
Beim Kleeblatt wollte man die Erwartungen vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Dynamo Dresden nicht zu hoch hängen. „Jedes Spiel ist wichtig. Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, sagte Vogel noch vor der Partie. Nach dem Duell des Letzten gegen den Vorletzten war klar: Auf dem ersten Streckenabschnitt des Langdistanzrennens gegen den Abstieg strauchelte das Kleeblatt nicht nur, es landete schmerzhaft auf dem Boden der Tatsachen. Gegen kampfstarke Dresdner präsentierten sich die Fürther in jeder Hinsicht unterlegen und verloren verdient mit 0:2 - gleichbedeutend mit dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz.
Dass den Verantwortlichen beim Kleeblatt ungeachtet der Aussagen vor dem Spiel bewusst war, wie viel beim Auswärtsspiel in Dresden auf dem Spiel stand, sah man schon an der Startaufstellung: Nach ihren Verletzungen in der Wintervorbereitung waren die Einsätze von Julian Green und insbesondere Felix Klaus fraglich, dennoch standen beide in der Startformation. Die Rückkehr des Topscorers der 2. Bundesliga, der bereits im letzten Hinrundenspiel wegen einer Gelbsperre schmerzlich vermisst worden war, markierte gleichzeitig die einzige Änderung im Vergleich zum ernüchternden 1:2 in Düsseldorf. Die Winterneuzugänge Doni Arifi und Aiman Dardari nahmen zunächst auf der Bank Platz.
Kleeblatt nur zu Beginn in Aktion - Dresden belohnt sich
In einer von Beginn an zerfahrenen Partie erwischte das Kleeblatt den etwas besseren Start: Hrgota holte auf dem linken Flügel einen Freistoß heraus, den Green vors Tor brachte. Noel Futkeu sprang am höchsten, sein Kopfball aus etwa 15 Metern verfehlte den langen Pfosten nur äußerst knapp (7. Minute). Ansonsten war die Anfangsphase geprägt von vielen Zweikämpfen und Abspielfehlern auf beiden Seiten, wobei sich das Kleeblatt etwas kombinationssicherer präsentierte als die Hausherren.
Die fanden mit zunehmender Spieldauer aber immer besser in die Partie. Nach einem Freistoß hatte kein Fürther Sterner auf dem Zettel, der seelenruhig ins Zentrum legen durfte. Dort kam Keller zum Abschluss, sein Versuch aus wenigen Metern wurde in höchster Not geblockt (25.). Vier Minuten später zappelte der Ball erstmals im Netz, der Dresdner Jubel verebbte aber schnell, weil Torschütze Vermeij bereits in der Entstehung im Abseits gestanden hatte. Das Kleeblatt fand kaum noch Entlastung, Klaus köpfte nach Dehms Flanke etwas zu hoch (30.). Nach 35 Minuten belohnten sich die Hausherren aber: Rossipal flankte einen Eckball in den Fünfmeterraum, wo weder Ziereis noch Dietz Keller am Kopfball stören konnten, der ohne Mühe das 1:0 erzielte.
Biedere Dresdner überfordern Fürther Abwehr - Green bekommt keinen Elfmeter
Das Kleeblatt war getroffen, von der Kombinationsfreudigkeit der ersten Spielminuten war längst nichts mehr zu sehen. Die Hausherren machten ihre spielerischen Defizite durch Einsatz wett und bereitete defensiv überforderten Fürthern mit einfachsten Mitteln größte Schwierigkeiten: Ein eigentlich aussichtsloses Zuspiel von Wagner rutschte bis in die Gefahrenzone durch, wenige Meter vor dem Strafraum musste Ziereis Lemmer in Ringkampf-Manier umreißen, um die Chance zu unterbinden (40.). Mittlerweile war jeder Standard der Hausherren brandgefährlich; abermals kam Keller nach einem Eckball ungestört zum Kopfball, Schlieck packte sicher zu (44. Minute).
Aus dem Nichts blieb dem Kleeblatt vor der Pause ein klarer Elfmeter verwehrt: Nach einer Ecke kam Ceka deutlich zu spät gegen Julian Green und traf den Fürther deutlich an der Sohle, Schiedsrichter Prigan entschied jedoch auf Abstoß und auch der VAR schaltete sich unerklärlicherweise nicht ein. Die letzte Aktion des ersten Durchgangs - mit großen Schwierigkeiten in der Defensive und ohne einen einzigen Schuss auf das Dresdner Tor abgefeuert zu haben ging Heiko Vogels Mannschaft mit dem verdienten Rückstand in die Kabinen.
Lemmer düpiert Schlieck - Kleeblatt früh geschlagen
Das Kleeblatt war in den Minuten nach dem Seitenwechsel bemüht, im Angriffsspiel aber viel zu unpräzise, um Gefahr zu entfachen. Die Dresdner hielten den Druck hoch und liefen die Fürther weiter renitent an. Dann sorgte Lemmer bereits nach 49 Minuten für die Vorentscheidung: Hrgota verlor den Ball leichtfertig gegen Pauli, der Lemmer in Szene setzte. Der zog aus etwa 30 Metern zentraler Position einfach mal ab - der Ball hoppelte noch ein, zwei Mal auf und fand tatsächlich den Weg an Schlieck vorbei ins Netz.
In der Folge war das Kleeblatt völlig von der Rolle: Kaum ein Zuspiel fand noch den Weg zum Mitspieler, die Dresdner hatten die Partie nun endgültig im Griff. Green bekam nach 57 Minuten eine Flanke an den Ellenbogen, Prigan verzichtet auf einen Elfmeterpfiff. Nach einer knappen Stunde brachte Vogel Dardari für Green. Charakteristisch für die Fürther Offensivbemühungen blieben zunächst aber nur die vielen Fehlpässe, in Bedrängnis brachten die Fürther die Dresdner Hintermannschaft nicht. Immer mehr schlich sich die Verzweiflung ein; Dehms verzogener Schuss aus dem Rückraum stellte die ernsthafteste Torannäherung der Spielvereinigung dar (65.).
Dresden verteidigt mühelos - Sillah vergibt die Chance auf den Anschluss
Dresden verlegte sich nun fast ausschließlich aufs Verteidigen. Auf Entlastung waren die Hausherren auch nicht angewiesen, da das Kleeblatt zwar fleißig Ballbesitzpunkte sammelte, aber nicht den Hauch von Torgefahr erzeugte. Reines Verschieben und konsequente Laufarbeit reichten den Gastgebern, um das Fürther Offensivspiel quasi komplett zum Erliegen zu bringen. Nach 77 Minuten verbuchten die Dresdner nach langer Zeit wieder einen Abschluss, Schlieck hatte mit dem zentralen, aber wuchtigen Versuch von Amoako zu kämpfen.
Herrmann und Daferner vergaben im Anschluss zwei Hochkaräter auf die endgültige Entscheidung, sodass die Fürther im Spiel blieben. Eine große Chance auf den Anschlusstreffer sollte sich noch ergeben: Nach 86 Minuten kam Sillah zentral zum Abschluss, scheiterte aber am Pfosten. Zu einer weiteren nennenswerten Torchance kam das Kleeblatt auch im Laufe der vierminütigen Nachspielzeit nicht mehr, sodass die Dresdner letztlich ungefährdet den verdienten Heimsieg einfuhren. Das Kleeblatt findet sich nach 18 Spieltagen mit 15 Punkten am Ende der Tabelle wieder und empfängt am kommenden Samstag Eintracht Braunschweig.