
„Ich bin sehr wütend und muss auch ein bisschen aufpassen, dass ich die richtige Wortwahl treffe“: Mit diesen Worten leitete Heiko Vogel sein Resümee des Spiels gegen Dynamo Dresden ein. Hörbar angefasst war der Fürther Coach nach den etwas über 90 Minuten, in denen das Kleeblatt beim zuvor Tabellenletzten eine erschreckend schwache Darbietung geboten hatte. Doch bevor er auf die Geschehnisse auf dem Platz zu sprechen kam, richtete Vogel das Wort an die zahlreichen mitgereisten Anhänger der Spielvereinigung: „In erster Linie tut es mir leid für unsere Fans, es ist für mich nicht selbstverständlich, dass wir (in Dresden, d. Red.) unterstützt werden von 1000 Fans.“
Direkt im Anschluss kam Vogel ohne Umschweife auf die Leistung seiner Spieler zu sprechen. Er habe „nicht das Gefühl (gehabt), dass man alles investiert und bereitgestellt hat, wie es der Abstiegskampf verlangt. Deswegen habe ich in erster Linie eine große Wut.“ Direkt im Anschluss kündigte Vogel Konsequenzen an: „Das wird auch klar aufgearbeitet mit der Mannschaft. Wir werden die Zügel anziehen, es wird ein anderer Wind wehen. Wir werden die kommenden Trainingswochen anders gestalten, als das bisher der Fall war. Wenn ich auf die Tabelle schaue, auch nach dem heutigen Spiel, dann müssen wir vieles ändern.“
„Nicht das bewegt, was man bewegen muss“
Vogels Analyse zum Spiel selbst fiel knapp, aber deutlich aus: „(Dresden) geht mit einer Standardsituation in Führung, das ist für uns ja nichts Neues, dass wir eine Standardsituation fressen. Dann liegt man wieder mit 0:1 hinten, man nimmt sich etwas vor für die zweite Halbzeit und krieg dann relativ schnell das 0:2.“ Zum zweiten Gegentreffer, einem Flachschuss aus etwa 30 Metern, sagte Vogel: „Ich muss es mir nochmal genau anschauen, habe aber das Gefühl gehabt, dass der haltbar war.“
Die Schuld an der Niederlage wollte Vogel aber keinesfalls seinem jungen Keeper Schlieck allein aufbürden, direkt im Anschluss schob er nach: „Wir gemeinsam haben dann auch nicht das bewegt, was man bewegen muss, um einen 0:2-Rückstand wieder auszugleichen.“ Ein Umstand, der den Fürther Cheftrainer verärgerte, waren es doch vor allem die Comeback-Qualitäten, die das Kleeblatt in den bisherigen Spielen unter Vogels Regie auszeichneten: „Das war in den ersten beiden Spielen anders, wenn ich das Spiel gegen Düsseldorf mit dazunehme, war es auch anders - und das dulde ich nicht.“