
Anfang Oktober vor sechs Jahren eröffnete Terence Parris in der Klaragasse 24 seine Original Bar, die er der Redaktion damals als „jamaican themed bar“ vorstellte. Mitten in der Corona-Pandemie schloss er erstmals auf. Der Brite mit den jamaikanischen Wurzeln fokussierte sich auf Rumspezialiäten und bietet seiner Aussage zufolge davon die größte Auswahl der Stadt.
Mit der Eröffnung der Original Bar – dort, wo früher die HeyHey-Bar war – hat sich der relaxte Brite seinen Lebenstraum erfüllt, wie er damals betonte: „Eine Bar, in die die Leute wegen der kulturellen Erfahrung kommen und nicht nur wegen der Getränke.“ Damals hatte der DJ und Sammler von Vinylplatten sein Lokal genau einen Monat geöffnet und zwar im Oktober 2020. In dieser Zeit konnte er schon viele Gäste für sich gewinnen. Dann war plötzlich wieder Schluss mit öffentlichem Leben - der Lockdown kam. Anstatt Bar-Betrieb wurde in der Original Bar zu dieser Zeit Popcorn-Chicken, karibisches Curry und mehr „to go“ angeboten. Damals sagte er, er fiebere dem Tag entgegen, an dem er die Original Bar endlich wieder aufmachen könne.
Seither hat die Original Bar viele Partys und Gäste gesehen, auch bei jedem Fest in der Feiermeile Klaragasse hat sich Parris mit seinem Betrieb beteiligt. Doch jetzt soll Schluss sein: In einem Video auf dem Instagram-Profil der Bar von 30. September 2026 spricht Parris davon, dass am Freitag, 2. Oktober, und Samstag, 3. Oktober, der Geburtstag der Bar zum letzten Mal gefeiert werde - denn, die Gerüchte stimmten, die Bar werde zeitnah schließen. Im Austausch mit der Redaktion nordbayern.de führt Parris nun einen spezifischen Grund für das nahende Ende an: „Die Bar ist einzigartig - original - und beliebt, aber das Nachtleben hat sich besonders in Nürnberg verändert“, sagt er. „Trotz der Beliebtheit der Bar können es sich die Leute, die sagen, dass sie sie lieben, nicht leisten, in der gleichen Häufigkeit wie vorher auszugehen.“
Betreiber der Original Bar in Nürnberg: „Das Nachtleben ist im Eimer“
Er skizziert, dass das Nachtleben in Nürnberg seit Corona „total im Eimer“ und es für Gastronomie hart sei, das abzufedern. Für Wirte sei es seither zunehmend schwieriger geworden, Nürnberg sei inzwischen „wie eine Geisterstadt in einem Western“ geworden - alle Gastronomen hofften und verließen sich auf Freitag und Samstag als Ausgehtage. Es sei schlicht nicht mehr profitabel. „Ich würde gerne weitermachen“, sagt Parris im Gespräch mit der Redaktion. „Aber die Stadt ist so leise geworden und das Kilma rau.“
Inzwischen kann Terence Parris einen näheren Zeitraum für den letzten Türschluss geben - in seinem Video zum generellen Ende der Bar hielt er sich noch bedeckt -: „Die Bar läuft mindestens bis zum Ende des Jahres ganz normal weiter… mit einer offiziellen Abschlussparty Anfang des neuen Jahres“, teilt er nun mit. Das konkrete Datum für die Schließung sei abhängig von den abschließenden Mietvertragsverhandlungen.
Mit Events im Stil der Original Bar möchte Parris in Nürnberg weitermachen
Unter dem Video aus dem September sammeln sich Kommentare betroffener Nachtschwärmer und Bar-Besuchern, von Fans und Gästen: „Sad news! What a beautiful place“, schreibt jemand beispielsweise. „Mir haben viele Leute geschrieben, wie traurig sie über die Nachricht sind“, sagt Parris. Vielleicht lässt er aufgrund dieser Woge der Sympathie die Aussage zur Frage nach seiner Zukunft offen: „Persönlich hoffe ich, mehr einmalige Veranstaltungen im Sinne des Bar-Konzepts durchzuführen.“ Denn viele Leute hätten ihm in all den Jahren immer wieder gesagt, dass die Original Bar „eine Insel in Nürnberg“ ist. Daher möchte er seine Leidenschaft für Vinyl-Platten und karbisches Flair weiterhin in Events an die Menschen in der Stadt bringen. Zuerst aber möchte er viel Zeit mit seiner Tochter teilen, so der scheidende Barbetreiber.