Nürnberg - Im Herbst suchen Igel nach Nahrung und einem sicheren Winterquartier. Mit Laubhaufen und naturnahen Gartenecken kannst du helfen. Doch wann braucht ein Igel tatsächlich menschliche Unterstützung?

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt für Igel eine wichtige Zeit. Sie suchen nach Nahrung und einem geschützten Platz für den Winterschlaf. Gartenbesitzer können die Tiere dabei unterstützen, oft schon, indem sie im Garten weniger aufräumen. Der BUND Naturschutz Bayern weist darauf hin, dass Igel im Herbst besonders aufmerksam beobachtet werden sollten.

Ein Laubhaufen in einer ruhigen Gartenecke kann für Igel ein wichtiges Winterquartier sein. Unter Hecken, Sträuchern oder zwischen Reisig finden die Tiere Schutz vor Kälte und Störungen. Auch andere Kleintiere profitieren davon, wenn Laub nicht vollständig entfernt wird.

Der BUND empfiehlt deshalb, Laub und natürliche Gartenmaterialien möglichst in einer geschützten Ecke liegen zu lassen. Wer Laubhaufen oder Kompost umschichtet, sollte vorher vorsichtig kontrollieren, ob sich darin ein Tier versteckt. Gerade im Herbst können Igel solche Plätze bereits als Unterschlupf nutzen.

So wird der Garten igelfreundlich

Ein naturnaher Garten hilft Igeln, ausreichend Nahrung und Verstecke zu finden. Hecken, heimische Pflanzen und wilde Ecken bieten Lebensraum für Insekten und andere kleine Beutetiere. Der BUND rät außerdem dazu, Zäune möglichst durchlässig zu gestalten. Kleine Öffnungen am Boden ermöglichen es den Tieren, zwischen Gärten zu wechseln.

Dann braucht ein Igel wirklich Hilfe

Nicht jeder Igel, der im Herbst unterwegs ist, braucht menschliche Unterstützung. Gesunde Tiere suchen zu dieser Jahreszeit häufig nach Nahrung, um sich Fettreserven für den Winter anzufressen. Igel sind allerdings dämmerungs- und nachtaktiv. Wenn ein Igel bei Tageslicht unterwegs ist, gilt das deshalb als Warnsignal und das Tier sollte genauer beobachtet werden.

Wirkt das Tier verletzt, stark geschwächt oder apathisch, sollte fachkundige Hilfe hinzugezogen werden. „Das Tier am besten mit Handschuhen vorsichtig in einen Karton setzen, warm halten und eine igelerfahrene Pflegestelle oder Tierarztpraxis kontaktieren“, erklärt Hubert Lohmaier vom BUND Naturschutz.

Auch verwaiste Igelbabys benötigen unter Umständen Unterstützung. Der BUND Naturschutz Bayern empfiehlt auch in solchen Fällen eine Igelstation oder eine erfahrene Wildtierhilfe zu kontaktieren.

Wer Igel im Herbst zusätzlich unterstützen möchte, kann ihnen geeignetes Futter bereitstellen. Dafür eignet sich hochwertiges Katzen-Nassfutter mit einem hohen Fleischanteil. Auch gegartes Ei, gekochtes Geflügel, ungewürztes, angebratenes Hackfleisch sowie getrocknete Mehlwürmer oder Soldatenfliegenlarven kommen infrage. Auch frisches Wasser sollte den Igeln angeboten werden. Milch ist dagegen ungeeignet und kann bei Igeln Durchfall verursachen.

Schon mit wenig Aufwand kann dafür gesorgt werden, dass die stacheligen Nachbarn gut und sicher durch den Winter kommen.