Nürnberg - Nach dem Last-Minute-Drama gegen Wolfsburg steht für den FCN schon der nächste Flutlichtkracher an. Am Freitagabend gastiert der Club bei Energie Cottbus. Miroslav Klose warnte im Vorfeld vor dem Aufsteiger.

„Eins, zwei Tage“ habe es gedauert, ehe seine Spieler die Enttäuschung über den späten Punktverlust gegen Wolfsburg aus den Knochen geschüttelt hatten, berichtete Klose auf der Pressekonferenz vor der Auswärtsreise nach Cottbus. „Man darf zu Recht enttäuscht sein, aber auch in dem Spiel haben wir einige Sachen sehr gut gemacht. Genauso waren Dinge dabei, die nicht so gut waren“, merkte der Chefcoach an. Dazu zählte insbesondere das Verteidigungsverhalten nach gegnerischen Standardsituationen. Gleich drei Mal klingelte im Anschluss an eine Ecke der Niedersachsen im Nürnberger Gehäuse. Strukturelle Probleme sieht Klose jedoch nicht - stattdessen habe seine Mannschaft vor allem Pech gehabt.

Klose erwartet „mit das schwerste Spiel“

Von einer Pechsträhne kann dieser Tage dennoch keine Rede sein. Der noch immer unbesiegte FCN möchte seine Erfolgsserie in der Lausitz weiter ausbauen und kann sich hierbei der Unterstützung von rund 2500 Anhängern sicher sein. Was erwartet den Club beim Zweitliga-Aufsteiger? Für Klose ist die Sache ganz klar: „Auch wenn es mir keiner glaubt: Es wird mit das schwerste Spiel. Das wird im Kopf entschieden. Wir haben die Messlatte sehr hoch angesetzt und jeder will uns jetzt schlagen“, erinnerte der Weltmeister von 2014 und weiter: „Wir brauchen viel Energie auf dem Platz, ansonsten wird es sehr schwer.“ Stolze 31 Treffer sind in den Begegnungen der Cottbuser bereits gefallen. Lediglich der VfL Wolfsburg kann hier mithalten. Passenderweise trennten sich beide Vereine vor wenigen Wochen mit 4:4 - das nächste Spektakel scheint demzufolge bereits vorgezeichnet.

Mit 20 erzielten Toren ist es jedoch der Club, der aktuell die treffsicherste Offensivabteilung im Unterhaus stellt. Besonders Mohamed Ali Zoma und Piet Scobel stehen dabei federführend für die beeindruckende Entwicklung, die diverse Einzelkicker hingelegt haben. Auch in den übrigen Mannschaftsteilen lassen sich zahlreiche Akteure anführen. „Wir haben viele talentierte Spieler. Wenn man unseren Weg verfolgt, weiß man, dass wir auch viel Lehrgeld bezahlt haben“, gab Klose unumwunden zu und betonte gleichermaßen: „Das Team und das Team hinter dem Team funktionieren sehr gut. Wir haben ein super Miteinander und wollen den Schwung mitnehmen.“

Verändert Klose seine Erfolgself?

Ein weiterer Youngster, der aus der Nürnberger Anfangsformation kaum noch wegzudenken ist, ist Bayern-Leihgabe Javi Fernández. Seitdem der Spanier in der Startelf steht, was erstmals am 30. Spieltag der Vorsaison der Fall war, hat der Club nicht mehr verloren. Die gute Nachricht: Auch in Cottbus kann der FCN auf die Dienste des 19-Jährigen setzen, nachdem dieser unter der Woche kürzergetreten war. Ansonsten dürfte Klose weiterhin am bewährten Personal festhalten, zu dem inzwischen auch Rayan Ghrieb gehört. „Schon sehr zufrieden“ sei der Coach gegen Wolfsburg mit seinem Startelf-Debütanten gewesen. Zwar war auch Ghrieb in Durchgang eins nicht ohne Makel, in der zweiten Halbzeit habe der Franzose aber so gespielt, wie Klose es sich wünsche.

Sollte der Übungsleiter doch einen Tausch vornehmen, stünde Offensivallrounder William Bøving bereit. „Wir haben viele Spieler, die überhaupt nicht weit weg von der Startelf sind“, versicherte Klose, der sich im Umgang mit Veränderungen bislang sparsam zeigte. „Jeder Stammspieler ist unter Druck und muss sich jede Woche aufs Neue beweisen.“ Besonders könnte dies für Rechtsverteidiger Tim Janisch gelten, hinter dem Routinier Giannis Masouras mit den Hufen scharrt. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Klose auch in Cottbus auf seine Erfolgsmannschaft vertraut.