Ottawa - Ein Familienvater mietet in Kanada ein Auto und soll damit in sieben Tagen fast 29.000 Kilometer zurückgelegt haben. Das behauptet die Mietwagenfirma und fordert dafür nun 3764 Euro extra.

Ein Roadtrip durch Kanada steht für viele weit oben auf der persönlichen „Bucket List“. Spektakuläre Landschaften, endlose Straßen und beeindruckende Nationalparks machen das Land zu einem beliebten Ziel für Rundreisen mit dem Mietwagen. Wer sich mit der Reiseplanung beschäftigt, weiß allerdings auch, welche gewaltigen Entfernungen zwischen den einzelnen Orten liegen. Ein Fall, der nun öffentlich wurde, sprengt aber selbst für kanadische Verhältnisse die Dimensionen.

Ein Familienvater soll mit seinem Mietwagen innerhalb von nur sieben Tagen fast 29.000 Kilometer zurückgelegt haben, so zumindest der Vorwurf der Mietwagenfirma. Eine ordentliche Rechnung von mehreren Tausenden kanadischen Dollar gab es danach oben drauf.

Kurioser Fall aus Kanada: Mann soll mit Mietwagen 29.000 Kilometer in einer Woche zurückgelegt haben

Yuehao Huang hatte für einen Familienurlaub in Kanada einen GMC Yukon gemietet. Geplant waren Fahrten in der Region rund um Montreal, Ottawa und Mont-Tremblant. Für die Anmietung hatte er bereits mehr als 1000 kanadische Dollar bezahlt, umgerechnet rund 638 Euro.

Nach der Rückgabe des Wagens folgte die böse Überraschung: Die Mietwagenfirma belastete seine Kreditkarte zusätzlich mit 5900 kanadischen Dollar, etwa 3764 Euro. Die Begründung: Huang habe mit dem Auto innerhalb von sieben Tagen genau 28.933 Kilometer zurückgelegt.

Um die Strecke in einer Woche zu schaffen, hätte der Familienvater täglich rund 4133 Kilometer fahren müssen. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 172 Kilometern pro Stunde rund um die Uhr, ohne Pausen, Tankstopps oder Schlaf. Über den Fall berichtete das kanadische Automobilportal Driving.ca. Auch der Focus griff die Geschichte auf.

Erst nach TV-Beitrag: Mietwagenfirma räumt Fehler ein

Huang beschwerte sich wiederholt über die zusätzliche Belastung. Zunächst blieb die Forderung jedoch bestehen. Erst nachdem sich der kanadische Fernsehsender CityNews eingeschaltet hatte, kam Bewegung in den Fall.

Schließlich räumte die Mietwagenfirma einen Eingabefehler bei der Kilometerabrechnung ein. Die zusätzlichen Kosten waren demnach zu Unrecht berechnet worden. Der betroffene Familienvater empfiehlt nun anderen Mietwagenkunden, den Kilometerstand sowohl bei der Übernahme als auch bei der Rückgabe des Fahrzeugs zu fotografieren. So lasse sich im Streitfall belegen, wie viele Kilometer tatsächlich gefahren wurden.

So vermeiden Reisende Ärger mit dem Mietwagen

Auch bei der Buchung und Rückgabe sollten Urlauber genau hinsehen. Die Verbraucherzentrale rät dazu, Mietwagen möglichst frühzeitig zu buchen und die Vertragsbedingungen sorgfältig zu prüfen.

Besonders wichtig ist der Versicherungsschutz. Reisende sollten auf eine ausreichende Haftpflichtdeckung und eine möglichst geringe Selbstbeteiligung bei der Vollkaskoversicherung achten. Außerdem sollte geprüft werden, ob Schäden an Reifen, Felgen, Unterboden und Dach mitversichert sind.

Vor der Abfahrt empfiehlt es sich, den Wagen gründlich auf Kratzer und andere Vorschäden zu kontrollieren. Diese sollten im Übergabeprotokoll festgehalten werden. Fotos vom Zustand des Autos, vom Tankstand und vom Kilometerstand können später helfen, Unstimmigkeiten zu klären. Bei der Rückgabe sollten Urlauber die Dokumentation wiederholen und sämtliche Unterlagen aufbewahren.