Dresden - Defensiv präsentierte sich das Kleeblatt beim 0:2 in Dresden gewohnt anfällig, auch offensiv erwischte die Vogel-Elf einen extrem schwachen Tag. Eine Kombination, die Sorgen bereitet.

Als Vorletzter der Tabelle reisten die Fürther zum Rückrundenauftakt nach Dresden, als Schlusslicht traten sie die Rückreise an. Während der 94 Minuten im Rudolf-Harbig-Stadion schaffte es die Mannschaft von Heiko Vogel über weite Strecken nicht einmal, sich auf Augenhöhe mit dem zuvor Tabellenletzten zu präsentieren. Defensiv verfiel die Spielvereinigung nach ordentlicher Anfangsphase doch wieder in gewohnte Muster, ließ zahlreiche gute Chancen zu und kassierte zwei vermeidbare Gegentore. Besorgniserregend, weil ungewöhnlich, war auch der eklatant schwache Auftritt in der Offensive.

Zunächst ein Blick auf die Zahlen zur Partie, in denen sich die optische Überlegenheit der Dresdner größtenteils widerspiegelt. In vielen relevanten Statistiken stachen die Hausherren das Kleeblatt aus: Sie verbuchten mehr Torschüsse (zwölf zu neun), hatten die qualitativ hochwertigeren Torgelegenheiten (1,34 zu 0,43 expected Goals) und liefen beinahe sechs Kilometer mehr als die Spielvereinigung. Hinsichtlich des Ballbesitzes und der gewonnenen Zweikämpfe konnte das Kleeblatt die Partie ausgeglichen gestalten.

Kein Zugriff in entscheidenden Situationen

Dabei täuscht die letzte Statistik darüber hinweg, dass die Dresdner in den entscheidenden Zweikämpfen entschlossener zu Werke gingen, beziehungsweise das Kleeblatt erst gar nicht in die direkten Duelle kam: Beim 1:0 durfte Keller beinahe ungestört einnetzen, weder Ziereis noch Dietz konnten den Dresdner Innenverteidiger am Kopfball hindern. Vor dem 2:0 verlor Hrgota leichtfertig den Ball gegen Pauli, Torschütze Lemmer bekam im Zentrum dann überhaupt keinen Gegnerdruck.

Massive Schwierigkeiten offenbarten die Fürther - wie schon in den Spielen zuvor - zudem beim Verteidigen gegnerischer Standardsituationen. Besonders erschreckend: Heiko Vogel hatte vor der Partie am Sky-Mikrofon betont, dass diese Problematik einer der Schwerpunkte der vergangenen Trainingseinheiten gewesen sei.

Kaum Torchancen beim Tabellenletzten

Zusätzlich zu den defensiven Unzulänglichkeiten präsentierte sich das Kleeblatt in Dresden so harmlos wie selten im bisherigen Saisonverlauf. Lediglich zwei gute Torchancen kreierten die Fürther in über 90 Minuten, eine davon direkt in der Anfangsphase (Futkeus Kopfball nach sieben Minuten strich knapp am Tor vorbei), eine zum Ende der Partie (Sillah scheiterte in der 86. Minute am Pfosten). Dazwischen: Quasi nichts. Mit konsequenter Laufarbeit und robuster Zweikampfführung zogen die Dresdner dem Kleeblatt offensiv den Zahn.

Dass es seinen Spielern nicht gelang, wie in den vergangenen Spielen nach Rückständen zurückzukommen oder zumindest eine spürbare Reaktion zu zeigen, kritisierte Vogel auf der Pressekonferenz nach der Partie scharf. Verständlich, denn solange es weiterhin nicht gelingt, die Defensive zu stabilisieren, wird sich die Spielvereinigung regelmäßig auf ihre Comeback-Qualitäten verlassen müssen. Möglicherweise schon am kommenden Samstag, wenn Eintracht Braunschweig im Ronhof gastiert und das nächste Duell gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt ansteht.