
Das fränkische Unternehmen Espressolab hat sich den Zuschlag von der Stadt geholt - und wird sich nun in einem Stadtmauerturm am Eingang der Insel Schütt einrichten. Darüber berichteten wir bereits erstmals Anfang Juni 2025. Doch nun ist die neue Bespielung des Heuturms auch seitens der Stadt veröffentlicht worden. Wie es nun heißt, ziehe nachUmbauarbeiten noch in diesem Jahr ein kleiner Cafékiosk mit Kaffee und Kuchenspezialitäten des Nürnberger Röstunternehmens Espressolab in den Stadtmauerturm gegenüber des Heilig-Geist-Spitals ein. „Mit dem neuen Angebot am Heuturm reaktivieren wir nicht nur den historischen Turm, sondern schaffen an dieser Stelle auch einen weiteren attraktiven Ort zum Genießen und Verweilen“, erklärte OB Marcus König im Anschluss an einen Vor-Ort-Termin am Anfang dieser Woche. Im Herbst 2026 soll der Umbau fertig sein.
Bereits seit Sonntag, 1. Juni 2025, steht der Food Truck des Röstünternehmens vor dem Gebäude gegenüber des Heilig-Geist-Spitals. Damit sollen die Nürnbergerinnen und Nürnberger einen Vorgeschmack auf das kommende Angebot erhalten, wie uns Espressolab-Geschäftsführer Özgür Cam bei einem Termin im Frühsommer vergangenen Jahres verraten hat. "Das ist ein Hotspot in Nürnberg", sagt er über die Motivation, dort ein weiteres Espressolab zu eröffnen. Denn, wie berichtet, möchte Cam das Netzwerks seines Unternehmens ausweiten und bis 2030 insgesamt 30 Filialen in Deutschland und der Schweiz eröffnet haben.
Wie das Espressolab betont, soll an der Insel Schütt ein Ort entstehen, der für skandinavische Langsamkeit und Genuss steht. Die Menschen sollen Hygge verspüren, das gepaart ist mit dem typischen Minimalismus der Nürnberger Rösterei. Im Heuturm, so wird verraten, wird mit dieser Kombination ein neues Konzept des Unternehmens getestet.
In dem wohl früher als städtische Heuwaage genutzten Turm, gegenüber der Finca Barcelona, möchte Cam nicht nur die für das Unternehmen typischen Kaffeespezialitäten ausgeben, sondern gerade die Freizeitsuchenden auf der Insel Schütt auch "im kleinsten Eisladen Nürnbergs" mit kühlenden Kugeln versorgen.
Cam lief an dem Turm vorbei, dann kam ihm die Idee, sich zu erkundigen, was denn in diesem Areal passiere - und ob er es pachten könnte. Nach der alten Nutzung verwendete der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) den Turm zuletzt als Mülldeponie. Für Cam als Gastronomen natürlich ein Areal mit viel Potenzial, denn die Insel Schütt ist ein Hort für Menschen, die Freizeit suchen - nicht nur zum Bardentreffen oder während der Zeit, in der der Lieblingsstrand dort gastiert. "Wir haben hier viele Menschen, die täglich vorbeikommen", sagt Cam.
Jetzt, nach dem Vor-Ort-Termin mit Teilen der Stadtspitze, freut sich der Geschäftsführer über die „gute und konstruktive Zusammenarbeit“ mit der Stadt Nürnberg. Wie die Stadt in einer Mitteilung zum Termin nun bekannt gibt, betreut das Liegenschaftsamt im Wirtschafts und Wissenschaftsreferat gemeinsam mit dem Hochbauamt der Stadt die Sanierungsmaßnahmen und stimmt sie eng mit dem künftigen Betreiber ab. Zentrale Maßnahmen zur Ermöglichung eines Café-Betriebs sind die Herstellung eines Wasseranschlusses und die Erneuerung der Elektrik, heißt es weiter. Für die Gesamtmaßnahme werden Kosten in Höhe von rund 30.000 Euro veranschlagt.
Kaffee und Kastanieneis
Der silberne, manchmal auch der schwarze, Truck des Nürnberger Röstunternehmens gibt bereits seit dem vergangenen Juni Kaffee an die Passantinnen und Passanten aus. Während der Bauzeit im Turm soll der Truck auch weiterhin für durchgehende Präsenz sorgen. Später soll eine Theke selbstgemachtes Eis aus dem Hause Espressolab anbieten - darunter Klassiker wie Erdbeereis, aber auch Ungewöhnlicheres wie Kastanieneis. "Dafür habe ich die Rezepte einer Eismanufaktur in dritter Generation aus Kapstadt gekauft", berichtete Cam damals im Gespräch mit unserer Redaktion. Außerdem wird es erstmals im Sortiment des Unternehmens alkoholische Getränke, darunter Spritz-Varianten, und Foccacias geben.
Ende Mai 2025 hat Özgur Cam die Baugenehmigung und die Schlüssel für den Stadtmauerturm erhalten - und es sei ein langfristiges Engagement, so Cam. Der Pachtvertrag soll vorerst 20 Jahre lang währen. Auch Tische und Stühle werden ihren Platz seitlich am Turm finden, um den Gästen die Möglichkeit zu geben, direkt neben der Pegnitz Platz zu nehmen.
Dieser Artikel wurde am 19. März 2026, gegen 15.45 Uhr aktualisiert.
Anmerkung von 5. Juni 2025: Ursprünglich hatten wir berichtet, die Espressolab-Eisdiele würde in den ehemaligen Frauenschuldturm ziehen, dieser Turm stand allerdings auf der anderen Pegnitzseite und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen. Im Männerschuldturm ist die Finca Barcelona beheimatet, der ihr gegenüberliegende kleine Turm diente früher wohl als Heuwaage, darauf ist demnach auch der Name der angrenzenden Brücke zurückzuführen. Wir haben dies korrigiert.
