie Kontakt zu Familienangehörigen und teilen Sie diesen Ihren Standort mit.
  • Rufen Sie in Notfällen die Notrufnummer 911.
  • Versuchen Sie bei Straßensperren nicht, sich zu widersetzen oder zu flüchten.
  • Der Betrieb an einigen Flughäfen insbesondere im Bundesstaat Jalisco kann zeitweise beeinträchtigt sein.

Grundsätzlich rät das Auswärtige Amt von Reisen in eine Reihe von Regionen dringend ab. Alle Informationen zu einer Reise nach Mexiko gibt es hier.

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung unterdessen zur Ruhe auf. „Wir müssen informiert bleiben und Ruhe bewahren“, schrieb sie auf der Plattform X.

Mit Material der dpa.