
Pendlerinnen und Pendler müssen sich auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Pegnitz in den kommenden Wochen auf Einschränkungen einstellen. Vom 30. Oktober bis zum 19. November 2026 kommt es auf dem Abschnitt zwischen Hersbruck (rechts Pegnitz) und Nürnberg Hauptbahnhof zu Zugausfällen, Umleitungen und Schienenersatzverkehr. Grund sind umfangreiche Bauarbeiten.
„In dieser Zeit finden entlang der Strecke zahlreiche Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten statt. Maßgeblich dabei ist der Brückeneinschub am Thumenberger Weg in Nürnberg“, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Nachfrage unserer Redaktion.
Diese Einschränkungen gibt es für Fahrgäste
Betroffen sind die Linien RB 30, RB 31, RE 32, RE 40, RE 41 und RE 47. Wie aus den Fahrplaninformationen der Deutschen Bahn hervorgeht, kommt es je nach Linie und Fahrt zu Fahrplanänderungen, Umleitungen, Halt- und Zugausfällen.
Einige Züge werden umgeleitet und halten zusätzlich in Hersbruck (links Pegnitz). Ausfallende Verbindungen der Linien RE 30, RE 32 und RE 38 werden zwischen Nürnberg Hauptbahnhof und Herbsruck (rechts Pegnitz) durch Busse ersetzt. Bei der Linie RB 30 kommen Ersatzbusse zwischen Nürnberg und Lauf (rechts Pegnitz) beziehungsweise Neunkirchen am Sand zum Einsatz.
Aus Platzgründen ist die Mitnahme von Fahrrädern in den Ersatzbussen nicht möglich, betont die Bahn. Weitere Informationen und kurzfristige Fahrplanänderungen finden Fahrgäste im Fahrplan für den Schienenersatzverkehr.
Neue Eisenbahnbrücke am Thumenberger Weg
Hintergrund der Einschränkungen ist unter anderem der Neubau der Eisenbahnbrücke über den Thumenberger Weg im Nürnberger Stadtteil Erlenstegen. Über die mehr als 125 Jahre alte Brücke fahren die Züge der Verbindung zwischen Pegnitz und Nürnberg. Nach Angaben der Deutschen Bahn hat das Bauwerk „das Ende seiner technischen Nutzungsdauer erreicht“ und soll bis voraussichtlich März 2027 erneuert werden.
„Der Einschub der neuen Brücke wird in einer zweiwöchigen Sperrpause für den Zugverkehr durchgeführt. Für die ausfallenden Züge wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet“, erklärt das Unternehmen in einer Information zu diesem Projekt. Bereits seit März 2026 ist die Strecke demnach nur eingleisig befahrbar.
Der Neubau diene als Vorbereitung für eine mögliche Elektrifizierung der Strecke. Diese ist Teil der Franken-Sachsen-Magistrale und im Bundesverkehrswegeplan 2030 berücksichtigt. Eine Elektrifizierung könnte neben dem Regionalverkehr auch die internationalen Bahnverbindungen nach Tschechien stärken.
Mehr Platz und bessere Sicht für den Straßenverkehr
Mit dem Neubau soll sich auch die Verkehrssituation unter der Brücke verbessern. In Abstimmung mit der Stadt Nürnberg wird das Bauwerk höher und breiter angelegt. Die Straße unter der Brücke soll künftig eine Durchfahrtshöhe von 4,50 Metern bieten. Auch Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende sollen mehr Platz bekommen. Die Geh- und Radwege verlaufen künftig getrennt von der Fahrbahn und liegen höher als die Straße. Dadurch soll für sie eine Durchfahrtshöhe von 2,70 Metern erreicht werden.
Auf der Ostseite wird der bisher nur einen Meter breite Gehweg auf zwei Meter verbreitert. Daneben entsteht ein 2,50 Meter breiter Radweg, der in beide Richtungen befahrbar ist und die Erlenstegenstraße mit dem Pegnitzgrund verbindet. Auf der Westseite ist ein zwei Meter breiter Gehweg geplant, der künftig die Martin-Albert-Straße mit dem Neubauquartier „Monopol 491“ verbinden soll.
Bis die Arbeiten vollständig abgeschlossen sind, kann es nach Angaben der Stadt Nürnberg allerdings noch bis 2030 dauern.